Konzert in Frankenberger Kulturhalle

"Da capo" passt in keine Schublade

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Die Sänger von „da capo“ zeigten viel Freude beim Singen, die sich sogleich auf das Publikum übertrug.Fotos: Markus Wagner

Frankenberg - Unter dem Motto "Happy together" trat "da capo" erstmals mit Mikrofonen verstärkt und von einer Band begleitet auf. Mit einer Mischung aus Konzert, Revue und Show begeisterten die sieben Sänger über 400 Zuschauer.

Mit einem ungewöhnlichen Konzertabend hat am Samstag das Ensemble „da capo“ in der Kulturhalle auf sich aufmerksam gemacht. „Wir wollen uns bewusst nicht in eine Schublade stecken lassen“, sagt Johanna Tripp, die Leiterin des Ensembles. „Letztes Jahr haben wir Schütz´ „Johannespassion“ gesungen, letzte Woche waren wir in der Kirche in Ellershausen zu hören. Heute Abend sind wir einfach nur ‚happy together‘.“

In der Tat ist es schwer, die Veranstaltung irgendwo einzusortieren. Das Programm hat mehrere thematische Blöcke. So beginnt es mit einem Medley aus der „Flower Power“-Bewegung, es folgen Filmmusiken, Beatles-Songs und im zweiten Teil Love-Songs und schließlich mehrere Lieder der Gruppe „Queen“. Alles stets mit passender Beleuchtung und mit wenigen Requisiten im Stehen auf der Bühne gesungen.

Die Liebe des Ensembles aber gehört dem Schlager, genauer, dem deutschen Schlager der Aufbauzeit der 1950/60er Jahre. Hier sind die Arrangements musikalische zwar einfach gehalten, der Wiedererkennungswert beim Publikum allerdings ist umso höher. Schließlich singt und klatscht das zahlreich erschienene Publikum begeistert bei Evergreens wie „Pigalle“ oder „Marmor, Stein und Eisen bricht“ mit. Und auch die erfrischend kurzen Moderationen heizen weiter ein: Kaum jemand wusste schließlich, dass der Schlager „Marina“ von „Rocco Granate“ gesungen wurde,

Die Sänger des „Konzertes“ (war es das?) waren jedenfalls so vielfältig wie das Programm. Die berufliche Palette erstreckte sich von der Lehramtsstudentin, einem Wirtschaftsprüfer, einem Referendar bis hin zum „Rentier“. Alle bestachen durch gute stimmliche Disposition, guten Gesamtklang und guter Intonation. Sie hatten sehr viel Freude beim Singen, die sich sogleich auf das Publikum übertrug. Eine bessere Qualität der Mikrofone hätte dem Konzert sicherlich gut getan.

Begleitet wurden sie erstmals von einer Band bestehend aus Kai Schöneweiß (Klavier), Tarik Garthe (Gitarre), Antje Grimm (Bass) und Lennart Gabriel (Schlagzeug). Diese Kombination war sehr passend für das Programm. Dieses zündete beim Publikum durch seine Einmaligkeit, so das man sich fragt, was hierauf wohl folgt. Es bleibt zu wünschen, dass „da capo“ seine musikalische Vielfältigkeit nicht aufgibt und sein Publikum weiterhin durch innovative Programme überrascht. Am Samstagabend durften die sieben Sänger jedenfalls die Bühne erst nach drei Zugaben verlassen und so mancher Zuhörer hätte sich sicherlich noch mehr gewünscht.

Von Markus Wagener

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