Feuerwehr Allendorf-Hardtberg wirbt für Organspende – Ärzte loben die Aktion

Chance auf neues Leben

Werben für Organspenden: (hinten von links) die Allendorfer Feuerwehrleute Harald Schäfer, Dennis Dersch, Hartmut Schäfer, Manuel Seitz und Mario Seitz (liegend) mit den Frankenauer Ärzten Michael Dickeler und Dr. Mark Uffelmann (sitzend). Foto: nh

Allendorf/Hardtberg. Unter dem Motto „Helfen ist ehrenwert – geholfen bekommen aber leider nicht selbstverständlich!“ steht ein mehrteiliges Aktionsprogramm der Freiwilligen Feuerwehr Allendorf/Hardtberg. Vorbereitet wurde die Aktion durch die Einbeziehung älterer Feuerwehrkameraden bei Übungen und deren Aktivierung im Einsatzfall. Eine spezielle Übung für Frauen, ein Erste-Hilfe-Kurs sowie verschiedene Informationsveranstaltungen sind in Planung und bereits terminiert.

Diskussion auf Bundesebene

Ein weiterer Baustein dieser Reihe besteht darin, Feuerwehrleute für Organspenden zu sensibilisieren. „Unabhängig von der derzeitigen Debatte möchten wir Aufmerksamkeit erwecken und die Bürger informieren“, sagte Vorstandsmitglied Dennis Dersch. Auf Bundesebene wird über eine Entscheidungslösung diskutiert, bei der die Bürger mindestens einmal nach ihrer Bereitschaft zur Organspende gefragt werden sollen, beispielsweise bei Ausstellung des Führerscheins oder der Krankenversicherungskarte.

Die Widerspruchslösung, nach welcher ein Bürger solange automatisch Spender ist, bis er einer Spende widerspricht, wurde bereits verworfen. „Um so wichtiger ist es, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, sagte Dersch.

Nach dem Transplantationsgesetz, das seit 1997 gilt, müssen einige Kriterien für eine Organspende erfüllt sein:

• zwei erfahrene Ärzte müssen den Tod des Spenders festgestellt haben

• der Spender bzw. seine Organe müssen für eine Transplantation in Frage kommen

• der Spender oder dessen Angehörige müssen einer Spende zugestimmt haben.

Unterstützung finden die Allendorfer Brandschützer bei den Frankenauer Medizinern Dr. Mark Uffelmann und Michael Dickeler. „Wir haben nur sehr wenige konkrete Nachfragen unserer Patienten“, berichtete Dickeler. Nur eine handvoll Patienten habe sich bislang nach Organ- oder Knochenmarkspenden erkundigt. „Toll, dass ihr euch hier engagiert“, lobt Dickeler die Feuerwehrleute.

Die Entscheidung zur Frage einer Organspende sollte jeder zu Lebzeiten möglichst schriftlich dokumentieren. Der Organspende-Ausweis im Format einer Bankkarte dient zur Erklärung des eigenen Willens im Todesfall. Mit einem Ausweis schafft man Klarheit und erspart den Angehörigen unter Umständen eine große Belastung, weil sie die persönliche Entscheidung kennen und akzeptieren können.

Hauptsächlich bei Hirntod

Mit einem Vorurteil räumt Dr. Uffelmann auf: „Ist der Tod beispielsweise bei einem Unfall bereits eingetreten, kommt eine Organspende nicht mehr in Frage. Es geht hauptsächlich um den Fall des Hirntods, bei den ein Patient in der Regel im Krankenhaus künstlich am Leben erhalten wird“, sagte Dr. Uffelmann. (nh/off)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare