Ernsthausen

Dank Teamarbeit gemeinsam ins Ziel

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- BUrgwald-Ernsthausen (gs). Ernsthäuser Grundschüler haben ein „Outdoor-Training“des Kreises und des Jugendbildungswerks absolviert. Die Kinder sollten dabei Rücksichtnahme und die Problemlösung in der Gruppe lernen.

Wie kommen alle Kinder von einem zum anderen Ufer? Das war eine der Aufgabenstellungen der Klasse 1/2b bei einem „Outdoor-Training“ am Dienstagmorgen. Wie es der englische Name sagt, fand es draußen vor der Tür statt: auf dem Hof der Grundschule. Das vom Leiter des Fachdienstes Sport in der Kreisverwaltung, Matthias Schäfer, und Mitarbeitern des Jugendbildungswerks in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus und der evangelischen Jugend in Korbach entwickelte Programm will den Kindern beibringen, dass es sich lohnt, Probleme in der Gruppe zu lösen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Denn viele Kinder seien bereits egozentrisch, schauten nicht nach links oder rechts und seien schon in vielen Fällen nur auf sich fixiert, sagte Matthias Schäfer. Das habe er in den vielen bisher organisierten Trainings festgestellt. Auf dem Hof waren Spielfelder aufgemalt. Mit Sebastian Hamel vom Korbacher Jugendhaus übertrug Schäfer den Kindern die Aufgabe, gemeinsam das andere Ufer zu erreichen. Sie erhielten viereckigen Platten, die sie über das „Wasser“ legen mussten. Das Problem stellte sich als unlösbar dar, denn einige waren zu schnell mit dem Legen der Platten, die anderen zu langsam. So entstanden Lücken, die die Kinder nicht überwinden konnten – und zum Schluss kam niemand an das andere Ufer. An diesem Ergebnis setzte Matthias Schäfer in der Gesprächsrunde an und erklärte den Kindern, was sie falsch gemacht hätten. Eine weitere Aufgabe bestand darin, dass jedes einzelne Kind in die kleine Schatzkiste schauen sollte, in dem nur ein Spiegel auf dem Boden befestigt war. Sie sollten den „größten Schatz der Welt“ finden – der größte Teil der Gruppe fand ihn auch. Seit 2003 sind Matthias Schäfer und seine Mitstreiter mit ihrem Programm im Kreis erfolgreich unterwegs. Dabei haben schon mehr als 250 „Outdoor“-Trainingseinheiten organisiert. „Man kann nicht früh genug mit der Stärkung sozialer Kompetenz anfangen“, sagt Schäfer. Das Training wird gefördert von der Aktion „Kinder für Nordhessen“. Schulleiterin Ernst hat 400 Euro Fördergelder erhalten, so dass alle drei gemischten Klassen am Training teilnehmen können. Die Klassenlehrerin Maria Seibel und Schulleiterin Heike Ernst sind begeistert von dem Programm, zeige es doch, dass die Kleinen noch Schwierigkeiten hätten, sich auf das Zuhören zu konzentrieren und vor allem um Rücksichtnahme in der Gruppe. Heike Ernst fügt an, dass nicht immer der „Pausenchef“ die besten Ideen bei der Problemlösung parat habe – auch wenn er auf dem Schulhof das Sagen habe.

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