Förderverein hofft auf Übernahme durch die Stadt

Dampfmaschinenmuseum vor Verkauf

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Frankenberg-Schreufa - Das Dampfmaschinenmuseum im Unternehmenspark Nord entfaltet einen ganz besonderen Reiz: einerseits wird darin die Geschichte der Industrialisierung greifbar, anderseits dienen die historischen Maschinen zunehmend als beeindruckende Kulisse für Feiern: runde Geburtstage, Hochzeiten, Betriebsfeste. Die Besitzverhältnisse dieses exklusiven Gebäudes könnten sich schon bald ändern.

Das Dampfmaschinenmuseum vor den Toren von Schreufa ist der Trend-Veranstaltungsort Frankenbergs. Vor allem der ideelle Wert des Gebäudes ist gestiegen, seitdem in dem in der Region einzigartigen Museums-ambiente private Veranstaltungen möglich sind: angefangen bei Feiern bis zu den vielbeachteten Aufführungen der Theater-AG und den Auftritten der Rock-AGs der Edertalschule. Derzeit gehört das Gebäude der Kremer GmbH (siehe Hintergrund), doch dies könnte sich schon bald ändern.

Klaus Hartmann, Vorsitzender des Fördervereins „Dampfmaschinenmuseum“, erläuterte am Mittwoch in der Jahresmitgliederversammlung, dass aktuell Gespräche über einen Verkauf des Gebäudes an die Stadt Frankenberg geführt würden.

Und die Pläne sind, auch wenn sie bis Mittwochabend noch nicht öffentlich wurden, schon weit fortgeschritten. Derzeit werde eine mögliche Übernahme in den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung thematisiert. Noch im Oktober soll ein Ortstermin für die Lokalpolitiker im Museum stattfinden, erklärte Hartmann. Denn die Zeit drängt: Die Beratungen zum Haushalt stehen an, und sollte die Stadt Frankenberg das Museum in ihren Besitz übernehmen, müsste die Kaufsumme dafür veranschlagt, beraten und beschlossen werden.

„Stadt ist ein guter Partner“

Auf Anfrage von WLZ-FZ bestätigte Günter Beil gestern Gespräche der Kremer GmbH mit der Stadt. Er ist Sprecher der Gesellschafter. Die hätten den Beschluss gefasst, die GmbH aufzulösen - weil sie ihren Zweck erfüllt hat. Bis auf das Dampfmaschinenmuseum hat die Kremer GmbH in den vergangenen Jahren alle Flächen und Gebäude vermarktet (siehe Hintergrund). „Jetzt soll das Gebäude als letzter Bestandteil der Gesellschaft abgegeben werden.“ Erster Ansprechpartner sei dafür die Stadt Frankenberg gewesen, erklärte Beil, „um das Dampfmaschinenmuseum in unseren Sinne weiterzuführen“. Ein Dank gelte dem Förderverein für seine Bereitschaft, das Museum weiterzuführen.

Die Mitglieder des Fördervereins Dampfmaschinenmuseum sind von den Überlegungen um eine Übernahme des Gebäudes durch die Stadt jedenfalls „angetan“, sagte Vorsitzender Hartmann in der Versammlung: „Wir unterstützen die Pläne.“ Er verwies darauf, dass sich der Vorstand „sehr gut vorstellen“ könne, dass sich das Museum in Zusammenarbeit mit der Stadt gut weiterentwickle.

Die bisherige Zusammenarbeit des Vereins mit der Kremer GmbH bezeichnete Hartmann als „eine gute und solide Basis, um diese Unterstützung in Zukunft fortzusetzen“ - auch mit einem anderen Besitzer des Museums. Der Vorsitzende zeigte sich zuversichtlich: Er gehe von einer positiven Entscheidung aus, sehe dieser aber auch „mit einer gewissen Spannung“ entgegen. Schließlich sei auch der Verein davon abhängig, wie es mit dem Gebäude weitergehe.

Stadtrat Hans-Jürgen Wilhelm (CDU), der als Gast an der Jahresmitgliederversammlung teilnahm, fragte nach, was passiere, falls die Stadtverordneten sich gegen eine Übernahme entscheiden würden. Hartmann hatte darauf keine konkrete Antwort parat: „Das müssen Sie die Gesellschafter fragen“, gab er zurück, „einen PlanB gibt es noch nicht.“ Die Stadt sei bisher der einzige Ansprechpartner für eine mögliche Übernahme.

Wilhelm betonte, dass die Stadt das Museum erst einmal kaufen müsse, bevor schon weitere Pläne gemacht werden. „Das könnte ein finanzielles Problem werden“, verwies er auf die Haushaltslage. Für die Stadt müsse klar sein, welche Pflichten sie übernehme.

Brigitte Kremer vom Förderverein appellierte, dass die Entscheidungsträger nicht nur den Profit im Auge haben sollten. Stattdessen berge eine Zusammenarbeit Chancen für beide Seiten: Mit der Stadt als Träger könne der Verein möglicherweise noch mehr Mitglieder gewinnen und mehr Spenden sammeln. Durch eine Kooperation könne es möglicherweise gelingen, junge Leute für das Museum zu begeistern. Aber auch für die Stadt könne die Übernahme positive Auswirkungen haben, sagte Kremer. Zudem bestehe bereits ein funktionierendes System. „Sie fangen nicht bei Null an“, sprach sie den Stadtrat an. Was die Arbeitsteilung angehe, „würde ich es sich anbieten“, sagte Wilhelm daraufhin, „das Problem ist die finanzielle Ausstattung“.

Von Rouven Raatz und Andrea Pauly

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