Unter zehn Dächern Frankenbergs

"Diese Stühle kenne ich auch noch"

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Einmal unter das Dach der Edertalschule schauen: Viele Besucher nutzten die Gelegenheit bei einer Führung im Rahmen der Aktion „Unter zehn Dächern“, die in sonst unzugängliche Gebäudeteile führt.Fotos: Marco Steber

Frankenberg - Die Edertalschule öffnete im Rahmen der Aktion "unter zehn Dächern" am Donnerstag ihre Pforten zum Dachboden und versetzte viele Frankenberger zurück in deren Jugendzeit.

„Gehorsam, Fleiss, Dankbarkeit, Gottesfurcht“. Als die Teilnehmer der Führung durch die Edertalschule (ETS) die Aula betraten, war das Motto der Lehranstalt plötzlich allgegenwärtig. Vieles erinnert noch an alte Zeiten im alten Gemäuer des 1904 erbauten Hauses. Türen, Decken, Stühle, alles hier scheint eine Geschichte parat zu haben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Führung im Rahmen der Aktion „Unter zehn Dächern“ etwas länger dauerte als eigentlich veranschlagt.

Viele ehemalige Edertalschüler wollten in Erinnerungen zu schwelgen. Neben den Ehemaligen gesellten sich auch mögliche zukünftige Schüler hinzu, die von ihren Eltern begleitet wurden. Fachkundig geführt wurden sie von Jürgen Merle und Schulleiter Stefan Hermes. Merle war von 1962 bis 1972 Schüler und ist seit 1989 Lehrer an der Edertalschule. Zunächst hat die Gruppe einen Teil des Dachbodens erkundet. Früher war es die Wohnung des Hausmeisters, später dienten die oberen Räume zeitweise als Schülerbücherei. Da die Hausmeisterwohnung räumlich von den anderen Teilen des Dachbodens getrennt ist, war Treppensteigen unumgänglich. Durch einen Spalt in der Wand eines Musikraums führten Merle und Hermes die Teilnehmer auf den anderen Teil des Dachbodens.

Glockenuhrwerk restauriert

Ungeahnte Schätze kamen zum Vorschein. So befindet sich ein altes Glockenuhrwerk aus dem Jahr 1904 auf diesem Teil des Speichers. Es wurde in den 80er Jahren aufwändig von Dietmar Müller restauriert und könnte ohne weiteres wieder einsatzfähig gemacht werden. Das Fußpedal und der Blasebalg einer alten Orgel befinden sich ebenfalls noch unter dem Dach des Schulgebäudes. Eine Orgel stand damals in der Aula. Eine Besucherin erinnert sich, früher den Blasebalg bedient zu haben. „Die Stühle kenne ich auch noch“, erinnern sich weitere Ehemalige beim Schulbesuch. Auch die vielen ehemaligen Schüler wussten einiges zu berichten. „Das Schloss zum Dachboden war damals nicht mehr ganz in Ordnung“, berichtete Bettina Oske. „So wurde der Dachboden in der großen Pause zum Knutschboden“.

Die nächste Führung findet am 16. September um 18 Uhr statt. Ziel sind dann die Schalträume des Telekomgebäudes. Die Führungen sind kostenfrei, aber anmeldepflichtig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen sind unter folgenden Rufnummern möglich: Familienbüro, Telefon 06451/505-117 und Einkaufkinderbetreuung, Telefon 06451/408437 und 0173/5195787.

von Marco Steber

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