Frankenberg

"Das Leben bleibt ein Gottesgeschenk"

- Frankenberg (gl). Petra Hegmann wurde mit einem feierlichen Gottesdienst in der Liebfrauenkirche in ihr Amt als Dekanin eingeführt. Kirchliche und weltliche Gratulanten aus Frankenberg und dem Kirchenkreis begrüßten Hegmann am Sonntagnachmittag.

Was für ein Empfang: Der Posaunenchor spielte abwechselnd mit der Organistin Beate Kötter, junge Sänger der Kindertagesstätte „Schwalbennest“ präsentierten einen musikalischen Willkommensgruß, und viele Gäste aus Politik, Kirche und dem Gemeindeleben hatten sich eingefunden. Sie alle hießen Petra Hegmann willkommen, die seit dem 1. September neue Dekanin des Frankenberger Kirchenkreises ist (FZ berichtete). In einem feierlichen Gottesdienst wurde Hegmann am Sonntagnachmittag offiziell in das Amt eingeführt. Er wurde abwechselnd von Pfarrer Christoph Holland-Letz und Propst Helmut Wöllenstein aus Marburg gestaltet. Wöllenstein erklärte, er freue sich, „dass ich schon nach vier Monaten eine neue Dekanin vorstellen darf“ – am 1. Mai hatte Hegmanns Amtsvorgängerin Ute Zöllner Frankenberg in Richtung Kassel verlassen. Wöllenstein sagte, mancher Abschnitt in Hegmanns Lebenslauf lese sich wie ein „logischer Schritt auf dem Weg zum neuen Amt“. Er wünschte ihr viel Glück im „Vierkampf der Dekane“ mit pastoralen und Leitungs-Aufgaben, mit Verpflichtungen in der Verwaltung und der Repräsentation. Er stellte die neue Dekanin als ländlich geprägten Menschen vor. Sie trete engagiert für die Ökumene ein und besitze reiche Erfahrungen als Ehrenamtliche. Petra Hegmann wurde 1966 in Hünfeld geboren. Nach ihrem theologischen Studium an der Kirchlichen Hochschule in Bethel, in Heidelberg, Halle und Marburg war sie Vikarin in der Kirchengemeinde Vellmar-Mitte. Seit 1995 war sie in Fulda tätig, zunächst als Pfarrerin, später auch als Stellvertreterin des Dekans. In ihrer ersten Predigt ging Hegmann auf eine Stelle im 17. Kapitel des Lukas-Evangeliums ein. Die Verse 11 bis 19 schildern, wie Jesus zehn Aussätzige heile, aber nur einer sich dankbar zeige. Die Dekanin sprach vom Wert der Dankbarkeit, besonders für jene Dinge, die alltäglich erschienen und doch nur Gottes Geschenk seien: „Ich möchte mir die Vision einer Kirche nicht nehmen lassen, in der Dankbarkeit Hochkonjunktur hat.“ Auch auf die Probleme der Kirche in Zeiten des Bevölkerungsrückganges ging sie ein, zeigte sich aber zugleich tief beeindruckt davon, „wie viele Menschen sich in dieser Gemeinde und im Kirchenkreis engagieren“. Im Anschluss an den Gottesdienst gab die gerade ins Amt eingeführte Dekanin einen Empfang im Gemeindehaus. Kirchenkollegen, Weggefährten und künftige Ansprechpartner hießen Hegmann noch einmal willkommen. Pfarrerin Eva Brinke-Kriebel hatte nach Zöllners Wegzug die Aufgaben der Dekanin wahrgenommen, sie zeigte sich gestern erleichtert, wenn auch etwas traurig, ihr zeitweiliges Zusatzamt wieder abgeben zu müssen. Bürgermeister Christian Engelhardt übermittelte Willkommensgrüße im Namen aller Frankenberger und bot Hegmann die Hand zu einer starken Zusammenarbeit an, besonders bei den Kindertagesstätten, in der Diakonie und bei der Frankenberger Tafel. „Diese Aufgaben können wir am besten gemeinsam wahrnehmen“, erklärte er. Auch Vertreter der katholischen, der muslimischen und der freikirchlichen Gemeinde reichten Hegmann die Hand zur Zusammenarbeit. Pater Laurentius sagte augenzwinkernd: „Wer 15 Jahre in Fulda Pfarrer war, den können die paar Katholiken hier nicht mehr schrecken.“ Eine Einladung in die türkisch-muslimische Gemeinde erhielt Petra Hegmann vom Vorsitzenden des Moschee-Vereins, Ali Korkmaz, und dem Frankenberger Imam Tayip Kocer. Volker Assmann von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde wünschte sich ebenfalls eine gute Zusammenarbeit. Ebenso hielten es Manfred Berger und Herbert Keim vom Türkisch-Deutschen Verein. Auch eine Delegation aus Hegmanns bisheriger Wirkungsstätte Fulda war am Nachmittag anwesend. Vertreter erklärten, dass sie die Amtseinführung mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachteten. Insgesamt aber scheine „ihre Petra“ in Frankenberg aber sehr warm aufgenommen zu werden, befanden die Damen und Herren einmütig. Hegmann äußerte sich glücklich über die vielen guten Wünsche. Es stimme sie optimistisch, Kollegen zu haben, die sie um Hilfe bitten könne: „Ich fühle mich gut versorgt, weil ich das Gefühl habe, dass mich hier viele unterstützen.“

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