Battenberg

Dämme zeugen von Arbeit der Nager

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- Battenberg (ied). Die NABU-Gruppe informierte sich in der Nähe von Mernes im Spessart über das Leben Biber.

40 Naturfreunde unternahmen eine Tagesfahrt mit der NABU-Naturschutzgruppe. Die Bustour hatte Mernes im Spessart als erstes Ziel. Die Naturschützer trafen sich mit Reinhard Ziegler von der dortigen NABU-Ortsgruppe. Er ist der Kenner der dortigen Biber-Population und führte die Besucher aus dem oberen Edertal in einen typischen vom Biber gestalteten Talgrund. Die bis zu 1,40 Meter langen und 35 Kilo schweren Nagetiere sind nachtaktiv, zu sehen waren sie am Tage nicht. Doch alle Besucher konnten sich von ihrer „Arbeit“ der überzeugen. Sie haben dort mächtige Dämme an Bächen gebaut, die absolut dicht sind und dadurch ganze Teiche aufstauen. Der gleichmäßige Wasserstand soll ihre Wohnbehausungen schützen. Mit Erstaunen sahen die Edertaler, dass Biber auch Eichen mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern mit ihren Zähnen „fällen“ und für den Deichbau nutzen. Inmitten des Gebiets befand sich eine „Biberburg“ mit einem Durchmesser von etwa zwölf Metern und einer Höhe von zwei Metern, dort leben de Tiere. Auch eingefallene Biberhöhlen waren am Rande der Teiche zu sehen. Die Höhleneingänge befinden sich immer unter Wasser. Nach der Führung in Mernes stärkten sich alle bei einem rustikalen Frühstück. Die weitere Fahrt führte zur Grube Messel bei Darmstadt, Deutschlands erstem Weltnaturerbe. Renate Rabenstein informierte dort über die berühmte Grube. Sie hat einen Durchmesser von etwa einem Kilometer und ist 80 Meter tief. Dort wurde bis 1970 Ölschiefer abgebaut, ein sehr weiches Material, das in der chemischen Industrie gebraucht wird. Die dort gefunden Fossilien sind 50 Millionen Jahre alt und in einem guten Erhaltungszustand: versteinerte Pflanzen, Säugetiere, Fische, Reptilien und Insekten. Ein weltweit bekanntes Fossil ist das Urpferdchen, das dort in 70 Exemplaren gefunden wurde. Rabenstein berichtete von den Grabungsarbeiten und wie Wissenschaftler und Studenten die Funde präpariert haben. Außerdem zeigte sie einige Bilder von interessanten Fossilien. Auch einige Original-Fossilien bekam die Gruppe zu sehen, für die Laien war kaum erkennbar, um was es ging. Bei anderen Funden können Forscher sogar den Mageninhalt von Tieren noch erkennen, bei Insektenflügeln lassen sich sogar Farben nachweisen. Dies macht die Funde so bedeutsam. Während der Heimreise gab es für die Gruppe in der Schmelzmühle bei Lollar noch ein gemeinsames Abendessen.

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