Chance für neue Impulse

Bürger informierten sich über Frankenbergs Landesgartenschau-Bewerbung

Kultur trifft Natur – unter diesem Motto fand am Sonntag eine Informationsveranstaltung der Stadt Frankenberg zur anstehenden Bewerbung für die Landesgartenschau 2027 statt. Eingebettet wurden die Infos durch Stände heimischer Vereine und Institutionen – der Verein Wildpark verkaufte nicht nur gebratene Wildschweinwürstchen, sondern stellte auch verschiedene Geweihe aus. Im Bild: (von links) Günter Tönges, Martin Hecker vom Wildpark und Wilfried Sagel.
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Kultur trifft Natur – unter diesem Motto fand am Sonntag eine Informationsveranstaltung der Stadt Frankenberg zur anstehenden Bewerbung für die Landesgartenschau 2027 statt. Eingebettet wurden die Infos durch Stände heimischer Vereine und Institutionen – der Verein Wildpark verkaufte nicht nur gebratene Wildschweinwürstchen, sondern stellte auch verschiedene Geweihe aus. Im Bild: (von links) Günter Tönges, Martin Hecker vom Wildpark und Wilfried Sagel.

„Kultur trifft Natur“ – unter diesem Motto hat die Stadt Frankenberg ihre Bürger am Sonntag auf dem Burgberg mit auf den Weg zu einer Bewerbung für die Landesgartenschau 2027 genommen.

Frankenberg – „Für mich ist Garten etwas ganz Besonderes, die Natur darf nicht eingeengt werden“, sagte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß in dem einleitenden Gottesdienst mit Pfarrer Reinhold Schott.

„Garten ist für mich Leben – ein Ort, an dem sich Kultur und Natur treffen und das Leben feiern“, sagte Sophie Bittner, die bei der Stadtverwaltung zum Bewerbungsteam für die Landesgartenschau 2027 gehört.

„Eine Landesgartenschau in Hessen zieht bis zu 500 000 Menschen an, an Fläche dafür werden zehn bis 40 Hektar benötigt“, informierte Landschaftsarchitekt Christian Rast (Köln) die Besucher der Veranstaltung.

„Eine Landesgartenschau kann eine Stadt dauerhaft verbessern und verschönern und ihr neue Impulse bringen. Eine Landesgartenschau hat eine unglaubliche Zugwirkung“, machte Rast deutlich.

Die Kosten dafür bezifferte er mit durchschnittlich fünf bis neun Millionen Euro für die Durchführung und mit etwa sieben bis 19 Millionen Euro für dauerhafte Investitionen.

„Die Landesgartenschau ist eine große Chance, mit hohen Landesmitteln Projekte zu verwirklichen“, sagte der Gartenschau-Experte. Durch eine Landesgartenschau könne eine Kommune nicht nur schöne Parks und Grünflächen bekommen, sondern auch Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr und in der Radwegeplanung. „Auch Schandflecke können verschwinden“, meinte Rast – in Frankenberg beispielsweise der Anbau an das Kloster.

Bei der anstehenden Bewerbung müsse allerdings auch „der Finger in die Wunde gelegt werden“, meinte Rast: „Wir haben hier auch noch Entwicklungsflächen.“ Als Beispiel für Verbesserungen nannte er die Teichanlage.

Interessante Einblicke in die Stadt Frankenberg gab Landschaftsarchitekt Claas Scheele – und zwar sowohl in schöne Bereiche der Stadt als auch in Bedarfe, „um die Stadt weiterzuentwickeln“. Viele Anregungen für Verbesserungen aus der Bevölkerung habe es schon bei einer „Ideenrallye“ Ende Mai gegeben. „Wir haben versucht, diese Ideen umzusetzen“, sagte Scheele, beispielsweise das „Kloster zu öffnen“ und die Historie zu stärken.

„Diesen Schandfleck brauchen wir nicht mehr“, sagte Bürgermeister Heß in diesem Zusammenhang über den Kloster-Anbau aus den 1960er-Jahren. Auch der Burgberg – so Scheele – müsse mehr genutzt werden.

Unterhalten wurden die Besucher auf dem Burgberg mit musikalischen Darbietungen von Sarah Scholze (Gesang) und Larissa Urich (Klavier), zudem mit Ausschnitten aus den historischen Stadtführungen der Komödie Frankenberg. Der Gottesdienst wurde vom Frankenberger Posaunenchor unter Leitung von Beate Kötter musikalisch gestaltet.  mjx

Bewerbung spätestens bis zum 15. Dezember 

Frankenberg will die Landesgartenschau 2027 ausrichten. Bei der Veranstaltung „Kultur trifft Natur“ am Sonntag auf dem Burgberg machten die beiden für die Stadt Frankenberg tätigen Landschaftsarchitekten Clas Scheele und Christian Rast (Köln) insbesondere auf die nächsten Schritte für das Großprojekt aufmerksam: Noch im kommenden Oktober sollen die notwendigen Entscheidungen der städtischen Gremien getroffen werden, spätestens bis zum 15. Dezember muss die Bewerbung der Stadt Frankenberg beim Land Hessen vorliegen. Schon im ersten Quartal 2021 wird es dann einen Besuch einer Landeskommission in Frankenberg geben. „Bis zur Entscheidung muss sich die Stadt dann aber noch gedulden. Die wird wohl erst im vierten Quartal 2021 fallen“, informierten die Planer. mjx

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