Feriendorf in Frankenau

"Das große Potenzial ist die Umgebung"

Frankenau - Der neue Eigentümer der Verwaltungsgesellschaft hat einige Ideen für das Feriendorf. Angehen möchte er sie nach und nach.

„Es ist schon gut was los, aber es ist noch nicht genug los“, sagt Louis Janssens. Der Eigentümer der Verwaltungsgesellschaft sitzt auf der Dachterrasse des Verwaltungs- und Gastro-Gebäudes des Frankenauer Feriendorfs, die Sonne scheint. Auf dem Spielplatz toben Kinder, in regelmäßigen Abständen fährt ein Auto mit niederländischem Kennzeichen vorbei. Es ist Betrieb im Feriendorf und die Situation könnte normal wirken, wäre das große Restaurant nicht geschlossen.

Geht es nach Janssens, dann bleibt es das auch. „Ich brauche so ein großes Restaurant nicht“, sagt er. Louis Janssens, 57 Jahre alt, setzt auf eine kleine Gastronomie, einen Kiosk mit Imbiss. „Die Kunden wollen unterwegs sein, außerdem haben die Häuser alle eine Küche“, sagt er. Zudem habe das Bauamt der Stadt Frankenau Bedenken angemeldet und die Dämmung sei so schlecht, „dass ich drei Tage brauche, bis es da drinnen warm ist“, fasst Janssens zusammen. Der Mann steht vor einer großen Aufgabe: Er will das Feriendorf wieder attraktiv machen - für Touristen und die gut 200 Eigentümer der mehr als 240 Ferienhäuser.

„Es ist alles Marketing“, zeigt sich der Niederländer, der seit sechs Jahren in Deutschland lebt, überzeugt. Bislang sei das Feriendorf nicht gut vermarktet worden, das wolle er ändern: „In den Niederlanden spielen Reisebüros und Kataloge kaum noch eine Rolle“, erklärt er. Seine Landsleute würden Reisen über das Internet buchen. Deshalb sei eine neue Webseite im Aufbau, die am 1. August online gehen soll. Ein neues Reservierungssystem soll helfen, Buchungen besser zu koordinieren, Leerständen entgegenzuwirken und auf Preisaktionen anderer Anbieter reagieren zu können. Dafür arbeite die neue Verwaltungsgesellschaft exklusiv mit dem Anbieter 4-holidayszusammen. Tatsächlich erscheint auf der niederländischen Webseite des Anbieters, der auch in Deutschland aktiv ist, schon auf der Startseite das Angebot des Ferienparks. Die Firma sei bereits für das Marketing von zehn Parks zuständig, sagt Janssens. Durch die Partnerschaft möchte er auch kurzfristig reagieren können - etwa auf Schönwetterlagen wie derzeit.

Viele Häuser - viele Gäste

Dazu erhofft er sich, dass ihm möglichst viele Eigentümer ihre Häuser wieder zur Verwaltung anvertrauen: „Wenn wir viele Häuser bekommen, hätten wir auch die Möglichkeit, viele Gäste nach Frankenau zu holen“, zeigt er sich sicher. Janssens setzt dafür auf Zusammenarbeit und Vertrauen: „Ohne Zusammenarbeit geht es nicht“, sagt er. So hat er einige Vorschläge, wie sich die Kosten für alle Hauseigentümer senken ließen, wenn genügend von ihnen die Verwaltung in seine Hände legen würden. Janssens spricht etwa von einem digitalen niederländischen TV-Paket und DSL-Anschlüssen, von einer gemeinsamen Gebäude- und Inventar-Haftpflichtversicherung, von einem neuen Stromanbieter mit gewissen Rabattregelungen und anderen, einzeln buchbaren Dienstleistungen. Dafür würde Janssens gerne den niederländischen und den deutschen Eigentümerverein zu einem Verein verschmelzen - für ihn seien schließlich alle Eigentümer, gleich welcher Nationalität, gleichwertig, teilt er mit.

Auch die Reinigung der Häuser soll wieder zentral von der Verwaltungsgesellschaft übernommen werden. Über die Pflege jener Bereiche des Parks, die der Stadt Frankenau gehören, habe er bereits mit Bürgermeister Björn Brede gesprochen, sagt Janssens. „Die Stadt hat erklärt, dass sie für ihre Bereiche zuständig ist“, berichtet der Verwalter. Denkbar für die Finanzierung der Pflegearbeiten sei eine freiwillige Abgabe von allen Eigentümern oder aber eine Zweitwohnsitzsteuer, für die allerdings ein Parlamentsbeschluss vonnöten wäre. Auch darüber hinaus möchte Janssens mit den Frankenauern eng zusammenarbeiten. Er habe etwa bei der Gastronomie angefragt, ob es möglich sei, besondere Angebote für die Gäste des Feriendorfs zu schaffen. Janssens sieht das als „Win-win-Situation“ - doch er habe keine positive Resonanz erhalten.

Ansonsten aber sieht der Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft viele Vorteile in der Lage des Dorfs. Der Unesco-prämierte Nationalpark, der Edersee, alte Städte, Wanderwege, das Sauerland: „Das große Potenzial ist die Umgebung“, sagt der Niederländer. Er selbst ist kein Neuling - weder in der Branche noch im Feriendorf. Bis vor einigen Jahren war Louis Janssens selbst Eigentümer eines Ferienhauses, heute betreibt er das „Waldhaus“ in Winterberg und das „Carpe Diem“ in Oberhundem.

Seine wichtigste Aufgabe sei es, Vertrauen aufzubauen - bei den Hausbesitzern und den Touristen. „Viele wollen sich das erst einmal ansehen“, berichtet Janssens über die Arbeit, die vor ihm liegt - er könne das verstehen. Dennoch ist er sicher: „Zusammen können wir das hier zu einer Top-Location machen“, auch wenn in den vergangenen 20 Jahren wenig passiert sei im Feriendorf. Janssens hat noch einige Ideen mehr. Doch erst möchte er das Nötigste regeln.

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