Landkreis appelliert an die Bevölkerung

Corona im Kreis Waldeck-Frankenberg: Neue Warnstufe und strengere Regeln

Ein Mann, der durch die Innenstadt geht, trägt an seinem Handgelenk einen Mund-Nasen-Schutz.
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Der Landkreis appelliert an die Bevölkerung, sich noch konsequenter an die Corona-Regeln zu halten. (Symbolbild)

Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg sind seit Mittwoch nochmals deutlich gestiegen. Der Landkreis hat mit einer Inzidenz von 43,5 die dritte vom Land Hessen definierte Eskalationsstufe erreicht.

Waldeck-Frankenberg – Aktuell (Stand Donnerstag) sind 82 Menschen aus dem Kreisgebiet nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 20 mehr als am Mittwoch. Innerhalb von sieben Tagen haben sich - umgerechnet auf 100.000 Einwohner - 43,5 Menschen infiziert. Nach dem Überschreiten des Grenzwertes von 35 rät die Kreisverwaltung in Korbach daher dringend dazu, folgende Punkte zu beachten:

  • Begrenzung öffentlicher Veranstaltungen auf 150 Teilnehmende und Vorlage eines mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzepts
  • Höchstteilnehmerzahl von 25 Personen bei Feiern in öffentlichen oder eigens angemieteten Räumlichkeiten
  • Höchstteilnehmerzahl von 15 Personen (oder zwei Hausständen) bei Feiern in privaten Räumlichkeiten
  • Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Vergnügungsstätten, öffentlichen Veranstaltungen und in der Gastronomie, in Kirchen, vergleichbaren Räumen von Glaubensgemeinschaften oder bei Trauerfeiern jeweils abseits des eigenen Sitzplatzes
  • Schließung von gastronomischen Einrichtungen und Vergnügungsstätten in der Zeit von 23 bis 6 Uhr
  • Sportveranstaltungen ohne Zuschauer 

„Wir beobachten die Entwicklung in Waldeck-Frankenberg derzeit mit Sorge“, sagen Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese in einer Pressemitteilung von Donnerstagnachmittag. „Wie im bundesweiten Vergleich, weitet sich das Infektionsgeschehen auch in Waldeck-Frankenberg merklich aus – und zwar im gesamten Kreisgebiet.“

Zu erwarten sei, dass der Inzidenzwert von 50 und damit die vorletzte Eskalationsstufe nach dem Konzept des Landes demnächst überschritten werde. „Mit einem konsequenten Krisenmanagement haben wir in den letzten Monaten einen moderaten Verlauf der Ausbreitung im Landkreis erreicht.“ Nun gelte es, alles dafür zu tun, um die Lage weiterhin im Griff zu behalten. 

Insgesamt 372 nachgewiesene Corona-Fälle

Seit Ausbruch der Pandemie zählt der Landkreis nun insgesamt 372 Personen, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Da die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner nicht nur den vom Land Hessen vorgegebenen dritten Schwellenwert von 35, sondern mittlerweile auch die 40 überschritten hat, sollen nun auch in Waldeck-Frankenberg stärkere Maßnahmen beachtet werden. 

Veranstaltungen sollten auf ihre Dringlichkeit überprüft – und von Anfang an mit möglichst wenig persönlich Teilnehmenden geplant werden. Auch digitale Formate sollten stärker genutzt werden. Falls persönliche Zusammenkünfte notwendig sein sollten, sollen künftig an öffentlichen Veranstaltungen maximal 150 Menschen teilnehmen; an privaten Feierlichkeiten nicht mehr als 15 Personen oder zwei Hausstände.

In Vergnügungsstätten und bei öffentlichen Veranstaltungen, in der Gastronomie, in Kirchen, bei Trauerfeierlichkeiten und in öffentlichen Einrichtungen muss zudem abseits des Sitzplatzes eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind ohnehin weiterhin zu beachten. Für Sportveranstaltungen rät der Landkreis allen Vereinen, möglichst keine Zuschauer mehr zuzulassen. 

Appell an die Bevölkerung

 „Wir appellieren daher an die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Einzelnen, die Regeln zu beachten – und auch darüber hinaus achtsam und umsichtig zu sein.“ Abstand und Hygiene einzuhalten, regelmäßig zu lüften und Alltagsmasken zu tragen, sei aktuell wichtiger denn je. Auch appelliert die Kreisspitze an das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Einzelnen, darüber nachzudenken, welche Zusammenkünfte, Feierlichkeiten, Reisen oder ähnliches zwingend stattfinden müssen – unabhängig von rechtlichen Beschränkungen. 

Die Warnstufen in Hessen

Das Corona-Eskalationskonzept des Landes Hessen sieht fünf Stufen vor. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter 20, leuchtet die virtuelle Ampel grün. Ab 20 springt die Ampel auf Gelb. Die nächste Stufe (orange) folgt ab 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Dann empfiehlt das Land unter anderem eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr. Ab einem Wert von 50 (rot) folgen strikte Alltagsbeschränkungen, die ab 75 (dunkelrot) verschärft werden müssen.

Bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen von Infizierten stelle der Landkreis immer wieder fest, dass die Listen der sozialen Kontakte der Betroffenen sehr lang sind. Dem Virus macht es das sehr leicht, sich zu verbreiten. „Auch, wenn es schwerfällt, müssen wir unsere Kontakte wieder freiwillig begrenzen, bevor uns die Infektionszahlen dazu zwingen, es zu tun. Denn wir möchten unbedingt vermeiden, dass Waldeck-Frankenberg erneut einen Zustand erreicht, der einem Lockdown wie im März gleichkommt“, betonen Kubat und Frese. 

Die aktuellen Zahlen bilden jeweils das Infektionsgeschehen von rund zehn Tagen zuvor ab. Man müsse die Verbreitung im Landkreis jetzt stoppen, um eine Stabilisierung der Ansteckungszahlen in den kommenden zwei Wochen zu erreichen – und eine Einschränkung des öffentlichen und privaten Lebens in Waldeck-Frankenberg zu verhindern. „Es liegt jetzt in unseren Händen.“ (Jörg Paulus)

Transparenzhinweis: Zur Illustration hatten wir kurzzeitig ein Foto von Schloss Waldeck verwendet. Die erhöhten Corona-Zahlen stehen aber in keinerlei Zusammenhang mit dem Hotel Schloss Waldeck. Wir haben das Foto ausgetauscht.

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