"Dem Standort Frankenberg verbunden"

Interview mit Generalmajor Heinrich-W. Steiner aus Battenberg

Battenberg. Ihm sind rund 6000 Soldaten unterstellt: Generalmajor Heinrich-W. Steiner erklärt im Interview seine militärische Tätigkeit, antwortet aber auch auf private Fragen.

Herr Steiner, als Generalmajor sind Sie einer der ranghöchsten Offiziere der Bundeswehr. Können Sie einem militärischen Laien Ihre Aufgaben grob beschreiben? 

Generalmajor Heinrich W. Steiner

Heinrich-Wilhelm Steiner: Seit Januar 2013 bin ich Kommandeur eines der neu aufgestellten Fähigkeitskommandos - dem Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr auf der Bonner Hardthöhe. Dieses Kommando entspricht in seiner Größenordnung einer klassischen Division und ist unmittelbar dem Inspekteur der Streitkräftebasis unterstellt. Meine rund 6000 Soldatinnen, Soldaten und zivilen Mitarbeiter sind in ganz Deutschland in elf Standorten, von Wesel am Niederrhein über Storkow bei Berlin bis Murnau am Staffelsee, stationiert. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, die Führungsfähigkeit der Bundeswehr mit Informations- und Kommunikationstechnologie sicherzustellen. Kurz gesagt: Wir stellen die Dienste für die Bundeswehr, auch in den Einsatzgebieten, bereit, die bei uns zu Hause zum Beispiel die Telekom bereitstellt.

Was hat Sie als jungen Menschen bewogen, die Offizierslaufbahn einzuschlagen? 

Steiner: Am 1. Juli 1975 wurde ich nach dem Abitur an der Edertalschule als Grundwehrdienstleitender in die Frankenberger Burgwaldkaserne einberufen. Mein Interesse, mich damals weiter zu verpflichten und dann die Offizierslaufbahn einzuschlagen, war sicher eine Mischung aus unterschiedlichen Beweggründen. Meine damaligen Vorgesetzten überzeugten durch hohe Fachkenntnis und beispielgebende Freude an der Aufgabe. Der Dienst war sehr interessant und abwechslungsreich. Sehr früh wurde man mit Führungsverantwortung betraut und die Aufstiegsmöglichkeiten, einschließlich eines technischen Studiums, waren natürlich sehr verlockend. Und dies alles spiegelte sich vor dem Hintergrund der Ernsthaftigkeit des Dienstes an Staat und Gesellschaft; wobei sich dies im späteren Berufsleben immer weiter verdichtete.

Wie wirkt sich Ihr berufliches Engagement auf Ihre Familie aus? 

Steiner: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für jede Familie mit zwei berufstätigen Partnern eine große Herausforderung. Nach meiner Zeit als Kommandeur in Frankenberg haben wir als Familie beschlossen, dass meine Frau, auch aufgrund ihres beruflichen Engagements, mit den Kindern in Battenberg wohnen bleibt. Seit dieser Zeit pendele ich zwischen den jeweiligen Dienststellen in Köln, Hannover, Feldafing oder Bonn und unserem Familienwohnsitz in Battenberg. Sicher ist dies mit vielen anderen Familien vergleichbar. Es verlangt innerhalb der Familie eine Menge Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis sowie die Bereitschaft, das Familienleben entsprechend zu gestalten. Gelegentlich besucht mich meine Frau auch in Bonn oder begleitet mich bei dienstlichen Veranstaltungen. Durch unsere damalige Entscheidung konnten die Kinder in unserer Heimatregion aufwachsen. Wir fühlen uns unverändert alle gemeinsam sehr wohl hier.

Kann man Sie in ziviler Kleidung beim Einkaufen treffen? 

Steiner: Ja natürlich! Der Einkaufsbummel in der Frankenberger Fußgängerzone oder der Wochenendeinkauf finden natürlich in Jeans und Pullover statt. Auch die regelmäßigen Spaziergänge mit unserer Labradorhündin verlangen entsprechend wetterfeste und geländetaugliche Bekleidung - und nicht etwa den grauen Uniformrock.

Sie waren ja auch einmal Kommandeur im Frankenberger Bataillon für Elektronische Kampfführung. Hat man als General noch Verbindungen zu seinen alten Einsatzstandorten? 

Steiner: Seit meiner Zeit in Frankenberg war ich in einigen unterschiedlichen Dienststellen eingesetzt. Und in jeder Dienststelle bleibt ein Stück Verbundenheit durch die dort mit den handelnden Personen erlebten Gemeinsamkeiten. Das gilt für mich persönlich umso mehr für das Frankenberger Bataillon. Schließlich bin ich hier geboren und aufgewachsen, wurde in der Burgwaldkaserne zur Bundeswehr einberufen und war dort Kommandeur des damaligen Regiments. Das sitzt natürlich schon tiefer! Hinzu kommt, dass das Bataillon durch mein Schwesterkommando, dem Kommando Strategische Aufklärung aus Gelsdorf bei Bonn, geführt wird. Da bleiben natürlich Gespräche mit meinem Co-Kommandeur auch über die Frankenberger Eloka-Soldaten nicht aus. Aus meiner Kommandeurszeit haben sich auch einige Freundschaften bis heute gehalten, die ich auch gerne weiter pflege.

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Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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