Dodenau "auf dem Papier" betroffen

Dekanat muss 2,5 Pfarrstellen sparen

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Werner Reitz (links) ist von der Biedenkopfer Dekanatssynode in den Dekanatssynodalvorstand gewählt worden. Zu den ersten Gratulanten zählten Präses Liesel Hallenberger und Dekan Gerhard Failing.

Biedenkopf/Battenberg - Noch treffen die Einsparungen die Gemeinden im Oberen Edertal kaum: Eine halbe Stelle in Dodenau wird zwar gestrichen - sie war aber in den vergangenen Jahren gar nicht besetzt.

In der Synodentagung des Evangelisch-lutherischen Dekanats Biedenkopf ging es um die Zukunft in den Kirchengemeinden. Bis 2020 sollen 2,5 Pfarrstellen eingespart werden, 1,5 schon bis zum Jahr 2015.

Betroffen ist unter anderem Dodenau - aber nur auf dem Papier: Dort sind bislang 1,5 Pfarrstellen eingerichtet. Die halbe Stelle stammt aus der Zeit, als noch das Pfarrehepaar Awischus in der Gemeinde war. Sabine Färber-Awischus hatte eine halbe Stelle als Klinikseelsorgerin im Biedenkopfer DRK-Krankenhaus inne.

Diese Stelle wird nun gestrichen, ist aber von der Awischus-Nachfolgerin Eleonore Merkel ohnehin nicht wahrgenommen worden.

„Gründe für die per Kirchengesetz verbindliche Anpassung sind der erwartete Rückgang der Zahl der Kirchenmitglieder aus demographischen Gründen und damit natürlich auch der Rückgang der finanziellen Ressourcen“, erläuterte Dekan Gerhard Failing. Die Pfarrstelle in Wolzhausen wird auf eine halbe Stelle gekürzt, Failings Gemeindeanteils in Biedenkopf fällt nach der Dekanatsfusionweg.

Bis 2020 müsse noch eine weitere Stelle eingespart werden. Die Kürzungen seien zu verkraften, obwohl es für die betroffenen Gemeinden ein wesentlicher Einschnitt sei, sagte der Dekan. Failing gab zudem einen Ausblick auf die Fusion der Diakonischen Werke Oberhessen und Biedenkopf-Gladenbach.

„Offene Kirchen“ im Fokus

Da 2015 durch die anstehende Fusion ein besonders arbeitsintensives Jahr wird, wollen die beiden Dekanate sich nur ein „leichtes“ Jahresthema vornehmen: Nach dem „365 Grad - Jahr der Toleranz“ im vergangenen Jahr steht dann das Motto „Offene Kirchen“ im Fokus, wie Öffentlichkeitsreferent Klaus Kordesch erläuterte. Damit könne man viele ohnehin geplante Veranstaltungen im Jahreslauf verbinden und zugleich den Anspruch der Evangelischen Kirche vor Ort unterstreichen, für die Menschen da zu sein und ein offenes Ohr zu haben.

Kordesch stellte außerdem das Projekt „Homepages für Kirchengemeinden“ vor, durch das Gemeinden ohne oder mit einer veralteten Internetpräsenz kostengünstige Lösungen angeboten bekommen können. Zusammen mit einer Agentur erarbeite er mit den beiden „Mustergemeinden“ Battenberg und Oberdieten eine standardisierte Seite, die ohne großen Aufwand zu pflegen sein werde. Elf Gemeinden aus beiden Dekanaten haben sich bereits für das Angebot vormerken lassen, berichtete der Öffentlichkeitsreferent.

Mit 34 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltung und einer Nein-Stimmen wählten die Synodalen den zuvor in die Synode berufenen Werner Reitz in den DSV. Der ehemalige Breidenbacher Bürgermeister nimmt den seit einem halben Jahr vakanten Platz im DSV ein. Für das Amt der stellvertretenden Präses kürten die Vertreter der Kirchengemeinden im Dekanat die Wallauer Pfarrerin Katharina Stähler.

Außerdem beschlossen die Mitglieder der Synode einstimmig den Haushalt des Dekanats Biedenkopf für 2014, dessen Volumen in Einnahmen und Ausgaben jeweils rund 3,5 Millionen Euro beträgt. Davon entfällt auf das Evangelische Kinder- und Familienhaus Breidenbach eine Summe von etwa 1,5 Millionen Euro. Der Wirtschaftsplan der Diakoniestation Biedenkopf für das Wirtschaftsjahr 2014, der ebenfalls Bestandteil des Dekanats-Haushalts ist, umfasst ein Volumen von rund 1,18 Millionen Euro. (r)

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