Hollingsworth & Vose produziert Vliese

Filter für Atemschutzmasken werden in Hatzfeld hergestellt

28.02.2020, Bayern, Nürnberg: Atemschutzmasken (partikelfiltrierende Halbmaske) der Schutzklasse FFP2 (r, Filtering Face Piece) und FFP3. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt als wirksamen Schutz vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus für das medizinische Personal mindestens eine FFP2-Maske. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Symbolbild: Bei H&V in Hatzfeld werden Filter hergestellt, die in Atemschutzmasken wie einer solchen verwendet werden.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus werden weltweit Gesichts- und Atemschutzmasken nachgefragt. Filter, die in solchen Masken und anderen Atemschutzprodukten verwendet werden, werden unter anderem bei der Firma Hollingsworth & Vose in Hatzfeld hergestellt.

„Ein Teil unserer Kernprodukte sind – seit der Errichtung zweier Meltblown-Anlagen in den Jahren 2004 und 2010 – sogenannte Nonwovens. Das sind nicht gewebte Filtervliese bestehend aus feinen, synthetischen Fasern. Dieses Material findet Anwendung in Gesichts- und Atemschutzmasken verschiedener Art sowie in vielen weiteren Anwendungen der Luftfiltration wie in der Gebäudeklimatisierung und in Reinräumen“, teilte H&V auf Nachfrage mit.

„Namhafte Hersteller von Atemschutzprodukten gehören seit vielen Jahren zu unseren Partnern und wir sind in der aktuellen Situation besonders glücklich, dass wir in diesem Bereich auf Erfahrung und Expertise zurückgreifen können, um nun routiniert agieren zu können.“

Hollingsworth & Vose liefere derzeit pro Monat weltweit Filtermedien für folgende Anwendungen:

  • 40 Millionen N95-Gesichtsmasken,
  • 40 Millionen Filterelemente für medizinische Atemgeräte einschließlich Beatmungsgeräten,
  • 1 Million chirurgische Hauben,
  • 20 000 HEPA-Filter, die in Krankenhäusern und pharmazeutischen Laboren eingesetzt werden.

Die Produktion in Hatzfeld sowie an anderen Standorten laufe auf Hochtouren. „Wir geben unser Bestes, die weiterverarbeitende Industrie, die unser Material für die dringend benötigten Produkte verwendet, zügig und zuverlässig zu beliefern“, heißt es in der Pressemitteilung. „Dazu schöpfen wir die Kapazität unserer Anlagen voll aus. Unsere Mitarbeiter, denen diese Situation viel Flexibilität abverlangt, leisten einen großartigen Beitrag in der aktuellen Situation.“ 

Produktion neu organisiert

Auch Hollingsworth & Vose selbst sei von der Corona-Krise ebenso betroffen wie andere Unternehmen, teilt die Firma mit. „Bislang haben wir keine Erkrankungsfälle in unserer knapp 400 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft. Der Arbeitsalltag verlangt uns allen jedoch nicht nur organisatorisch viel ab“, heißt es in der Pressemitteilung aus Hatzfeld. 

„Durch unsere enge Zusammenarbeit mit den übrigen H&V-Werken sind wir es zwar gewohnt, dezentral zu arbeiten und gut vernetzt zu sein, die aktuellen Ausmaße sind allerdings auch für uns gewöhnungsbedürftig. Wir haben weite Teile unserer kaufmännischen Verwaltung und anderer Büroarbeitsplätze auf Home-Office umgestellt und die Bereiche durch wechselseitiges Arbeiten sehr ausgedünnt, um unserer Fürsorgepflicht nachzukommen und die Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Und um die Chance, das Virus ins Werk zu bringen, weiter zu minimieren.“ 

Weitere Maßnahmen seien Reinigung, Desinfektion und eine begrenzte Ration von Atemmasken für die Betriebstätigkeit und die private Verwendung. „Wir haben mögliche Quellen und Kontaktstellen im Betrieb identifiziert und so zum Beispiel den Warenannahme- und Versandverkehr umorganisiert.“

Über die Firma

Hollingsworth & Vose ist ein amerikanisches Familienunternehmen mit weltweit 13 Produktionsstandorten, davon drei in Europa. Kunden sind Filterhersteller der Automobilindustrie, der Lüftungs- und Klimatechnik und anderer Industriebereiche. Ein weiterer Anwendungsbereich der Produkte sind Separatoren für Batterien, die etwa zur Sicherstellung von unterbrechungsfreier Stromversorgung eingesetzt werden.

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