Mehrheit für Fusion

Dekanate Biedenkopf und Gladenbach schließen sich zusammen

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Die rund 100 anwesenden Vertreter der Kirchengemeinden aus den beiden Dekanaten Biedenkopf und Gladenbach stimmten bei der gemeinsamen Synode in Dautphe unter anderem dem Vereinigungsvertrag zu. Die Dekanate schließen sich Anfang 2016 zusammen.Foto: pr

Dautphetal-Dautphe - Die beiden evangelische Dekanate Biedenkopf und Gladenbach fusionieren zum 1. Januar 2016. Die Vereinbarung haben die beiden Dekanatssynoden am Freitag bei ihrer gemeinsamen Sitzung unter der Leitung der Biedenkopfer Präses Liesel Hallenberger und ihres Gladenbacher Amtskollegen Joachim Lies im Bürgerhaus Dautphe mit großer Mehrheit beschlossen.

Noch steht nicht fest, wo die Verwaltung des neuen Dekanats ihren Sitz haben wird. Wilhelm Düringer stellte den Synodalen drei mögliche Standorte vor, die es nach einer Vorauswahl der Dekanatssynodalvorstände in die „Endrunde“ geschafft haben: Zum einen das im Eigenbesitz befindliche „Haus der Kirche und Diakonie“ in Biedenkopf, das barrierefrei umgebaut sowie dem größeren Platzbedarf geschuldet mit einem Anbau versehen werden müsste. Letzteres wäre auch beim zweiten denkbaren Standort der Fall: In der Regionalverwaltung in Steffenberg-Niedereisenhausen könnte zwar freiwerdende Fläche genutzt werden, aber auch hier benötige man einen kleinen Anbau, schilderte Düringer. Den würde die Pfarreivermögensverwaltung bauen, das Dekanat zur Miete einziehen.

Die dritte Variante sieht einen Neubau in der Nähe des neuen Familienzentrums in Dautphe vor, das sich in Dekanatsträgerschaft befindet. Das Gebäude würde von einem Investor gebaut und angemietet, erläuterte Düringer.

Die Diskussion machte schnell deutlich, dass sich für jeden Standort sowohl Pro- als auch Contra-Argumente finden. „Es gibt keine optimale Lösung“, brachte es der Dautpher Pfarrer Dr. Reiner Braun auf den Punkt: „Wichtig ist doch, langfristig gute Arbeitsbedingungen für unsere Verwaltung zu schaffen.“

Man werde auch hinsichtlich der finanziellen Aspekte das Beratungsangebot der Kirchenleitung in Anspruch nehmen, kündigte der Biedenkopfer Dekan Gerhard Failing an. Sein Stellvertreter Pfarrer Stefan Peter (Laisa) regte an, einen Kriterienkatalog zu erstellen, mittels dessen man die Standorte an den Anforderungen messen könne. Ziel sei jedenfalls, so Failing, bei der Herbstsynode am 26. September eine Entscheidung treffen zu können.

Nachdem Präses Lies die Fusionsvereinbarung Punkt für Punkt vorgestellt und zur Diskussion gestellt hatte, nahmen die Gladenbacher Synodalen das Vertragswerk mit 49-Ja-Stimmen bei einer Enthaltung an; aus den Reihen der Biedenkopfer Synodalen gab es bei 26 Befürwortern sechs Gegenstimmen und sieben Enthaltungen. Das hatte der Allendorfer Pfarrer Gerald Rohrmann auch zuvor so angekündigt, da man im Oberen Edertal das vereinbarte Modell eines „Dekanates der Regionen“ im Vertrag nicht hinlänglich berücksichtigt sehe.

In den Benennungsausschuss, der für die neue Synode des gemeinsamen Dekanats die Personalia für die unterschiedlichen Gremien und Beauftragungen vorbereitet, wählten die Synodalen Joachim Strauch, Dr. Odo Rothenbächer, Werner Reitz, Matthias Ullrich, Wilhelm Düringer und Roland Hartmann.

Den Dekan des neuen Dekanats - das laut Vertragsvereinbarung schlicht „Evangelisches Dekanat Biedenkopf-Gladenbach“ heißen soll - werde die Synode wahrscheinlich Anfang Januar kommenden Jahres wählen, sagte Dekan Failing in seinem Bericht. Er hoffe auf eine große Beteiligung an den Kirchenvorstandswahlen am 26. April, damit die anstehenden Entscheidungen für das neue Dekanat auf einer möglichst breiten Basis stattfinden könnten, erklärte er. Noch stehe nicht fest, ob das Angebot des Dekanats zur Übernahme von Kita-Trägerschaften tatsächlich zum Anfang nächsten Jahres starten könne, berichtete Failing. Zur Herbstsynode wisse man mehr und könne auch sagen, ob der Beitritt einer Einrichtung flexibel möglich sein werde.

Der Dekan berichtete weiter, dass die vakante Pfarrstelle in Buchenau ebenso wie die Pfarrstelle Gladenbach II zum Sommer besetzt werde. Im Dekanat Gladenbach seien weiter Obereisenhausen und Gönnern vakant. Außerdem werde eine Stelle im Handlungsfeld „Gesellschaftliche Verantwortung“ ausgeschrieben, die unter Umständen auch die Flüchtlingsarbeit unterstützen könne, die bereits in manchen Kirchengemeinden geleistet werde.

In den nach einer Pause am Abend getrennt tagenden Synodensitzungen berieten und beschlossen die Synodalen die Jahresrechnung 2013, die Wirtschaftspläne ihrer Diakoniestationen und die Gladenbacher auch den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr, der 1,49 Millionen Euro umfasst. (r)

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