Mehr als 30 Experten aus der Kunststoffbranche kommen bei Günther Heisskanaltechnik zusammen

Damit die LED wie gewünscht leuchtet

Experten planen die Zukunft von morgen: Günther-Vertriebsleiter Horst-Werner Bremmer (links) und Prof. Andreas Ujma von der Fachhochschule Südwestfalen mit Heißkanaldüsen aus dem Hause Günther sowie einem modernen Lichtleitsystem aus Kunststoff, das im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Optische Technologien“ entwickelt wird. Foto: Rouven Raatz

Frankenberg - Die Firma Günther Heisskanaltechnik war Gastgeber eines Netzwerktreffens der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Im Industriepark Nord kamen gestern mehr als 30 Wissenschaftler und Experten aus Unternehmen zu einem Projekttreffen zusammen.

Glühlampen sind von gestern, LED-Technik das System dieser Zeit. Der Wechsel von warmen zu kalten Lichtquellen stellt die Branche allerdings vor Herausforderungen. Die Kunststoff verarbeitende Industrie ist überzeugt davon, dass mit ihrem Werkstoff eine hochwertigere Beleuchtungstechnik als mit Glas angeboten werden kann.

Die wirtschaftliche Herstellung solcher „transparenter Formteile“ wird aktuell in einem Gemeinschaftsprojekt „Optische Technologien“ erforscht. Ziel ist die Entwicklung von Heißkanaltechnik für optische Bauteile: etwa für Brillen oder Lichtleitsysteme. Hand in Hand arbeiten die Fachhochschule Südwestfalen, die Iserlohner Kunststoff-Technologie GmbH (ISK) und das Kunststoff-Institut Lüdenscheid mit Unternehmen aus der Branche zusammen.

„In unserem Netzwerk kommen Firmen zusammen, um gemeinsam an einem Thema zu arbeiten“, erläutert Horst-Werner Bremmer, der Vertriebsleiter von Günther Heisskanaltechnik. Unter dem Dach des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid sind in den vergangenen Jahren bereits 20 dieser Firmenverbundprojekte umgesetzt worden. Die Ergebnisse der „industriellen Grundlagenforschung stellen wir unseren Unternehmen zur Verfügung oder helfen bei der Implementierung in den einzelnen Unternehmen“, erklärt Prof. Andreas Ujma von der Fachhochschule Südwestfalen und verweist auf die Vorteile dieses Netzwerkes: „Die Entwicklungskosten werden auf die beteiligten Unternehmen umgelegt, für die einzelnen Unternehmen ist die Entwicklung weniger personalintensiv“.

Das Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft will wissenschaftliches Know-how von morgen mit der Fertigung von heute verknüpfen. Ziel ist die Steigerung von Qualität und Wirtschaftlichkeit, speziell bei Spritzgussteilen aus Thermo- und aus Duroplasten. Das Institut wurde 1988 als „verlängerte Werkbank“ gegründet und wird von rund 200 Firmen getragen.

Rundgang durch Firma

Bei Günther Heisskanaltechnik kamen die Experten des Gemeinschaftsprojekts „optische Technologien“ zu einem vierten Treffen zusammen, um über den Stand der Entwicklung zu informieren. Vertreter der Fachhochschule, der ISK und des Instituts berichteten über die Ergebnisse der Recherche zum Thema Heißkanaltechnik für optische Bauteile, die Trennung von Anguss-Systemen im und außerhalb des Spritzgießwerkzeugs und referierten über Spritzprägewerkzeuge und Grundlagen der Plastifizierung. Bei einem fünften Treffen der Projektgruppe in diesem Jahr ist die Präsentation der fertigen Maschine geplant, mit der die „transparenten Formteile“ produziert werden sollen. 2014 soll die Entwicklung bei einem Pilotunternehmen eingesetzt werden.

Horst-Werner Bremmer stellte die Firma Günther Heisskanaltechnik vor und führte die Experten durch die Produktion. (rou)

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