Gemünden: Pfarrer Jung seit Monaten mit Vorbereitungen auf Fest beschäftigt

„Die Adventszeit beginnt im August“

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- Gemünden-Grüsen (gl). Wenn für die meisten Menschen die besinnliche Zeit anbricht, wenn die Familie zusammenkommt, um in Ruhe zu essen, zu erzählen, Geschenke zu geben, dann herrscht bei einer Berufsgruppe Hochbetrieb: den Geistlichen.

An Heiligabend ist es für viele Menschen ein Ritual, in der Kirche das Krippenspiel anzuschauen, vorgetragen meist von den Konfirmanden. Danach geht es nach Hause, die einen essen erst, dann wird beschert, andere machen es genau andersherum. Vielleicht steht dann ein gemütlicher Abend an, oder aber ein Besuch der Christmette am späten Abend. Spätestens dann sieht man ihn zum zweiten Mal, den Pfarrer der eigenen Gemeinde. Während die meisten Menschen tatsächlich zumindest an Weihnachten einmal zur Ruhe kommen wollen, das Leben genießen, Verwandte und Bekannte sehen – oder auch „Sissi“ und „Stirb langsam“ – ist das dem Pfarrer, dem Priester oder Pastor, wie auch immer er in der eigenen Gemeinde heißt, zumeist nicht vergönnt. Für die Geistlichen der christlichen Kirchen ist Weihnachten vor allem eins: Hochkonjunktur.

„Die Adventszeit beginnt im August“, sagt Pfarrer Hilmar Jung aus Grüsen. Schon kurz nach den Sommerferien macht er sich die ersten Gedanken über das Fest. Wie könnten die Predigten an Weihnachten aussehen? Was ist mit dem Krippenspiel? Was sage ich in den Adventsgottesdiensten? Insgesamt siebenmal tritt der Pfarrer an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen in Grüsen und in Mohnhausen vor die Gemeinde. Vier verschiedene Predigten hält er in nur drei Tagen – und er findet das überhaupt nicht belastend: „So kann ich mich in jeder Predigt an eine andere Zielgruppe wenden“, sagt Jung.

Doch dass die berufliche Belastung an den Feiertagen besonders groß ist, das gibt auch Jung unumwunden zu: „Die Erwartungen zu Weihnachten sind sehr groß. Die Menschen gehen in die Kirche und hoffen, dass sich alles erfüllt.“ Die Gottesdienstbesucher, gerade diejenigen, die nur ein einziges Mal im Jahr in die Kirche gehen, würden nicht selten erwarten, dass der Pfarrer das Jahr rettet, „das ist sehr schwierig“, sagt der Pfarrer. Und doch freut er sich gerade über jene Besucher:

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