Diskjockey Jochen Scheffel hört nach mehr als 20 Jahren auf

Bald ist Schluss: Am kommenden Samstag hört Jochen Scheffel (42) als Diskjockey im Utopia in Geismar auf. Hier am Mischpult der Diskothek mit einigen seiner Lieblings-CDs Foto: Biedenbach

Geismar. Anfangs legte er sogar noch Schallplatten auf. Seit mehr als 20 Jahren ist Jochen Scheffel als Diskjockey im Geismarer Utopia tätig.Jetzt hängt er den Nebenjob an den Nagel.

Am kommenden Samstag sorgt der Geismarer letztmals bei der Ü-30-Party im Utopia für die Musik. Dafür verlost die HNA heute fünf Mal zwei Eintrittskarten (siehe Hintergrund unten).

„Einmal muss Schluss sein“, sagt der 42-Jährige. Seit Anfang der 1990er-Jahre stand Scheffel jeden zweiten Samstag am Mischpult, seit 2006 sorgte er bei den Ü-30-Partys jeden ersten Samstag im Monat für Stimmung. Er war auch immer mal wieder als Türsteher und Bedienung im Utopia tätig.

In seiner Anfangszeit als DJ hatte er zwei Plattenspieler vor sich: Er hörte in eine Platte rein, während die andere lief. Für einen nahtlosen Übergang von einem zum anderen Lied, musste er den Tonarm rechtzeitig und passgenau platzieren. „Die Platten erkannte ich am Cover. Zeit, die Titel erst zu lesen, hatte ich ja nicht“, erinnert er sich.

„Ich kenne viele der Gäste seit Jahrzehnten. Ich weiß im Voraus, was sie sich für Lieder wünschen“.

Rund 30 000 Schallplatten der Diskothek stehen nun auf dem Dachboden, sagt Utopia-Inhaber Lothar Battefeld. Er hebt sie auf wegen der Abspielrechte, die mit dem Kauf verbunden sind.

Viel einfacher wurde es für die Diskjockeys mit der Einführung der CDs. Aber auch das ist längst Geschichte. Als die MP3-Technik aufkam und das Abspielen der Songs über Computer, da sagte sich Scheffel zunächst, dass er damit nichts zu tun haben wolle. Doch auch da hat er sich eingearbeitet.

Rund 8000 Lieder hat er auf seinem Laptop. Aber Playlists für den ganzen Abend erstellt er nicht. „Ich wähle die Lieder immer spontan aus - je nachdem, wie gerade die Stimmung ist.“ Eines ist trotz der veränderten Technik gleichgeblieben: Ob ein Kratzer in der Platte oder ein Hänger im Programm - Pannen kann man nie ganz vermeiden.

Fan der Techno-Musik

In den 1990er-Jahren war Scheffel schon früh Fan der Techno-Musik und brachte sie auch im Utopia ein - musste aber Inhaber Battefeld erst davon überzeugen. Wenn der Chef nicht da war, nutzte er die Gelegenheit, drehte die Lautstärke hoch und nebelte den Raum kräftig ein.

Seit zirka 2006 hat er sich auf die Ü-30-Partys spezialisiert. „Ich kenne viele der Gäste seit Jahrzehnten. Ich weiß im Voraus, was sie sich für Lieder wünschen“. Im Moment sei das meist „Atemlos“ von Helene Fischer. „Das kann ich nicht mehr hören. So ging es mir früher auch mit ‘Ein Stern’ von DJ Ötzi. Das finde ich jetzt wieder ganz nett.“ Der Song, den er im Utopia wohl am meisten gespielt hat, ist „Welcome to heartlight“ von Kenny Loggins.

Warum hat er den Job so lange gemacht? „Ich höre einfach selber gerne Musik und der Nebenverdienst war gut“, sagt er.

Einen Titel wird er bei seinem Abschiedsabend am Samstag sicherlich spielen: „New York, New York“ von Frank Sinatra. Denn das war in all den Jahren sein Schlusslied, bei dem in der Disko das helle Licht anging.

Von Martina Biedenbach

Wie sich das Ausgehverhalten der Diskobesucher veränderte, warum das Rauchverbot schlecht für die Stimmung ist sowie eine Verlosung von Eintrittskarten für die Ü-30-Party - all das finden Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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