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Historische Tracht wird modern inszeniert: Design-Studenten bereiten Modenschau vor

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Frankenberg - „Tracht-Werk“ lautete der Auftrag der jungen Studierenden, aus historischen Trachten wurde zeitgenössische Mode entwickelt – von Street-Style bis Couture.

Die Models stellten sich in Positur, Scheinwerfer leuchteten, Kameras klickten: Am Wochenende wurde in Frankenberg im Bild dokumentiert, was der Studiengang Modedesign der Hochschule Hannover in den vergangenen Monaten entworfen und fertiggestellt hatte. 

„So ist Tracht noch nie inszeniert worden“, betonte Martina Glomb, Professorin für experimentelle Mode in Hannover und Mitinitiatorin des Projekts. Auch an das Ziel der Arbeiten erinnerte die Modeexpertin: In Sachen Tracht sollten „Tradition und Innovation“ miteinander verbunden werden – modisch, mitunter auch humorvoll.

Monatelang konnten sich die angehenden Designer mit dem Thema Trachten auseinandersetzen. „Die neuen Designs basieren nun insbesondere auf der Recherche der Trachten der Region“, erklärte die Professorin. Besonders freute sie sich auch über einen schönen Nebeneffekt der Nachforschungen: „Wir haben Land und Leute kennengelernt.“

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In der Rathausschirn und in der Liebfrauenkirche: Die Models Alisha Malz (links) und Lara-Josephine Sander präsentieren einige Stücke für die „Tracht-Werk-Schau“. © mjx

Die Aufnahmen für die Fotopräsentation der neuen zeitgenössischen Trachtenmode wurden in der Frankenberger Altstadt gemacht – unter anderem im Treppenaufgang zum historischen Rathaus, am Altar der Liebfrauenkirche, am Burgberg und auch zwischen Wäscheleinen in Gärten. Ständig begleitet wurde die Gruppe der Uni Hannover von einem Frankenberger Styling- und Friseurteam: Bevor auf den Auslöser gedrückt wurde, musste jede Haarlocke zurechtgerückt werden, alles sollte perfekt aussehen. Und natürlich musste auch das Outfit korrekt sitzen – vor jedem Foto wurde jede einzelne Falte glatt gestrichen.

Vor allem Jeans-Kollektionen wurden in den Mittelpunkt gerückt – unter dem Motto „Jeans als moderne Alltagstracht“. Auch Trachten für Männer wurden neu und modern interpretiert. Großes Aufsehen erregten die jungen Models und Designer insbesondere am Sonntag beim Finale der Frankenberger Sternwanderung: In der Rathausschirn bekamen 420 Wanderer schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Trachtenmode.

Die Menschen in Frankenberg dürfen die neuesten Trachten-Kollektionen natürlich auch bewundern – und zwar bei zwei großen Modenschauen am Samstag, 18. Mai, in der Rathauschirn (siehe Hintergrund). Dann wird das historische Rathaus zum Catwalk. Der Laufsteg wird mitten durch die Schirn führen und durch das nördliche Tor hinaus direkt auf den Marktplatz.

In zwei Shows um 16.30 und 20.30 Uhr werden Models aus der Region dann die zeitgenössische Mode der Designer der Hochschule Hannover präsentieren. Die Modenschau wird der Höhepunkt des von der Stadt Frankenberg gemeinsam mit der Hochschule Hannover initiierten Projekts.

„Wir wollen mit dem Projekt nicht die Tracht neu erfinden oder gar die existierenden Trachten verdrängen – im Gegenteil. Es geht darum, die regionale Tracht zum Thema zu machen“, machte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß deutlich. Das Aufeinandertreffen der Kulturen, die Leidenschaft für traditionelles Handwerk und die Kritik an Kleidernormen solle bei der Tracht-Werk-Show modisch und humorvoll umgesetzt werden. 

Modenschau und Casting in Frankenberg

Karten für die Tracht-Werk-Schau am Samstag, 18. Mai, in der Rathausschirn am Obermarkt sind für 15 Euro (ermäßigt 9 Euro) ab Ende April bei der Frankenberger Buchhandlung Jakobi erhältlich, Tel. 064 51/230514. Für die Modenschau wird im Vorfeld ein öffentliches Casting veranstaltet. Dafür werden Männer und Frauen jeden Alters gesucht, die sich als Models versuchen wollen. Casting-Termin ist Freitag, 3. Mai, ab 15 Uhr im Jugendhaus in Frankenberg (Hainstraße).

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