DKMS-Registrierungsaktion

Schüler aus Frankenberg suchen Stammzellen-Spender für krebskrankes Kind

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Mindestens 60 Sekunden muss das Wattestäbchen im Mund sein: Die Registrierung sei total einfach, sagt Zwölftklässler Maximilian Fleck (rechts). Er hat sich registriert, „weil es Menschen Leben gibt“.

Das Kind einer Schülerin der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg erkrankt. Ihre Mitschüler suchen mit einer Registrierungsaktion nach einem Stammzellen-Spender.

Oft ist bei dieser Diagnose eine Stammzellenspende die letzte Hoffnung. Um zu helfen, haben die Schüler des Ethik-Kurses der 12. Klasse eine Registrierungsaktion organisiert. „Die Stammzellenspende ist für Menschen mit Blutkrebs oft die letzte Chance, aber es ist keine Garantie“, sagt Fabienne Büring. Bei einer Informationsveranstaltung hat die Studentin und freiwillige DKMS-Mitarbeiterin am Dienstag über 600 Schüler der Hans-Viessmann-Schule über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) informiert.

Rund 140 Schüler haben sich anschließend registriert. Sie alle wollen helfen – denn das Kind einer Mitschülerin ist an Blutkrebs erkrankt. „Ich finde die Aktion gut, weil es viele Betroffene gibt und auch an unserer Schule jemand betroffen ist“, sagt eine Schülerin nach der Registrierung. „Wenn man helfen kann, finde ich es sehr wichtig, das auch zu tun.“

Die Registrierung an sich ist einfach: Mit drei Wattestäbchen wird ein Abstrich von der Wangenschleimhaut gemacht. Dieser wird dann in ein Labor der DKMS geschickt, wo die Gewebemerkmale analysiert werden. Anschließend können diese über die Datenbank weltweit mit den Daten von Patienten abgeglichen werden, die auf der Suche nach einem Stammzellenspender sind.

Junge Stammzellen-Spender werden gesucht

Die Chance, einen solchen Spender zu finden, ist jedoch gering. Denn dazu muss dieser ein genetischer Zwilling mit nahezu identischen Gewebemerkmalen sein. „Blutkrebs ist eine Krankheit, an der sehr viele kleine Kinder sterben“, sagt Ethiklehrerin Ellen Vollmar-Pez. Sie hat die Typisierungsaktion mit ihrem Ethik-Kurs organisiert.

„Man muss Schülern auch die Möglichkeit geben, sich zu registrieren“, sagt Vollmar-Pez. „Wenn sie diese Möglichkeit nicht haben, dann kann man es ihnen auch nicht vorwerfen, wenn sie nicht registriert sind.“ Aber gerade junge Spender würden gesucht.

Die Schule biete daher regelmäßig Informationsveranstaltungen an, sagt Vollmar-Pez. Zum Ende des Schuljahres ist eine Nachregistrierung geplant, denn noch nicht alle Schüler sind 17 Jahre alt. Erst mit 17 können sich Jugendliche für die Datenbank registrieren, eine Spende ist erst ab dem 18. Lebensjahr möglich.

Weltweit sind 10 Millionen Menschen bei der DKMS registriert

Wenn man als Spender in Frage kommt, wird man von der DKMS kontaktiert, erklärt Ann-Christin Jaksch, die ebenfalls freiwillig für die DKMS Vorträge hält. Sie hat im Jahr 2018 Knochenmark gespendet. „Es war überhaupt nicht schlimm“, sagt Jaksch. „Es fühlt sich an wie eine Prellung.“ In 80 Prozent der Fälle wird jedoch überhaupt kein Knochenmark benötigt, dann werden die Stammzellen über ein anderes Verfahren aus der Blutbahn entnommen.

Der schönste Moment sei gewesen, als ihr am Telefon gesagt wurde, dass ihre Spende an ein Kind im Alter von null bis fünf Jahren gegangen sei, und dass es dem Mädchen gut gehe. „Das entschädigt für alles“, sagt Jaksch. Zwei Jahre nach der Spende können Patient und Spender direkt Kontakt aufnehmen.

Ein Drittel der Patienten findet laut DKMS einen Spender in der eigenen Familie. Andere Patienten sind auf die Spenderdatenbank angewiesen, in der weltweit knapp zehn Millionen Personen registriert sind. Jeder zehnte Blutkrebspatient sucht vergeblich nach einem Spender.

Online als Spender registrieren

Wer sich bei der DKMS als möglicher Stammzellenspender registrieren möchte, kann dies online tun. Nach dem Ausfüllen eines kurzen Fragebogens, sendet die DKMS ein Registrierungs-Set zu, in dem die benötigten Wattestäbchen und eine Anleitung sind. 

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