Coronavirus im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Einladungen waren schon verteilt – Wegen Corona werden auch Konfirmationen verschoben

Corona in Waldeck-Frankenberg: Konfirmationen verschoben
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Mit Karte und Deko: Auch Elias Battefeld (links) und Matthias Fleck aus Viermünden sind von der Absage der Konfirmationen betroffen. Das Foto zeigt sie mit ihren Müttern (Hintergrund von links) Bianca Battefeld und Petra Fleck. 

Wegen Corona werden im Landkreis Waldeck-Frankenberg auch Konfirmationen verschoben. Der Saal in der Gaststätte war schon lange reserviert und musste jetzt storniert werden.

Viermünden – Wegen des Coronavirus müssen auch Konfirmationen abgesagt werden. Am Beispiel Viermünden im Landkreis Waldeck-Frankenberg zeigen wir die Auswirkungen auf die Betroffenen - und deren Hoffnungen.

Die Enttäuschung war groß bei Matthias Fleck, als klar war, dass auch alle Konfirmationen wegen des Coronavirus’ verschoben werden müssen. Der 14-jährige Viermündener hatte sich schon lange auf diesen besonderen Tag gefreut. Gemeinsam mit den anderen Konfirmanden im Ort sollte Matthias eigentlich am 26. April von Pfarrer Andreas Reichwein in der Petrikirche konfirmiert werden.

Der Saal in der Gaststätte war schon lange reserviert, die Einladungen verschickt und der Anzug gekauft – jetzt ist erst mal alles abgesagt. „Am Anfang fand ich es schade, dass alles ausfallen wird“, sagt Matthias Fleck. „Aber inzwischen sehe ich ein, dass es besser ist. Für viele aus der Verwandtschaft wäre es zu gefährlich gewesen, auch meine Oma hätte nicht teilnehmen können.“

Auch sein Kumpel und Mitkonfirmand Elias Battefeld bekräftigt: „Ich möchte gerne mit allen feiern. Zwischendurch war mal die Rede davon, nur mit Eltern und Paten zu feiern: Das wollte ich auf keinen Fall.“ „Das stimmt“, bestätigt seine Mutter Bianca: „Elias hat klipp und klar gesagt: Ohne Oma und Opa feiere ich gar nicht.“

Corona in Waldeck-Frankenberg: Verschiebung schade, aber kein Drama

Jetzt hoffen alle, dass die Konfirmationen – wie derzeit für Viermünden angedacht – am 6. September stattfinden können. „Ich habe schon bei Thiele nachgefragt, ob das passt“, sagt Petra Fleck. Die vierfache Mutter hatte den Saal in der Viermündener Gastwirtschaft ursprünglich bereits vor drei Jahren bestellt, als einer ihrer älteren Söhne Konfirmation hatte. 

Elias’ Eltern hatten sogar schon vor fünf Jahren eine Räumlichkeit im Ort für die Konfirmationsfeier gebucht. „Ich muss mich jetzt darum kümmern, ob das im September dann auch frei ist“, sagt Bianca Battefeld. Die Konfirmationsanzüge, die bereits seit Wochen im Schrank hängen, könnten sie wahrscheinlich umtauschen, berichten die Mütter. Jedenfalls habe ein Geschäft diese Möglichkeit bereits angeboten. „Weil die Jungs so schnell wachsen, passen die Sachen ja vermutlich in ein paar Monaten schon nicht mehr“, befürchtet Petra Fleck.

Aus dem gleichen Grund hatten auch beide Familien noch keine Schuhe für den festlichen Anlass gekauft. „Das wollten wir erst kurz vor der Konfirmation machen“, sagt Petra Fleck. Neue Einladungen wollen sie nicht drucken lassen, sagen beide Mütter. „Obwohl die Firma, bei der ich sie bestellt habe, mir schon 50 Prozent Rabatt bei einer Neubestellung in Aussicht gestellt hat“, sagt Petra Fleck.

Die Verschiebung der Konfirmation auf den Herbst sei natürlich schade, aber auch kein Drama, betonen Petra Fleck und Bianca Battefeld. „Vielleicht haben wir dann sogar besseres Wetter als im April.“

Corona in Waldeck-Frankenberg: Pfarrer verweist auf religiöse Impulse der Kirchen

„Wir haben den Eltern und Konfirmanden Mitte März mitgeteilt, dass die für April und Mai geplanten Konfirmationen aufgrund der Corona-Krise verschoben werden müssen“, sagt der Frankenberger Pfarrer Reinhold Schott. Er ist zuständig für den Pfarrbezirk II (Hinstürz in Frankenberg) und Burgwald.

Einen neuen Termin gebe es allerdings noch nicht. „Wir sind noch in Gesprächen dazu.“ Insgesamt sind in den drei Frankenberger Pfarrbezirken nach Auskunft von Verwaltungsassistentin Gaby Petter vom Gemeindebüro 45 Konfirmanden von der Verschiebung betroffen. Reguläre Konfirmandenstunde findet derzeit zwar nicht statt, Pfarrer Reinhold Schott ist aber weiterhin mit den Jugendlichen in Kontakt. „Ich schicke Informationen per E-Mail und diese leiten die Konfirmanden dann untereinander zusätzlich mittels Whatsapp weiter“, so Schott.

Er habe die Konfirmanden zum Beispiel besonders auf Psalm 23, ‘Der Herr ist mein Hirte‘, hingewiesen und dass das Gottvertrauen in der jetzigen Zeit einen besonderen Stellenwert habe. Außerdem rate er den Konfirmanden, die religiösen Impulse zu nutzen, die die Kirche digital anbiete. Insgesamt habe der Austausch mit den Konfirmanden durch die Corona-Krise an Intensivität gewonnen, sagt Pfarrer Schott. Auch ihnen werde vor Augen geführt, dass das Leben nicht in der Hand der Menschen liege. 

Service: Religiöse Impulse der Kirche unter ekd.de oder ekkw.de.

Von Susanna Battefeld

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Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat nun die Verfügung erwirkt, dass Zweitwohnungen zur Eindämmung des Coronavirus nicht mehr genutzt werden dürfen. 

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Quelle: HNA

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