"Cold Water Challenge": Ministerium kritisiert Spaß-Videos der Feuerwehren

Waldeck-Frankenberg. Das Hessische Innenministerium, der Landesfeuerwehrverband und die Unfallkasse Hessen warnen Freiwillige Feuerwehren vor der Teilnahme an der Internet-Aktion Cold-Water-Challenge. Dieser Meinung hat sich auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick angeschlossen.

Bei dem Trend, dem auch in Waldeck-Frankenberg etliche Wehren folgen, filmen die Feuerwehrleute etwa, wie sie sich gegenseitig nass spritzen oder in Uniform ins Schwimmbad springen. Wer die Aufgabe besteht, nominiert drei weitere Wehren, die 24 Stunden Zeit haben, ein ähnliches Video ins Internet zu stellen, ansonsten müssen sie der ersten Wehr eine Grillparty spendieren.

Die Aktionen könnten sehr gefährlich sein – etwa ein Sprung in eiskaltes Wasser, schreiben Ministerium, Feuerwehrverband und Unfallkasse in ihrer Erklärung, die per E-Mail an viele Feuerwehr-Verantwortliche im Landkreis geschickt wurde. Haftungsregelungen und der gesetzliche Unfallversicherungsschutz seien zu beachten.

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Und weiter heißt es: „Öffentliche Feuerwehren sind gemeindliche Einrichtungen und deren gesamte Ausstattung ist Gemeindeeigentum. Bitte beachten Sie, dass deren Benutzung für private Zwecke oder auch Veröffentlichungen im Namen einer Gemeindefeuerwehr nur mit Zustimmung des Gemeindevorstandes zulässig sind.“

Das Schreiben schließt mit der Warnung: „Wir raten dringend von Aktionen ab, bei denen eine Gefährdung von Personen in Kauf genommen, Ausstattung der Feuerwehren zweckentfremdet oder das Ansehen der Feuerwehren geschädigt wird.“ In Gemünden haben alle Stadtteilwehren schon ein Video für „Cold Water“ gedreht.

„Die waren alle gut“, sagt Stadtbrandinspektor André Boucsein. Er findet, dass dieser Spaß die Kameradschaft intern und zu den Nachbarn fördere. „Spaß gehört dazu. Wir sind schließlich alle Freiwillige “, verteidigt er den Internet-Trend. Kritik habe er noch nicht gehört.

Er habe den Kameraden aber nahegelegt, nichts Waghalsiges zu veranstalten, sondern an Versicherungsschutz und Sicherheit zu denken. „Und die Beiträge wurden alle mit alten Anzügen gedreht, um unsere Einsatzkleidung nicht zu beschädigen. Wir müssen ja jederzeit einsatzfähig sein.“

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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