Minister informierten sich in Burgwald-Ernsthausen

Elektromobilität-Projekt bietet Chance für ländlichen Raum

Im Gespräch: Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (links) und Umweltministerin Priska Hinz mit Bürgermeister Lothar Koch am Elektrofahrzeug der Gemeinde Burgwald. Im Hintergrund oben Teile der Photovoltaikanlage der Kindertagesstätte in Ernsthausen. Mit ihr hatte das Elektroauto-Projekt seinen Anfang.
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Im Gespräch: Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (links) und Umweltministerin Priska Hinz mit Bürgermeister Lothar Koch am Elektrofahrzeug der Gemeinde Burgwald. Im Hintergrund oben Teile der Photovoltaikanlage der Kindertagesstätte in Ernsthausen. Mit ihr hatte das Elektroauto-Projekt seinen Anfang.

„Vorbildfunktion“ – Beeindruckend“ – „Tolle Idee“: Lobende Worte der beiden hessischen Minister Priska Hinz (Umwelt) und Tarek Al-Wazir (Wirtschaft und Verkehr) in Ernsthausen. Die beiden Grünen-Politiker informierten sich über das Projekt „Ländlich e-mobil – interkommunale Erprobung der Elektromobilität in Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf“.

Ernsthausen – Mit dem vom Land Hessen geförderten Projekt sind nicht nur Elektroautos angeschafft worden, auch Ladestationen gehören zu dem Paket. Ziel ist zu zeigen, wie alltagstauglich und zukunftsfähig E-Mobilität auch auf dem Land ist.

Umweltministerin Priska Hinz betonte gerade für den ländlichen Raum die Notwendigkeit, moderne Mobilität voranzubringen: „Daher hoffe ich, dass die 20 beteiligten Kommunen auch Vorbild für andere Landkreise sind.“

Ihr Kollege Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir stieß ins selbe Horn. Vorreiter der Verkehrswende werde man nicht nur in den Ballungsräumen, sondern auch im ländlichen Raum. Gerade dort bestehe eine große Chance: „Die meisten Leute auf dem Land verfügen über einen eigenen Stellplatz für eine eigene Ladestation.“

Tarek Al-Wazir machte aber keinen Hehl aus der Tatsache, dass „die Veränderung der Mobilität eine Herkulesaufgabe ist. Menschen sind von jeher daran gewöhnt, dass ihre Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen betankt werden. Daher ist auch die Umgewöhnung für viele schwer“. Der Wirtschafts- und Verkehrsminister zeigte sich „dankbar, dass die beteiligten Städte und Gemeinden aus den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf Vorbilder sind. Sie dokumentieren im Alltagsbetrieb den Bürgern, dass E-Mobilität funktioniert“.

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch freute sich über das Lob der beiden Landespolitiker besonders. Denn er ist der Projekt-Initiator. So war es denn auch kein Wunder, dass der Informationsbesuch rund um die neue Kindertagesstätte in Ernsthausen stattfand. Denn mit ihr hatte das Projekt seinen Anfang (siehe auch Hintergrund am Ende des Berichts). Der Verwaltungschef dankte beim Info-Termin Klimaschutzmanager Rainer Zollner für dessen Einsatz bei diesem Projekt.

An der Zusammenkunft nahmen neben den Ministern sowie Koch und Zollner auch rund 40 Frauen und Männer teil: unter anderem Burgwalder Mandatsträger, Bürgermeister der beteiligten Kommunen, Landtagsabgeordnete, die Landratskandidaten Dr. Reinhard Kubat und Jürgen van der Horst sowie Vertreter der Leader-Region Burgwald-Ederbergland und vom Zweckverband Evangelische Kindertagesstätten im Kirchenkreis Eder.

Insgesamt 27 Elektrofahrzeuge

„Ländlich e-mobil“ ist der Titel eines Gemeinschaftsprojekts von 20 Städten und Gemeinden aus den beiden Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf.

Auf Initiative von Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch haben sie alle ein oder mehrere Elektrofahrzeuge für ihre Bauhöfe oder Verwaltungen angeschafft. Insgesamt 27 Elektrofahrzeuge sind gekauft, die meisten der geplanten 22 Ladestationen sind inzwischen in Betrieb. Gesamtwert: 777 400 Euro.

Das Land Hessen unterstützt das umweltfreundliche Gemeinschaftsprojekt finanziell. Es gibt einen 40-prozentigen Zuschuss in einer Gesamthöhe von 310 900 Euro. Projekte für einzelne Fahrzeuge wären wegen des geringen Volumens nicht in den Genuss der Förderung gekommen, hieß es.

Diese Kommunen machen mit

Aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg haben folgende Kommunen inzwischen ein oder mehrere Elektrofahrzeuge gekauft: Allendorf/Eder, Bromskirchen, Burgwald, Edertal, Gemünden, Battenberg, Frankenberg, Volkmarsen, Bad Arolsen, Vöhl, Waldeck, Korbach und Rosenthal. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf machen mit: Dautphetal, Wetter, Amöneburg, Rauschenberg, Weimar, Fronhausen, Lohra.

Photovoltaikanlage der Kita Ernsthausen ist der Ursprung des Gemeinschaftsprojekts

Ursprung des Projekts „Ländlich e-mobil“ war ein lokales Vorhaben innerhalb der Gemeinde Burgwald. Es war Bürgermeister Lothar Kochs Idee, künftig den Strom von der Photovoltaikanlage der neuen Kindertagesstätte in Ernsthausen für ein Elektrofahrzeug nutzen zu wollen. Es sollte dem Hausmeister verschiedener Einrichtungen in dem Ortsteil zur Verfügung gestellt werden.

Kochs Gedanke: „Der Strom ist vorhanden.“ Die Gemeinde könne als Vorbild in Sachen Klimaschutz vorangehen. Die Kinder der Kindertagesstätte könnten an ihrer Einrichtung erleben, wie das Auto geladen wird und so in Sachen Klimaschutz und regenerative Energie sensibilisiert werden, war Kochs Vorstellung.

Schließlich nahm der Burgwalder Bürgermeister Kontakt mit Amtskollegen auf. Die Idee eines Gemeinschaftsprojekts wurde geboren. Immer mehr Bürgermeister sagten zu. „Ländlich e-mobil“ wurde in die Tat umgesetzt. Inzwischen sind alle der 27 bestellten Elektroautos an die beteiligten Städte und Gemeinden ausgeliefert worden.

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