Gedenken auf Frankenbergs Friedhof

"Dieses Opfer war nicht umsonst"

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In stillem Gedenken: Bürgermeister Rüdiger Heß, General Jürgen Setzer, Kommandeur Elmar Henschen und der damalige Kommandeur Peter Richert (von links) erweisen den Gefallenen vom 7. Juni 2003 vor der neuen Gedenktafel in der Friedhofskapelle die Ehre.

Frankenberg - Angehörige, Betroffene, Politik, Verbände und das Frankenberger Bataillon für Elektronische Aufklärung haben gestern der Gefallenen vom 7. Juni 2003 gedacht.

Eine Fanfare, Worte der Trauer, des Abschieds, ein Blick nach vorne: In einer kurzen, aber würdigen Gedenkveranstaltung auf dem Frankenberger Friedhof wurde gestern Jörg Baasch, Andrejas Beljo, Helmi Jimenez-Paradies und Carsten Kühlmorgen gedacht. Die vier Soldaten des EloKa-Bataillons waren am 7. Juni 2003 bei dem ersten großen Selbstmordattentat auf deutsche Soldaten während des Afghanistan-Einsatzes um ihr Leben gekommen - 29 ihrer Kameraden erlitten Verletzungen. Auch einige von ihnen waren am Freitagmittag in der kleinen Kapelle des Frankenberger Friedhofs, um der Gefallenen zu gedenken sowie ihrer ganz persönlichen Erlebnisse.

„Für den Frieden einsetzen“

Dekanin Petra Hegmann und Pater Norbert Rasim hielten eine kurze Andacht. „Frieden ist nicht selbstverständlich. Wir müssen uns für ihn einsetzen, aber wir können in nicht machen“, sagte Hegmann mit Blick auf die Aufgabe der deutschen Soldaten am Hindukusch. Der Tod, ergänzte Pater Norbert, sei nicht Gottes letztes Wort. Aus dem Römerbrief zitierte er, dass Böses nicht mit Bösem vergolten werden solle, sondern mit dem Guten überwunden. Ein Gebet für den Frieden schloss sich an.

Bürgermeister Rüdiger Heß sagte in seiner Ansprache, dass Frankenberg eng mit der Bundeswehr verbunden sei. Die Soldaten der Kaserne seien aktiv in Politik und Vereinen - sie seien Bürger der Stadt. Erneut betonte er, dass das Wappen des Bataillons für Elektronische Kampfführung 932 so lange vor dem historischen Rathaus wehen würde, wie dessen Soldaten im Auslandseinsatz seien. Er erinnerte an den 7. Juni 2003, als der damalige Kommandeur Peter Richert - auch er war während der Gedenkstunde anwesend - ihn über den Anschlag unterrichtete. „Heute ist die Bundeswehr darauf besser vorbereitet“, sagte Heß überzeugt. Der Terrorismus habe das Ziel, mit Toten Öffentlichkeit zu machen. Gerade deshalb müsse eine Demokratie sich wehrhaft und standhaft zeigen. Die nach dem Anschlag aufgekommene Diskussion um den Einsatz am Hindukusch sei richtig, dessen Fortführung ebenso.

„Täglich vor Augen“

Die Gedenktafel, die durch einen Balken getrennt neben den Namen der Frankenberger Gefallenen der Weltkriege hängt, solle das Andenken an die vier Soldaten des Bataillons verstetigen. „Ab heute haben wir täglich die Mahnung vor Augen“, sagte Heß.

Der Brigadegeneral Jürgen Setzer, Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung, dem auch das EloKa untersteht, sprach den Angehörigen und der Stadt Frankenberg sein Beileid aus. „Die Familien haben einen Angehörigen, einen Lieben verloren. Die Kameraden im EloKa haben einen Kameraden verloren. Die Stadt Frankenberg hat Bürger verloren. Und die Bundesrepublik hat ihre Soldaten und Bürger im Einsatz verloren“, sagte er sichtlich gerührt. In tapferer Pflichterfüllung seien Jörg Baasch, Andrejas Beljo, Helmi Jimenez-Paradies und Carsten Kühlmorgen für Deutschland gefallen.

Das alljährliche Gedenken in der Kaserne sei „zu kurz gestellt“, daher gebe die Tafel in der Kapelle des Frankenberger Friedhofs eine Möglichkeit, wie nicht nur Soldaten und Angehörige, sondern künftig das ganze Land der Toten gedenken könne. „Ich bin der Überzeugung, dass dieses höchste Opfer nicht umsonst war“, sagte er mit Blick auf die Betroffenen in der Kaserne und die Angehörigen eines der Gefallenen. Sie waren eigens nach Frankenberg gereist.Der Gedenktag hatte im engen Kreise mit einem Feldgottesdienst in der Burgwaldkaserne begonnen. Der Militärpfarrer Achim Patton hielt die Predigt vor Soldaten, Betroffenen und Angehörigen. Thomas Platt, Leiter des Familienbetreuungszentrums, spielte auf dem Tenorhorn. Im Anschluss wurden in stillem Gedenken Kränze am Gedenkstein der Kaserne abgelegt.

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