Kurs Darstellendes Spiel der Edertalschule zeigte Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“

Das Dilemma vom Gutsein

Aufruf zum Protest: Die Arbeiter lehnen sich gegen Ausbeutung auf. Szene aus der Aufführung des Stücks „Der gute Mensch von Sezuan“, das der 12er-Kurs Darstellendes Spiel am Mittwochabend in der Kulturhalle zeigte. Fotos: Battefeld

Frankenberg. Am Ende war „der Vorhang zu und alle Fragen offen“: Genau wie im Originalstück „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht, endete auch die Aufführung des 12er-Kurses Darstellendes Spiel der Edertalschule mit dem Appell an die Zuschauer, sich selbst einen „guten Schluss“ zu suchen – und mit lang anhaltendem Applaus für die 20 Darsteller. Eltern, Mitschüler und Lehrer waren begeistert.

„Ihr habt es toll gemacht, ich bin wirklich begeistert“, lobte anschließend Kursleiterin Katrin Ortwein, unter deren Regie die Jugendlichen die Parabel Bertold Brechts inszeniert hatten.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand die letztlich ungelöste Problematik, wie man in dieser Welt gut sein kann, wenn man selbst einigermaßen gut überleben will.

Szenen selbst entwickelt

Die Schüler hatten die Szenen selbst entwickelt und bearbeitet und in verschiedenen Kleingruppen eingeübt. Rahmenhandlung war, dass einige Schüler in der Mensa der Edertalschule sitzen und über das Theaterstück – das demnächst Klausurthema sein wird – diskutieren.

Zum Inhalt: Drei Götter durchwandern die Welt, um zu beweisen, dass es doch gute Menschen gibt. Sie finden schließlich die Prostituierte Shen Te. Diese scheint zu Anfang das Ziel der Suche zu sein, doch auch ihr wird sehr bald bewusst, dass es unmöglich ist, gut zu sein und zu überleben. Sie rettet sich aus dem Dilemma, in dem sie bei Bedarf in die Rolle ihres Vetters Shui Ta schlüpft und so ihre „böse“ Seite verkörpert.

Die Laiendarsteller überzeugten durch Textsicherheit, Komik und Überraschungsmomente auf der Bühne.

Mitwirkende waren: Helena Merle, Alisa Kroh, Tobias Wiechert, Jennifer Hirt, Lukas Scholl, Johannes Mohr, Nicolai Dörsch, Benjamin Bötzel, Simon Bohland, Annika Specht, Nadine Buschmann, Eva Wagner, Alexander Koch, Ricarda Schmidt, Laurin Vogt, Max Göbel, Bellal Sharif, David Henkel, Celina Schäfer und Lucas Beil. Für die Technik waren Marius Böhm und Tobias Wiechert verantwortlich.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

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