Frankenberg

"Cavern Beatles" erinnern an die "Fab Four"

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- Frankenberg (mba). Die „Cavern Beatles“ aus Liverpool begeisterten am Samstag das Publikum in der Ederberglandhalle mit ihrer Tribute-Show. Die Frankenberger Beatles-Fans hörten dabei Lieder, die bei einem Konzert der echten „Fab Four“ nie zu hören gewesen sind.

Es bleibt ein ewiges Geheimnis der Musikgeschichte, wie einige der großartigsten Stücke der „Beatles“ wohl live geklungen hätten – Songs wie „Strawberry Fields Forever“, „Lucy in the sky with diamonds“, „Let it be“ oder „Hey Jude“. Denn die „Fab Four“ hatten im Sommer 1966 beschlossen, nicht mehr auf Tournee zu gehen. Einer der Gründe war, dass durch den enormen Lärmpegel während ihrer Auftritte die Musik kaum noch zu hören war. Die Zuschauer beim Konzert der Liverpooler Tribute-Band „Cavern Beatles“ in der Ederberglandhalle wurden somit Zeugen einer Offenbarung: „Strawberry Fields“, „Lucy in the sky“, „Let it be“ und „Hey Jude“ sind live gespielt noch eine Spur großartiger als auf Platte – wie die anderen Beatles-Stücke übrigens auch. Zwar brachte auch das Frankenberger Publikum seine Begeisterung lautstark zum Ausdruck. Doch die wunderbare Musik, die die „Cavern Beatles“ mit einer verblüffenden Perfektion vortragen, war jederzeit zu hören. Für alle „zu spät Geborenen“ brachten die vier Musiker die einzigartige Aura der Pilzköpfe zurück auf die Bühne, nahmen sie mit auf eine musikalische Zeitreise in die „Roaring Sixties“ und ließen die vielleicht bedeutendsten acht Jahre in der Geschichte der Popmusik Revue passieren. Das Repertoire der Band war eine einzige Hitparade: Mit dabei fast alle Nummer-Eins-Singles von „I wanna hold your hand“, „She loves you“, „A hard days night“, „I feel fine“, „Eight days a week“, „Help“, „We can work it out“ bis „Paperback Writer“. Das Konzert war zweigeteilt in eine „rote“ und eine „blaue Hälfte“, entsprechend der beiden bekannten Best-Of-Alben. Während der erste Durchgang von den gradlinigen Yeah-Yeah-Yeah-Rock‘n‘Roll-Nummern geprägt war, die in musikempfindlichen Füßen einen nicht zu unterdrückenden Wipp-Reflex auslösen, wurde es nach der Pause psychedelisch: John sang von Mandarinenbäumen und Marmeladenhimmeln, von Cellophanblumen und vom Mädchen mit Kaleidoskopaugen. Dazu der hypnotische Glockenklang der Lowry-Orgel: „Lucy in the sky with diamonds“. Die großartigen „Cavern Beatles“ brachten auf die Konzertbühne, was John, Paul, George und Ringo aus Frust über kreischende Fans nur noch im Studio erklingen ließen: „The ballad of John and Yoko“, „Lady Madonna“, „Back in the USSR“ oder das wilde „Revolution“. Die späten Beatles-Songs entfalteten live gespielt ihre ganzen Zauber, besonders das nachdenklich-selbstverlorene „Across the universe“, das John solo an der Akkustikgitarre vortrug. Bei „Yellow Submarine“, dem Kinderlied, das Paul einst eigens für den etwas stimmschwachen Schlagzeuger Ringo geschrieben hatte, stimmte das ganze Publikum mit ein. Es war eine von drei Zugaben, die die Zuschauer stehend eingefordert hatten. Der Abend endete mit einem langanhaltenden „Nah nah nah nah nah nah nah, hey Jude.“Die Band zeigte – zumindest bis zu einem völlig missglückten Kostümwechsel in der zweiten Hälfte – auch optisch eine verblüffende Ähnlichkeit zu ihren Vorbilder: Adrett gekleidet mit Anzug und Krawatte standen sie einer schüchternen Schülerband gleich hinter ihren Mikrofonen. Nur ab und zu schlackerte Paul, der wie sein Vorbild McCartney Linkshänder ist, mit den Beinen. Das Publikum saß ebenso artig auf seinen Stühlen und klatschte im Takt. Wenngleich der Kleiderwechsel die optische Illusion zerstörte, waren die vier Beatles-Interpreten akustisch über jeden Zweifel erhaben.

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