Handy-App erinnert auch an anstehende Termine

Frankenberger Hausarzt-Praxis bietet digitalen Impfpass an

Zeigen einen digitalen Impfnachweis mit der App „Impfpass.de“ auf dem Smartphone: die Frankenberger Hausärzte Ayse Sarac und Stephan Eisfeld.
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Zeigen einen digitalen Impfnachweis mit der App „Impfpass.de“ auf dem Smartphone: die Frankenberger Hausärzte Ayse Sarac und Stephan Eisfeld.

Aus der Sicht des Frankenberger Hausarztes Stephan Eisfeld hat der gelbe Impfpass ausgedient. „Das kann eine Datenbank besser“, sagt Eisfeld, der jederzeit offen ist für technische Neuerungen.

Frankenberg - Seit 2012 erfassen Eisfeld, seine Kollegin Ayse Sarac und das Frankenberger Praxisteam die Impfdaten ihrer Patienten im Computer. Bisher wurden 1853 Impfpässe digitalisiert.

Den Vorteil bringt Eisfeld mit markigen Worten auf den Punkt: „Wenn Sie mal in Thailand von einem wilden Affen gebissen werden, kann ich Ihnen den Impfnachweis per E-Mail schicken.“ Das leuchtet ein.

Aktuell besonders gefragt ist der Nachweis von Corona-Impfungen, der bei weiter sinkender Inzidenz zum Türöffner für Restaurants, Sportstudios, Kinos oder Urlaubsreisen werden wird. Noch haben sich die europäischen Politiker nicht auf einen gemeinsamen Standard verständigt. „Wir wissen nicht, worauf sich die Gesetzgeber einigen“, sagt Stephan Eisfeld. „Aber das wird für uns kein Problem, weil wir einen großen Partner haben.“ Patienten, die sich heute schon registrierten, müssten später „nur noch ein Update machen“. Der angesprochene Partner ist die Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin (GZIM) mit Sitz in Berlin.

Nur wenige Daten eingeben

Wer sich die App „Impfpass.de“ auf sein Smartphone lädt und einige wenige Daten (Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Bundesland) eingibt, kann in der Praxis seines Hausarztes einen QR-Code scannen. Das geht nur bei einem persönlichen Besuch. Daraufhin können sich die Smartphone-App und die Datenbank der Arztpraxis verbinden. Die Kopplung muss der Patient über sein Smartphone bestätigen, dann erfolgt ein Austausch der Daten. So kann der Arzt auf einen Blick sehen, wann die nächste Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Polio oder Keuchhusten fällig ist.

Die App erinnert Nutzer und Ärzte aber auch an fällige Impftermine. „Das ist ein sehr nützlicher Nebeneffekt“, sagt Stephan Eisfeld. „Es ist auch sehr hilfreich, wenn jemand seinen Impfpass verliert“, ergänzt Kollegin Ayse Sarac.

Datenschutz ist ein großes Thema

Datenschutz ist bei diesem Programm ein großes Thema. Zugreifen dürfen externe Ärzte nur auf die Impfdaten, wenn es der Patient ausdrücklich erlaubt oder einen Ausdruck weitergibt.

Ärzte und andere Angehörigen von Heilberufen sind laut Stephan Eisfeld über ein eigenes Internet (über die Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen) miteinander vernetzt. Dadurch sei ein sicherer Datenaustausch untereinander möglich.

Die Impfdokumentation war aus der Sicht von Stephan Eisfeld und Ayse Sarac bisher kompliziert. Eisfeld: „Wir haben wenig Geld, aber sehr viel Arbeit investiert, damit das anders wird.“

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