Demenzgruppe

Ungewöhnliche Wohngemeinschaft im DRK-Seniorenzentrum

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Die Nähe genießen: Pflegefachkraft Gabriele Gundlach (links) mit Bewohnerin Maria Seibel. Körperlichkeit spielt eine große Rolle bei der Arbeit mit Demenzkranken.

Gemünden. Klapperndes Geschirr, der Duft von frischem Kaffee, angenehme Zimmertemperatur. Am Geländer, das in die erste Etage des DRK-Seniorenzentrums in Gemünden führt, Handläufe aus hellem Holz. „Herzlich willkommen in der Familien-WG“, sagt Heimleiterin Sabine Patounis und zeigt auf eine Tür.

Dahinter eine große Buchenholzküche. „Der Mittelpunkt der vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Demenzwohngruppe.“ 15 Bewohner mit verhaltensauffälliger Demenz leben hier. Auf beiden Seiten der Küche stehen große Tische, festlich geschmückt. Auf jedem Tisch steht eine Schwarzwälder Kirschtorte. Glasvasen gefüllt mit lila und weißen Christbaumkugeln. Silbernes Trockengesteck und flackernde Kerzenbögen.

An jedem Tisch sitzen vier bis fünf Bewohner. Kuchengabeln gespickt mit Schwarzwälder Kirschtorte, geführt von Familienmitgliedern und Hauswirtschafterinnen, finden ihren Weg zu den Bewohnern, die das Essen schon mal verweigern. „Essen, das ist für manchen hier Schwerstarbeit“, erklärt Patounis, „Hungergefühl, Kauen und Schlucken wird zur Herausforderung.“ Plötzlich seien alle Lebensbereiche von der Demenz betroffen, sogar die Familienangehörigen würden sich fremd. „Zuhause würde die Pflege zum Spießrutenlauf.“

Von Diana Surina

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Quelle: HNA

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