Deutscher Mühlentag am Pfingstmontag: Auch Mühlen in der Region geöffnet

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Die Walkemühle in Frankenberg: Das Mühlenrad produziert seit ihrer Überarbeitung vor vier Jahren Strom.

Frankenberger Land. Weit über 1000 Mühlen öffnen jährlich am Deutschen Mühlentag, der seit 1994 regelmäßig am Pfingstmontag stattfindet.

Mit dem Tag der offenen Tür soll den Besuchern ein Einblick in das Innere von historischen Mühlen gewährt werden, mit welch einfacher und gleichzeitig durchdachter Technik früher umweltschonend Getreide vermahlen wurde.

Wir haben uns in Mühlen im Landkreis umgeschaut. Eine Übersicht über die teilnehmenden Mühlen gibt es auf der Internetseite des Hessischen Landesvereins zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen: www.hessischermuehlenverein.de

Schnaufend dreht sich das alte Holzmühlenrad um seine eigene Achse, wie bereits in den vergangenen rund sechshundert Jahren. Wigand Gerstenberg – der Frankenberger Chronist im 15. und 16. Jahrhundert – erzählte, dass die Frankenberger Walkemühle im Jahr 1421 entstand: Die „walckemole wart du gebuwet in die Asschrouffe“.

Gut fünfhundert Jahre lang diente sein Wasserrad dem Walken, also der Verarbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben bei der Herstellung von Walkstoffen. Die „Walke“ ist eine seit dem Hochmittelalter eingesetzte Technologie. Hierbei wird das Wollgewebe (Loden) in Bottichen durch Holzhämmer gewalkt, die über eine Welle und eine Schwinge vom Wasserrad angetrieben werden. Der Stoff wird gestaucht, verdichtet und geklopft, bis er verfilzt und so wärmende sowie regen- und windabweisende Eigenschaften erhält.

Fast sechshundert Jahre später dreht sich das Mühlenrad zwar immer noch, produziert aber über einen Generator Strom, der ins Netz eingespeist wird. Bis zu zehn Kilowatt pro Stunde kann der Generator leisten, meistens sind es aber fünf Kilowatt.

Im Rauschen des Wasserrades geht der Verkehrslärm der angrenzenden Ederstraße im wahrsten Sinne baden. Ein Vorteil für die heutige Nutzung des großen, in Form eines „U“ angelegten Anwesens der Walkemühle. „Die Gäste unseres Restaurants erfreuen sich am Wasserrauschen“, stellt Christian Guth fest, Projektmanager der Geschäftsführung „Hotel Die Sonne“.

Erst im September vergangenen Jahres übernahm das Frankenberger Hotel das frisch renovierte Anwesen vom verstorbenen Frankenberger Unternehmer Gerhard Freitag. Dieser ließ die historische Walkemühle von 2007 bis 2010 aufwendig renovieren und zu einem Restaurant umbauen.

Mehr zur jüngeren Geschichte der Walkemühle und zu Hans-Karl Augustat, der Modelle von Mühlen aus der ganzen Welt nachbaut, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Alexander Koch

Quelle: HNA

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