Bislang gefährlicher Weg für Kinder und Jugendliche

Osterfelder sammeln Unterschriften: Bus soll bis ins Dorf fahren

Für eine bessere Busanbindung: Eine Liste mit 290 Unterschriften hat Ortsvorsteher Joachim Born (Mitte, rechts) in Osterfeld an den Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn übergeben. Mit dabei waren einige Kinder, Eltern und Bewohner aus dem Allendorfer Ortsteil.
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Für eine bessere Busanbindung: Eine Liste mit 290 Unterschriften hat Ortsvorsteher Joachim Born (Mitte, rechts) in Osterfeld an den Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn übergeben. Mit dabei waren einige Kinder, Eltern und Bewohner aus dem Allendorfer Ortsteil.

Eine Liste mit 290 Unterschriften von Menschen aus Osterfeld und Umgebung hat Ortsvorsteher Joachim Born an den Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn übergeben. Es geht um die Busse der Linie 540, die auf der Strecke von Frankenberg nach Hallenberg nach der sechsten Schulstunde nicht mehr bis in die Ortslage von Osterfeld (Mitte) fahren.

Osterfeld – Die Kinder und Jugendlichen müssen an der viel befahrenen Bundesstraße 236 aussteigen und dann entlang der Kreisstraße 122 etwa 1,3 Kilometer bis ins Dorf laufen. Das ist gefährlich, weil es dort keinen Bürgersteig gibt.

Vor einem Jahr hatte die HNA bereits über dieses Problem berichtet, nachdem sich Markus Schelberg als besorgter Familienvater an unsere Zeitung gewandt hatte.

Geändert hat sich in der Zwischenzeit nichts. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) als Betreiber der Buslinie hatte vor einem Jahr erklärt, es gebe „keine zeitlichen Spielräume“. Von der Fahrplangestaltung, vom Personal und den Lenkzeiten der Busfahrer sei es nicht möglich, dass die Busse der Linie 540 mittags gegen 14 Uhr bis zu Haltestelle Osterfeld-Mitte fahren, hatte Pressesprecherin Sabine Herms damals erklärt.

Damit wollte sich der Osterfelder Ortsbeirat nicht zufriedengeben und hat eine Unterschriftenaktion gestartet. 290 Personen aus Osterfeld – das nur 180 Einwohner hat – und Umgebung haben die Petition unterschrieben. Damit unterstreicht der Ortsbeirat, dass es nicht nur um einzelne Interessen geht, sondern um ein Anliegen der gesamten Dorfgemeinschaft.

„Danke an alle, die von Haus zu Haus gegangen sind“, sagte Ortsvorsteher Joachim Born, als er vor dem DGH die gesammelten Unterschriften an Bürgermeister Junghenn übergab. „Das zeigt, dass es uns allen wichtig ist“, betonte Born. Den Gemeindevorstand um Bürgermeister Junghenn bat der Ortsvorsteher, sich „der Sache noch einmal anzunehmen“. Born: „Mit ein bisschen gutem Willen sollte sich das regeln lassen.“

Die Bushaltestellen an der Bundesstraße 236 seien eingerichtet worden, als Osterfeld „noch keine 180 Einwohner hatte“, sagte Bürgermeister Junghenn. Der aktuelle Zustand, dass die Menschen mittags über 1,3 Kilometer bis ins Dorf laufen müssten, sei „nicht mehr zeitgemäß“.

Junghenn gab bekannt, dass die Haltestellen an der Bundesstraße 236 für viel Geld barrierefrei ausgebaut werden sollen. „Im Gemeindevorstand sind wir uns einig, dass das völlig unsinnig wäre.“ Ziel des Gemeindevorstandes sei es vielmehr, die beiden Bushaltestellen oben an der Bundesstraße aufzugeben mit dem Ziel, dass dann alle Busse die Haltestelle Osterfeld-Mitte anfahren. Für diese Lösung sei aber bisher keine Zustimmung des NVV zu bekommen, weil dafür „der komplette Fahrplan geändert“ werden müsste.

Diese Haltung nannte Bürgermeister Junghenn „fern jeglicher Realität“. Aus seiner Sicht ist der Fahrplan „nicht in Stein gemeißelt“. Junghenn: „Ich will dieses Anliegen gern unterstützen und sehen, was dabei heraus kommt.“

Nordhessischer Verkehrsverbund: „Fahrplan lässt keinen weiteren Halt zu“

„Da es sich bei der Linie 540 um eine schnelle Verbindung zwischen Hatzfeld/Hallenberg und Frankenberg handelt und wir damit auch eine Alternative zu den Pkw-Fahrzeiten anbieten wollen, stellen zusätzliche Reisezeiten einen deutlichen Nachteil für alle anderen Fahrgäste dar, die den Bus nutzen wollen. Wir müssen immer abwägen, welche Vor- und Nachteile für alle anderen entstehen“, schreibt Sabine Herms, Pressesprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes, auf eine erneute Anfrage unserer Zeitung.

Darüber hinaus habe sich an der Situation auf der Busline 540 im Vergleich zum vergangenen Jahr nichts geändert. Herms: „Der Fahrplan lässt keinen weiteren Halt zu und ein dafür notwendiges Fahrzeug steht nicht zur Verfügung. Um keine Fahrgäste zu verlieren, muss der NVV die Zuverlässigkeit des Fahrplans weiter gewährleisten und kann keine weiteren Haltestellen auf der Strecke anfahren, da sonst auch Anschlüsse an anderen Knotenpunkten nicht mehr funktionieren – auch das zum Nachteil der anderen Fahrgäste.“

Auf den Vorhalt, dass nach Erfahrungen von Schülern der Fahrplan ohnehin täglich um etwa fünf Minuten überzogen werde, weil die Busse wegen starken Verkehrs auf der B 253 an den Abzweigen Röddenau und Haine lange warten müssten, antwortete Sabine Herms: „Gerade am Schulanfang kommt es zu den Hauptzeiten, in denen Schüler unterwegs sind, zu Verspätungen. Das hat sich in der Regel nach zwei bis drei Wochen eingespielt. Die Verkehrssituation wird bei der Planung des Fahrplanes berücksichtigt.“

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