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Corona in Waldeck-Frankenberg: Das sagt der Landkreis zu den hohen Zahlen

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Von: Jörg Paulus

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Gesundheitsamt
Symbolbild Gesundheitsamt © Philipp Schulze/dpa/Symbolbild

Die Corona-Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg erreichen derzeit täglich neue Höchstwerte. Was sagt die Kreisspitze dazu? Wir haben nachgefragt.

Waldeck-Frankenberg – Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg sind seit der vergangenen Woche stark gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Montag (24.01.2022) mit 852 so hoch wie noch nie, die 2069 akuten Fälle sind ebenfalls ein neuer Höchstwert. Wir haben die Kreisverwaltung um eine Einschätzung der aktuellen Lage gebeten. Hier die Antworten.

Welche Gründe gibt es für die seit Tagen auf neue Höchstwerte steigenden Infektionszahlen im Landkreis?

Bundesweit werden aufgrund der hochansteckenden Virusvariante Omikron Höchstwerte bei den Corona-Infektionszahlen vermeldet. Dieser Trend zeigt sich auch in Waldeck-Frankenberg.

Gibt es Hotspots im Landkreis, also bestimmte Orte oder Einrichtungen?

Das Infektionsgeschehen verteilt sich diffus im gesamten Landkreis. Die Ansteckungen finden in allen Bereichen statt – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben, in Einrichtungen, Kitas, Schulen sowie im beruflichen Kontext. Sie lassen sich auf keine Hotspots eingrenzen.

Wie viel Prozent aller Infektionen im Landkreis sind derzeit in etwa Omikron-Fälle?

Auch in Waldeck-Frankenberg ist die Omikron-Variante dominierend und macht mittlerweile rund 80 Prozent der Infektionen aus.

Was sagt die Kreisspitze zu der aktuellen Lage? Muss sich die Bevölkerung Sorgen machen?

Landrat Jürgen van der Horst und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese sagen: „Die Entwicklung der Pandemie in Deutschland nimmt den zu erwartenden dynamischen Verlauf, da macht der Landkreis Waldeck-Frankenberg keine Ausnahme. In dieser Phase sollten wir alle verantwortlich handeln: Kontakte auf das notwendige Maß reduzieren und – soweit noch nicht geschehen – den eigenen Impfstatus verbessern. Dann sollte es uns gelingen, auch diese vierte Welle zu meistern. Also: Achtsamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme ja, übertriebene Sorge nein.“

Die Zahl der Corona-Patienten in den heimischen Krankenhäusern ist derzeit relativ niedrig im Vergleich zur Zahl der akuten Fälle. Ist die Lage in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen aktuell noch beherrschbar?

Nach Kenntnis des Landkreises ja.

Im Landkreis gelten seit knapp einer Woche verschärfte Hotspot-Regeln. Wann werden sich diese positiv auf die Corona-Zahlen auswirken?

Das hängt davon ab, wie schwer es dem Virus gemacht wird, sich weiter zu verbreiten. Wenn Kontakte noch weiter reduziert werden, Menschen weiterhin umsichtig und achtsam miteinander umgehen und die Impfquote weiter gesteigert werden kann, lässt sich auf eine Entspannung der Situation hoffen. Wann dies sein wird, ist Spekulation. Darüber lässt sich keine verlässliche Aussage treffen. Das hängt auch vom Verhalten jedes einzelnen ab.

Welche eigenen Maßnahmen kann und will der Landkreis ergreifen, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen?

Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung werden von Bund und Land festgelegt. Zudem setzt der Landkreis vor allem auch auf das Impfen – und unterstützt die niedergelassenen Praxen auch weiterhin durch den Betrieb zusätzlicher Impfstellen und Sonder-Impfaktionen. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen ist der Kreis zudem im Gespräch, um die Testkapazitäten für PCR-Testungen nochmals zu erweitern. Die Kassenärztliche Vereinigung hat bereits eine Ausweitung der Kapazitäten in ihrem Testzentrum angekündigt.

Angesichts von mehr als 2000 akuten Corona-Fällen: Inwieweit kann der Landkreis derzeit überhaupt noch Kontakte nachverfolgen und Quarantäne überwachen?

Die Ermittlung der Kontaktpersonen wird bei dem rasanten Anstieg der Infektionszahlen zunehmend schwieriger, sodass der Landkreis aktuell über das weitere Vorgehen berät. In diesem Zusammenhang werden auch die Beschlüsse relevant werden, zu denen Bund und Länder am Montag beraten haben.

Längere Öffnungszeiten im Testcenter in Korbach

Im Corona-Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) in Korbach wurden die Öffnungszeiten bereits erweitert. Die Teststelle in der Weizacker Straße 12-14 hat ab sofort länger geöffnet: montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die eines oder mehrere dieser Kriterien erfüllen, erläuterte die KVH am Montag: coronatypische Symptome; roter Warnhinweis in der Corona-Warn-App; ein positiver Schnelltest; eine Testanweisung durch Gesundheitsamt. Schnelltests werden dort nicht angeboten.

„Zur Priorisierung scheint es im Moment keine Alternative zu geben, deshalb ist es sicher derzeit sinnvoll. Mit allen Unwägbarkeiten, die man sich durch die höhere Ungenauigkeit der Schnelltests damit gleichzeitig einhandelt“, sagt KV-Sprecher Karl Roth.

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