Interview mit der Organiatorin Christiane Kohl

November-Termin des Literarischen Frühlings in Waldeck-Frankenberg hat trotz Corona Bestand

Christiane Kohl ist die Leiterin des Literarischen Frühlings, der von Kohls Landhaus Bärenmühle, vom Hotel „Die Sonne“ Frankenberg und dem Schloss Waldeck veranstaltet wird.
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Christiane Kohl ist die Leiterin des Literarischen Frühlings, der von Kohls Landhaus Bärenmühle, vom Hotel „Die Sonne“ Frankenberg und dem Schloss Waldeck veranstaltet wird. Hier ist sie zu sehen bei einer Ansage beim Literarischen Frühling 2019.

Auch wenn Corona die Organisation erschwert: Die Veranstalter des Literaturfestivals Literarischer Frühling in Waldeck-Frankenberg halten an dem auf November verschobenen Termin fest.

Waldeck-Frankenberg – Mitte März hatten die Veranstalter des Literarischen Frühlings in Waldeck-Frankenberg bekannt gegeben, dass das große Literatur-Festival wegen der Corona-Pandemie nicht vom 27. März bis 5. April stattfinden kann, sondern auf November verlegt wird. Obwohl Corona weiterhin für Einschränkungen sorgt, hat dieser neue Termin vom 6. bis 15. November weiterhin Bestand, bestätigt die Festival-Leiterin Christiane Kohl im Interview.

Frau Kohl, Sie haben bei einer Lesung im Vorfeld des Literarischen Herbstes in Bad Arolsen angekündigt, dass das Literatur-Festival tatsächlich stattfinden soll. Was ermutigt Sie, diese im Frühjahr getroffene Entscheidung tatsächlich umzusetzen?

Es gibt seit einiger Zeit viele ermutigende Initiativen, das kulturelle Leben trotz Corona wieder in Gang zu bringen. So wurden die Salzburger Festspiele mit großem Erfolg und ohne Infektionen durchgeführt, auch in Deutschland gab es schon einige Konzerte, Lesungen und kleinere Veranstaltungen, die ohne Blessuren über die Bühne gingen. Diese Initiativen sind wichtig, denn Kultur ist ein Lebenselixier für uns Menschen – auch und gerade auf dem Land. Deshalb wollen wir uns der Herausforderung stellen und das Festival in diesem Herbst soweit irgend möglich durchführen. Zuvor wollen wir uns jedoch noch einmal mit unseren Partnern aus der Wirtschaft und den Institutionen zusammensetzen, um gemeinsam die Situation zu bewerten. Natürlich muss man letztlich auf Sicht pilotieren. Doch vor lauter Virusangst den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine Alternative. Wir jedenfalls geben uns nicht vor der Zeit geschlagen.

Wie wollen Sie die Lesungen organisieren, damit Sie die Corona-Regeln einhalten können?

Selbstverständlich müssen alle Hygienerichtlinien eingehalten werden. Dies bedeutet, dass man teilweise auf größere Räumlichkeiten ausweicht oder die eine oder andere Veranstaltung am selben Abend zweimal durchführt, damit jeweils genügend Abstand gewahrt wird. Entsprechend haben wir ja auch die Lesung mit Wolfgang Büscher in Bad Arolsen Anfang September zweimal hintereinander durchgeführt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Das ist organisatorisch eine Herausforderung, weil man vor der Veranstaltung alle Karteninhaber anschreiben bzw. ihre Erreichbarkeit herausfinden muss. Aber das ist machbar.

Sind denn die Autoren und Schauspieler immer noch mit der Verschiebung auf November einverstanden?

Sie sind allesamt einverstanden mit den Terminen im November, ja, ich kann sagen: Sie freuen sich darauf! Denn sie sind es ja, die bislang mit am meisten unter den Corona-Bedingungen gelitten haben, weil all ihre Termine abgesagt wurden. Viele Künstler haben erhebliche finanzielle Einbußen dadurch gehabt, bei manchem ist die Lage geradezu dramatisch. Und es fehlt ihnen natürlich auch einfach das Publikumsgefühl. Deshalb bin ich sicher, dass sie im Zweifel auch eine Veranstaltung lieber zweimal hintereinander machen als gar nicht. Aber natürlich können wir nicht in die Zukunft schauen. Wenn der Festivaltermin herangerückt ist, werden wir selbstverständlich alles noch einmal mit Blick auf die aktuelle Lage überprüfen.

Bereits im Frühjahr war ja schon ein Großteil der Eintrittskarten verkauft. Haben die Besucher die Karten behalten?

Ja, fast alle, und das ist auch gut so, denn die Karten gelten für die neuen Termine weiter. Wir werden in den nächsten Wochen die genauen Orte für die Veranstaltungen bekanntgeben, denn teilweise müssen wir ja auf größere Räumlichkeiten ausweichen. Wichtig ist aber, dass sich die Besucher auch selbst informieren auf literarischer-fruehling.de

Hand aufs Herz: Wäre es nicht einfacher für Sie und die Mitveranstalter gewesen, das Ganze aufs Frühjahr 2021 zu verschieben?

Einfacher vielleicht, aber nicht richtiger. Der Literarische Frühling ist mittlerweile ein Teil der kulturellen Identität hier in Waldeck-Frankenberg. So wie Gesangsvereine und Volkstanzgruppen wichtig sind für unsere Region, so gehört auch der Literarische Frühling und übrigens auch das Barockfestival in Arolsen dazu. Im kommenden Frühling wollen wir das zehnjährige Jubiläum des Festivals feiern. Dazu haben wir schon ein ganz spezielles Themenspektrum geplant.

Welches?

Das wird erst im Dezember verraten. Von Martina Biedenbach

Es gibt noch Karten fürs Festival

Laut Christiane Kohl gibt es noch Karten für einige Veranstaltungen des Literarischen Herbstes: zum Beispiel für den Kinderbuchautor Oliver Scherz am 15. November um 14.30 Uhr noch Karten. „Scherz ist zurzeit einer der angesagtesten Kinderbuchautoren überhaupt für 4- bis 10-Jährige“, sagt Kohl. Auch für die Eröffnung am 7. November Mit Rüdiger Safranski sind noch Karten vorhanden. literarischer-fruehling.de

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