Battenberg

„Daturana“ veröffentlicht zweites Album

- Battenberg (jos). „Crossroad Man“ heißt die zweite Platte der Battenberger Band, die tatsächlich nicht nur auf CD, sondern auch auf Vinyl im Handel erhältlich ist. Die darauf enthaltenen Songs brauchen nicht nur Gehör, sie verdienen es auch. Ein Blick in den Proberaum der heimischen „Vollblut-Musiker“.

Während Mehdi Ghanbar schon die Saiten seiner Gitarre zupft und mit den Füßen über allerlei Effektgeräte huscht, rückt Philipp Wolf noch die Trommeln seines Schlagzeugs zurecht. Sänger Gunnar Mützlitz flucht, weil seit dem letzten Auftritt sein Mikro verschwunden ist – trotzdem ist die Stimmung gut.

Im Keller seines Einfamilienhauses in Battenberg hat Mehdi Ghanbar für die Band „Daturana“ einen Proberaum eingerichtet. Kaum größer als eine Abstellkammer ist der Raum, die Decke ist niedrig. Und doch findet alles und jeder seinen Platz – Verstärker, Mischpult, Instrumente, Musiker, Zuhörer. Aber halt: Der Titel Kellerraum ist eine Beleidigung für diesen Ort. Es ist gewissermaßen eine andere Welt, in die Musiker und Gäste hier eintauchen.

Warmes Licht, grelle Farben

Hippie-Farben und Schwarzlicht prägen das Bild, die Wände und die Decke sind komplett verhüllt mit bunten Tüchern und Postern, warme Lichtstrahlen aus einem kleinen Effektgerät wandern umher. Die Gitarrentöne schweben noch in der Luft, als Bassist Franz-Josef „Jupp” Barth einsetzt. Philipp Wolf formt am Schlagzeug sanfte Rhythmus-Kaskaden, die er sachte zu einem runden Groove wachsen lässt. Gunnar Mützlitz hat in der Zwischenzeit ein Mikro organisiert, auch Keyboar­der Simon Kramer setzt ein. Es ist spannend zu beobachten, wie bei „Daturana“ Klänge im wahrsten Sinne „entstehen“.

Ein wenig mystisch, sphärisch und immer fesselnd ist er, der Sound dieser Band. Ein bisschen wie aus einer anderen Welt und dann doch immer mal wieder ergänzt um vertraute Elemente wie ein kurzes Blues-Riff auf der Gitarre. Schon nach wenigen Minuten im Proberaum ist klar, dass sich hier Musiker treffen, deren Anspruch weit entfernt ist von dem einer typischen Provinz-Garagen-Band. Technische Brillanz und eine hohe Kreativität treffen auf heulende Gitarrenklänge, von denen seit eh und je die Faszination für jegliche Rockmusik ausgeht.

Sounds werden bei „Daturana“ bis zur Vollendung „entwickelt“: Durch technische Perfektion und unzählige analoge und digitale Effektgeräte.Psychedelic-Blues-Rock nennt die Band ihre Musik. Genre-Grenzen überschreiten die Musiker laufend. Überhaupt mögen die Jungs das Grenzenlose: Songs von 2 Minuten und 30 Sekunden gibt es bei ihnen nicht. Das neue Album „Crossroad Man“ ist deshalb nur demjenigen zu empfehlen, der dieser Musik wirklich zuhören will. Denn sie entspricht nicht den Hörgewohnheiten, die die Mainstream-Radiosender uns aufdrücken. „Daturana“-Songs sind nicht unbedingt schwer zu verstehen, aber sie brauchen Gehör – denn sie dudeln nicht, sondern sie strotzen vor Dynamik, vor unerwarteten Wendungen, vor knackigen Passagen und vor verträumten Klängen. Kurzum: Die Songs leben.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der Frankenberger Zeitung.

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