Feuerwehr Ernsthausen

Burgwald rüstet sich für Katastrophen

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Der Gefahrgut-Zug der Gemeinde Burgwald ist nur selten im Einsatz – zuletzt im September 2012 in der Kläranlage. Stattdessen soll ein Katastrophenschutzzug eingerichtet werden.Archivfoto: pk

Burgwald - Feuerwehren rücken längst nicht mehr nur zu Bränden oder Unfällen aus - immer häufiger helfen sie bei Unwettern, Schäden zu beseitigen und Menschenleben zu retten. Die Burgwalder Feuerwehren wollen sich besser darauf vorbereiten und einen Katastrophenschutzzug gründen.

Die Wehrführer der Feuerwehren der Gemeinde Burgwald arbeiten derzeit daran, einen Katastrophenschutzzug ins Leben zu rufen. „Die Katastrophenschutzpläne des Landes sehen als Höchstmaß vor, dass jede Kommune in Hessen einen solchen Katastrophenschutzzug stellen sollte“, sagte Bürgermeister Lothar Koch in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend. Denn um den neuen Zug einzurichten, muss das Gemeindeparlament zustimmen und den Bedarfs- und Entwicklungsplan der Wehren ändern.

„Viele Kommunen in Hessen haben diesen Zug bereits gestellt – auch Gemeinden, die kleiner sind als wir“, erklärte Ernsthausens Wehrführer Carsten Engel. „Dazu sollten wir dann auch in der Lage sein, denn wir wissen nie, wann wir selbst ihn brauchen“, erklärte er, während von draußen Sturm „Xaver“ zu hören war.

Engel berichtete dem Ausschuss, dass sich für die Gründung eines Katastrophenschutzzuges 44 Feuerwehrleute der Gemeinde bereiterklären müssen, diesen Zug im Ernstfall auch zu besetzen. „22 Einsatzkräfte braucht ein Zug – eine doppelte Besetzung muss namentlich beim Landkreis angegeben werden“, erklärt Engel. Allein aus der Ernsthäuser Feuerwehr haben sich bereits 22 Freiwillige gemeldet – die übrigen vier Ortsteile der Gemeinde müssen demnach zusammen nur noch die Hälfte des Zuges stellen.

Der Zug wird hauptsächlich mit Ernsthäusern besetzt – denn dort soll auch das dann benötigte Löschfahrzeug „LF-10“ mit der Katastrophenschutz-Ausrüstung stehen. Bisher hat Ernsthausen ein „LF-6/8“ mit Gefahrgut-Ausrüstung. „Diesen Zug mussten wir damals stellen, weil es in der Gemeinde einen Betrieb gab, der Chemikalien verarbeitet hat“, sagte Engel. Die Lage habe sich aber geändert, Gefahrgut-Einsätze gebe es nur sehr selten. Dennoch müsste die Gemeinde in den nächsten Jahren mehr als 25.000 Euro in das fast 20 Jahre alte Löschfahrzeug investieren: Reparaturen am Auto, sowie der turnusmäßige Austausch der Spezialanzüge und Materialien. Die Gemeinde plant daher den Kauf eines neuen Löschfahrzeugs mit kompletter Ausrüstung, sas laut Engel derzeit rund 200.000 Euro koste.

Weil nach Auskunft von Engel sowohl das Land als auch der Bund in allen Kommen einen Katastrophenschutzzug wünschen, unterstützen sie die Bildung auch. Falls der Zug gebildet werden sollte, würde die Gemeinde beim Neukauf des „LF-10“ erheblich finanziell gefördert. „Dann würden wir für das neue Löschfahrzeug mit kompletter Ausrüstung über die Landesbeschaffung etwa 90.000 Euro zahlen, statt 25.000 Euro in ein altes Fahrzeug zu investieren, um es umzurüsten.“ Koch informierte die Mitglieder des Ausschusses zudem, dass der Katastrophenschutzzug auch überregional angefordert werden könne – und in dem Fall dann Kosten auf die Gemeinde für den Einsatz hinzukämen. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Bildung eines solchen Zuges aus.

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