Landrat Reinhard Kubat beim Kommersabend

"Die fünfte Jahreszeit in Laisa"

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Battenberg-Laisa - Mit dem Festkommers ist am Samstagabend das Laisaer Rückersfest eröffnet worden. Landrat Reinhard Kubat betonte die Bedeutung des Fests für die Dorfgemeinschaft - und freute sich über ein originelles Geschenk.

Vor rund 800 Besuchern eröffnete Ortsvorsteher Jörg Paulus das Traditionsfest, das nur alle sieben Jahre stattfindet. Er zog ein positives Fazit, denn erstmals hatten sich die Laisaer mit dem Feiern des Rückers nicht nur aufs Osterwochenende beschränkt: "Noch nie zuvor haben wir schon Wochen vor dem eigentlichen Rückersfest so ausgiebig gefeiert wie in diesem Jahr."

Er spielte an auf den Nachbarschaftsabend, die Auftritte von Grundschülern und das Chorkonzert. Die Erlöse kommen nach dem Fest der Battenberger Grundschule, der Diakonie und der Nachwuchsarbeit im Sängerkreis zu Gute.

Einen großen Dank sprach Paulus seinem Vorgänger Günther Belz aus, der vier Rückersfeste von 1985 bis 2006 federführend organisiert hatte und sich auch dieses Mal im Festausschuss engagierte.

Landrat Rienhard Kubat wurde zu Beginn seiner Festrede von Jörg Paulus unterbrochen: Wie die anderen Redner, solle auch der Landrat in Tracht sprechen. Der Ortsvorsteher schenkte Kubat einen Hessenkittel mit zugehörigem Tuch, Günther Belz lieh seine Mütze aus.

So etwas wie die "Fünfte Jahreszeit in Laisa" sei das Fest, sagte Reinhard Kubat in seiner Festrede. Es gebe viele Feste mit siebenjährigem Rhythmus wie die Freischießen im Waldecker Land oder die Grenzgänge in Wollmar oder Biedenkopf. Allen sei eine lange Tradition gemein. Bei den Bürgern schwinge das Bewusst sein mit, "dass man nur eine begrenzte Anzahl mitfeiern kann".

Als Jugendliche in der Burschenschaft feiere man den Rückers nur ein- oder zweimal. "Si etwas trägt man bis zum Ende seiner Tage im Herzen." Der Rückers sei sichtbarer Ausdruck von Traditionsbewusstsein und Heimatverbundenheit.

"Jeder Ort in unserem Landkreis sollte ein eigenes Rückersfest haben"; sagte Kubat und meinte damit die Auswirkungen auf die Dorfgemeinschaft. "Solche Feste schaffen Bindungen. Wir müssen besonders junge Menschen an die Region binden." Das Rückersfest sei nicht rückwärts gewandt: "Es weist uns den Weg in die Zukunft".

"Das Rückersfest ist viel mehr als ein übliches Heimatfest", sagte Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel, der auch Schirmherr des Fests ist. "Das ganze Dorf präsentiert sich in festlichem Glanz." Laisa habe es wie kaum ein anderer Ort geschafft, "Tradtionen zu erhalten und zugleich den Blick in die Zukunft zu richten". Horsel zeigte sich sicher: "Wir werden auch in den nächsten Jahrzehnten das Rückersfest feiern." Viele Junge Menschen hätten sich an der Organisation aktiv beteiligt.

Die Geschwister Julie und Benedikt Bremerich trugen das Gedicht "DIe Perle" vor, das der Laisaer Heimatdichter Johannes Jakobi über das Dorf verfasst hat. Der Männergesangverein unter der Leitung von Werner Schielke trug Lieder vor. Laisaer Männer sangen das traditionelle Begrüßungslied "Ein Guten Abend wünschen wir Euch all". Auftritte hatten auch die Laisaer Trachtengruppe, die Tanzgruppe Les Nouzilles aus Digny in Frankreich und ein Posaunenquartett mit Stefan Todt, Christian Traute, Tristan Mitschke und Heiko Belz.

Begleitet vom Battenberger Musikzug sangen die Besucher zum Abschluss des offiziellen Teils die Nationalhymne. Der Musikzug gab unter der Leitung von Timo Birkenbusch ein Konzert, anschließend sorgte die Big Band für Stimmung. Die Besucherzahl nahm im Lauf des Abends zu - den kalten Temperaturen zum Trotz.

Grußworte sprachen die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg (CDU) und der Münchhäuser Bürgermeister Peter Funk, der für den Grenzgang in Wollmar im September 2013 warb.

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