Frankenberg

Burgwaldbahn: Züge rollen wieder

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- Frankenberg (jos). Neun Millionen Euro hat die Sanierung der Bahnstrecke Frankenberg-Marburg gekostet. Für die Betreiber bringt sie Einsparungen beim ohnehin kaum noch vorhandenen Personal in den Bahnhöfen. Für die Fahrgäste sind allerdings kaum Verbesserungen erkennbar.

Seit Montag rollen sie wieder, die Züge der Burgwaldbahn. Zwischen Frankenberg und Sarnau haben drei Monate lang Bauarbeiter das Bild an den Gleisen und Bahnhöfen bestimmt. Neun Millionen Euro hat die Sanierung gekostet. Die laut Hans-Martin König von der Kurhessenbahn teuersten und umfangreichsten Arbeiten seit dem Bau der Strecke vor 120 Jahren wurden aus Steuergeldern bezahlt. Das Geld stamme vom Bund, Zuschüsse seien aber auch vom Land Hessen geflossen.

Und was hat die Sanierung gebracht? Die Bahn kann zwei Arbeitsplätze streichen: In Münchhausen und Wetter muss künftig kein Mitarbeiter mehr im ohnehin nur noch angemieteten Bahnhofsgebäude beschäftigt werden. Denn durch neue Signaltechnik und moderne Weichen kann die zentrale Steuerung per Mausklick am Computer übernommen werden. Für die Fahrgäste sind die Verbesserungen durch die Sanierung allerdings nur marginal: Zwei Minuten kürzer, soll die Fahrzeit von Frankenberg nach Marburg künftig immer noch 42 Minuten betragen. Ursprünglich war die Modernisierung der Burgwaldbahn im Zusammenhang mit der immer wieder aufs Neue diskutierten Reaktivierung der Strecke Frankenberg –
Korbach geplant worden. Die Anbindung des Landkreises an das Rhein-Main-Gebiet sollte verbessert werden, indem deutlich kürzere Fahrtzeiten ermöglicht werden sollten. Doch bei einer Fahrtzeit von 42 Minuten von Frankenberg nach Marburg bleiben die Züge für die meisten Pendler im Vergleich zum Auto unattraktiv.

Für die Fahrgäste sichtbar werden die Investitionen lediglich an den Haltestellen in der Gemeinde Burgwald. Während der von der Bahn verkaufte Frankenberger Bahnhof ein Schandfleck geblieben ist, schafft die Bahn in Birkenbringhausen eine tatsächliche Verbesserung: Der neue Bahnsteig ist besser erreichbar und sieht optisch auch gut aus – wenn er samt neuem Parkplatz dann demnächst fertig wird. Für geduldige Pendler mag Birkenbringhausen dann eine Anlaufstelle zum Zuganschluss Richtung Süden sein. Für Reisende bleibt der Bahnhof mit seiner Lage mitten im Feld zwischen Burgwald und Birken­bringhausen zumindest zu Fuß quasi unerreichbar. Denn wer möchte schon mit Gepäck Hunderte Meter weit über den Fahrradweg laufen?

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