„Das wird ein Kraftakt“

Camp der Sportjugend am Edersee öffnet nach langer Pause wieder

Mit dem Beginn der Sommerferien startet auch der Betrieb im Camp der Sportjugend bei Harbshausen am Edersee wieder.
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Mit dem Beginn der Sommerferien startet auch der Betrieb im Camp der Sportjugend bei Harbshausen am Edersee wieder.

Mit dem Start der Sommerferien am 6. Juli beginnt auch die Saison im Camp der Sportjugend Hessen in Vöhl-Harbshausen am Edersee. 15 Monate lang waren die Türen für Besucher geschlossen – zunächst wegen Sanierungsarbeiten, dann wegen Corona.

Nun können wieder Übernachtungsgäste kommen, allerdings gibt es Einschränkungen.

In den vergangenen Wochen sei ein „umfangreiches Hygienekonzept“ erarbeitet worden, erläutert Camp-Leiter Holger Gertel. Außerdem habe es Umbauten an der Rezeption und im Verpflegungsbereich gegeben. Besonders lobt Gertel dafür sein Team, „das aus den vorhandenen Materialien – ganz im Sinne von Upcycling – die notwendigen Maßnahmen umgesetzt hat“. Das sei auch aus wirtschaftlicher Sicht ein ganz wichtiger Aspekt, denn: „Die Wiedereröffnung rechnet sich finanziell nicht.“ Der Aufwand in der Reinigung und in der Küche sei enorm.

„Wir haben von Buffet auf Essensausgabe umgestellt und arbeiten in zwei komplett getrennten Teams im Sieben-Tage-Rhythmus, um im Fall einer Infektion weiterhin geöffnet bleiben zu können.“ Buchungen seien daher auch nur innerhalb dieses Zeitraums von Montag bis Sonntag möglich.

Das Verpflegungsangebot musste ebenfalls umstrukturiert werden: Statt Frühstück, Mittag- und Abendessen gibt es aktuell Frühstück mit Lunchpaket und ein warmes Abendessen, um das Personal zeitlich zu entlasten und die notwendigen Reinigungsarbeiten durchführen zu können. Für die Gäste habe das aber den Vorteil, dass sie den Tag komplett für Aktivitäten nutzen können.

Obwohl es bereits Lockerungen gegeben habe, werde das Camp „weiter bei unserer vorsichtigen Linie bleiben“, sagt Holger Gertel. Vorerst dürfen maximal 55 Personen einchecken. 122 könnten es im regulären Betrieb sein. Allerdings: In Einzelfällen, zum Beispiel bei Jugendwohngruppen, die einen eigenen Hausstand bilden, könne die Zahl auf 60 Personen steigen.

Derzeit gibt es besonders in den ersten drei Ferienwochen noch Kapazitäten. „Unsere Zielgruppe für diese Zeit sind insbesondere Familien mit Kindern, also feste Hausstände. Dies erleichtert die Abwicklung in der Anfangsphase der Öffnung und gibt uns Zeit, die neuen Abläufe zu trainieren und zu optimieren.“

Da die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen besonders hoch ist, wurden im Außenbereich des Camps die Sitzplatzkapazitäten deutlich erhöht. Es müsse sich zeigen, ob etwa das Rückgabesystem des benutzten Geschirrs so funktioniert wie geplant, sagt der Leiter der Jugendbildungsstätte am Edersee.

„Auf jeden Fall wird die Wiedereröffnung personell und finanziell ein Kraftakt.“ Dennoch sieht er es als notwendig an, Kindern und Jugendlichen einen Bewegungsort in der Natur zu bieten, die besonders unter der sozialen Distanzierung leiden würden. Der Sportjugend sei es auch wichtig, „dem durch den Lockdown noch verstärkten Bewegungsmangel bei jungen Menschen – Schulsport etwa findet ja weiterhin kaum statt – durch die Öffnung zumindest symbolisch etwas entgegenzusetzen und wieder Bewegungsräume anzubieten.“

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