Konzert zum zehnjährigen Bestehen in voll besetzter Ederberglandhalle

Chor "Da Capo" feiert im großen Stil

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Frankenberg - Volles Haus zum Geburtstag: Die Mitglieder von Da Capo haben den zehnten Geburtstag ihres Gesangsensembles mit einem Konzert gebührend gefeiert – viel mehr wurden sie vom Publikum gefeiert.

So voll war die Ederberglandhalle in diesem Jahr nicht einmal beim Gastspiel von Komiker Bodo Bach gewesen, allerdings hatten Da Capo bei ihrem Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen auch ein Heimspiel. Schließlich war der kleine Chor mit den hohen Ansprüchen anno 2004 aus dem Leistungskurs Musik der Edertalschule hervorgegangen und hatte sich seitdem mit zahlreichen Auftritten eine breite Fan-Basis erarbeitet.

Im Verlauf von mehr als zwei Stunden Gesang vom Feinsten interpretierte das auf Pop- und Schlagerklassiker aus den Fünfzigern, Sechzigern und Siebzigern spezialisierte Oktett einen Querschnitt durch das eigene Repertoire. Passende Kostüme, Projektionen der Original-Singles oder von bezeichnenden Momenten sorgten für zusätzliche Stimmungswerte. Zum Auftakt gab es schwingende Federboas und „Pigalle“, Bill Ramseys Hommage an die „große Mausefalle mitten in Paris“.

Rote Krawatten zum schwarzen Hemd waren der Modetrend bei „Schuld war nur der Bossa Nova“ und „Marina“. Bei dem mit ironischem Charme aufgepeppten Rocco-Granata-Klassiker hinterließ Marc-Oliver Stahl gleich als Solist und Komiker einen starken Eindruck.

Ernsthafter ging es im Filmblock mit starken Solo-Momenten für drei Frauenstimmen zu. Christina Hilbers eröffnete den Soundtrack-Reigen mit Ennio Morricones „Fantasy“ aus „The Mission“. Ein Schwerpunkt lag auf dem schwedischen Spielfilm „Wie im Himmel“. Besonders beeindruckend geriet dabei das hymnische „Gabriella’s Song“ mit Johanna Tripp als Solistin.

Charme und Penetranz

Mit Komik im Kostüm und Arrangement setzten die acht Sängerinnen und Sänger einen wirkungsvollen Kontrast. Denn die drei Herren kredenzten ihren Anteil an „Aber bitte mit Sahne“ mit Schürzchen und Servierhäubchen, während es Kai Schöneweiß an den Tasten beim wilden Boogie ganz schön rocken ließ. Als besonders penetrant auf weitere Bestellungen drängende Servierkraft setzte Emanuel Kunitz vor dem Abräumen in Sachen Heiterkeit noch einen drauf. Als Duettpartner von Johanna Tripp zeigte er sich bei „Can’t help falling in love“ gleich darauf von seiner charmanten Seite.

Im Block mit neueren Kompositionen im Stil der Fünfziger und Sechziger übernahm Benedikt Kantert erst einmal die Rolle des Begleiters zu Billy Joels „For the longest time“ mit Johanna Tripp in der vokalen Führungsrolle. Das anschließend angestimmte „Sailing“ erwies sich als Gipfel des Ensemblegesangs.

Im spanischen Kostüm und mit der „Schönen Isabella von Kastilien“ begann das erste Set mit Liedern von den Comedian Harmonists. Strophe für Strophe legte sich Bassist Marius Schmidt mehr ins Zeug, um seine Angebetete zur Rückreise ins Land der Toreros zu bewegen. Bei der Ankündigung der letzten Nummer vor der Pause freute sich Kunitz darüber, dass ihm dieses Mal der Muskelkater erspart bleiben würde. Denn anstrengend war die stets massiv verletzungsgefährlich wirkende Pantomime „Working Places“, an deren Ende sieben Sänger simultan einem Beruf mit weit ausholenden Bewegungen nachgingen, allemal. Die haarsträubend erheiternde Akrobatik brachte denn auch den Saal zum Kochen.

Die Favoriten der zweiten Hälfte waren „The lions sleeps tonight“, der zweite Comedian-Harmonists-Block mit „Wochenend und Sonnenschein“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn.“ Mit „Rama Lama Ding Dong“ eröffnete ein bis dahin vermisster Favorit aus dem Repertoire von Da Capo den Zugabenreigen. (ahi)

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