Nach einjähriger Bauzeit ist Willersdorf besser vor Hochwasser geschützt

Dämme sorgen für beruhigendes Gefühl

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Frankenberg-Willersdorf - Drei Brückendurchlässe wurden erweitert, zwei Regenrückhaltungen gebaut, Retentionsräume außer- und innerhalb der Ortslage geschaffen: „Wir sind guten Mutes“, sagte Ortsvorsteher Wilhelm Hillebrandt, dass sich die Geschichte nicht wiederholt und Willersdorf nach Starkregen meterhoch 
 unter Wasser steht.

Mark Weinmeister kennt das politische Geschäft genau. Wenn Land oder Stadt Geld für die Renaturierung von Flüssen oder Bächen ausgeben, hält sich der Dank der Bevölkerung in der Regel in Grenzen. Die Anteilnahme ist gering. In Willersdorf ist dies anders. Denn mit den Renaturierungsmaßnahmen am Kalten Wasser und am Alborn sind Arbeiten zum Hochwasserschutz einhergegangen. Und der liegt den Willersdorfern spätestens seit Sommer 2008 sehr am Herzen, als die 100-Jahrfeier der Feuerwehr im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel und die Kameraden statt im Zelt zu feiern gleich Dutzende Keller auspumpen mussten.

„Wir sind uns alle einig: Was 2008 passiert ist, dass hatten selbst die ältesten Willersdorfer zuvor noch nicht gesehen“, sagte Ortsvorsteher Willi Hillebrandt am Freitag beim offiziellen Abschluss des 1,18 Millionen Euro teuren Projektes, für das Weinmeister in seiner Funktion als Staatssekretär vor knapp anderthalb Jahren den Bewilligungsbescheid übergeben hat. 80 Prozent der Kosten trägt das Land, der Anteil der Stadt beläuft sich auf 252 000 Euro (FZ berichtete ausführlich).

Auch Bürgermeister Rüdiger Heß erlebte das Hochwasser am eigenen Leib. „An dem Tag haben wir gesehen, wie wichtig Hochwasserschutz ist.“ Bei einer Glühwein stieß er mit Weinmeister, CDU-Bundestagsabgeordnetem Bernd Siebert, Frankenberger Stadtverordneten, Planern, am Bau beteiligten Firmen und vor allem Willersdorfern auf die Fertigstellung an. „Wir freuen uns sehr“, sagte Ortsvorsteher Hillebrandt und erinnerte an die erfolgreichen Bemühungen von Ex-Bürgermeister Christian Engelhardt, zügig für Sicherheit der Bürger im Ortsteil zu sorgen. Während der Planungs- und Bauphase habe es sicherlich hier und da unterschiedliche Meinungen gegeben, erinnerte Hillebrandt: schließlich waren auch erhebliche Arbeiten auf privatem Grund erforderlich. Doch eines sei klar: „Wir sind beruhigter als vor fünf Jahren.“ Der Hochwasserschutz „gibt Sicherheit für die innere Ortslage“. Er sei guten Mutes, dass sich die Theorie auch in der Praxis bewährt.

„In Willersdorf haben wir den Hochwasserschutz und die Renaturierung der beiden Gewässer erfolgreich verbunden. Der Ortsteil ist vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt und auch die Tier- und Pflanzenwelt profitiert von der Baumaßnahme“, sagte Weinmeister.Auf einer Länge von 1,8 Kilometern wurden die Ufer der beiden Bäche naturnah umgestaltet. Die Brücken und Durchlässe in den Straßen Neue Brücke, Brückenweg und Linnerstraße wurden aufgeweitet und zwei kleine Rückhaltebecken oberhalb der Ortslage errichtet. Sie haben einen Stauraum von 5900 Kubikmeter. Im Falle eines Starkregens halten sie das Oberflächenwasser zurück und geben nur so viel in die Ortslage ab, wie dort auch kontrolliert ablaufen kann. „Für ein Jahrhunderthochwasser sind wir gerüstet“, sagte Heß. „Wir wollen es aber nicht unbedingt testen“, ergänzte Hillebrandt.

Von Rouven Raatz

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