Kommunen entscheiden über Grenztrail

Dodenauer Gastwirte sind für kreisweite Mountainbike-Strecke

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Sprechen sich für den Trail aus: (von links) Silvia Henk von der Ederbergland-Touristik und die Dodenauer Gastronomen Karola Boucsein, Bettina Pitz, Marcel Sassor, Hartmut Ranze und der Erste Vorsitzende der Ederbergland-Touristik Axel Sassor.

Die Parlamente der Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg diskutieren derzeit über den geplanten Grenztrail. In der Debatte um diese kreisweite Moutainbike-Strecke haben sich jetzt auch Gastwirte aus dem Luftkurort Dodenau zu Wort gemeldet.

„Wir wollen das gerne haben und unterstützen die Sache voll und ganz“, betont der Vorsitzende der Ederbergland-Touristik, Axel Sassor, in einem Pressegespräch. Für Sassor und drei weitere Gastwirte aus Dodenau liegen die Vorteile des 15 Millionen teuren und mehr als 600 Kilometer langen Projekts auf der Hand: „Ich glaube, dass nicht nur die Gastronomie davon profitieren wird. Es wird ja auch eingekauft oder getankt“, sagt Sassor über die Moutainbiker, die ja auch mit dem Auto anreisen werden.

Zudem gebe es die Fahrradschmiede in Battenfeld, die ebenfalls einen Nutzen davon hätte. Schließlich sei der Trail nicht nur für Touristen interessant, sondern könne auch von Einheimischen genutzt werden, so Sassor.

Fahrradfahren liege im Trend, sagt Bettina Pitz. Erst im vergangenen Jahr habe sie in ihrem Hotel in Dodenau Gäste beherbergt, die ihre Mountainbikes dabei hatten und diese extra mit dem Auto nach Willingen transportiert hatten, um dort zu fahren. 

Auch Axel Sassor vom Hotel Sassor beobachtet, dass die Zahl der Fahrradtouristen ansteigt. Eine Gefahr für die Natur sieht die Dodenauerin Kornelia Boucsein hingegen nicht. Viele Mountainbiker würden ohnehin bereits „wild“ im Wald oder im Feld fahren, sagt sie. „Das schadet ja noch eher der Natur, als wenn spezielle Wege ausgewiesen werden. Immer vorausgesetzt, dass der Trail so gebaut wird, dass er für alle zufriedenstellend ist“, betont sie.

„Dass alles gesetzeskonform sein muss, ist uns natürlich bewusst“, ergänzt Axel Sassor. Die Gruppe bezieht damit Stellung zu kritischen Stimmen, die im Oberen Edertal laut geworden waren: Erwin Strieder, der Vorsitzende des Gebirgs- und Wandervereins Oberes Edertal, hatte das vom Land geförderte Projekt als „Größenwahn auf Kosten der Natur“ bezeichnet.

Während in 17 von 22 Kommunen in Waldeck-Frankenberg bereits Zustimmung zu dem geplanten Mountainbike-Grenztrail signalisiert worden sei, hat die Gemeinde Allendorf dem von Willingen initiierten Projekt eine Absage erteilt.

Im Battenberger Parlament steht das Thema morgen auf der Tagesordnung. Auch hier ist der Grenztrail wie berichtet nicht unumstritten. Der Haupt– und Finanzausschuss sowie der Ausschuss für Tourismus, Umwelt und Landwirtschaft haben das Projekt aber im Vorfeld mehrheitlich begrüßt und eine positive Beschlussempfehlung gegeben.

Aufgenommen wurden dort auch Ausschlussklauseln, für den Fall, dass die Umlage an den noch zu gründenden Zweckverband exorbitant steigt oder – wider Erwarten – kein direkter Nutzen für die Stadt Battenberg aus diesem Beitritt resultiert.

Das sagt der Wanderverein

Nach der Befürwortung von Dodenauer Gastwirten für den Grenztrail nimmt Erwin Strieder, Vorsitzender des Gebirgs- und Wandervereins Oberes Edertal, erneut Stellung zu der Diskussion. 

In seiner E-Mail an die HNA schreibt er, dass sich sein Verein immer für die Förderung eines naturverträglichen, sanften Tourismus eingesetzt habe. „Deshalb stehen wir der Neuanlage von Mountainbike-Strecken im Altkreis Frankenberg sehr skeptisch gegenüber.“ 

Er verweist auf einen „erheblichen Anteil der Fläche“ im Altkreis, der zum Beispiel Natur- und Vogelschutzgebiet sei, etwa in den linksseitigen Seitentälern der Eder und auf dem Battenfelder Driescher. Strieder: „Mit den Ausnahmen der besiedelten Flächen erstrecken sich diese Schutzgebiete mit sensiblen Bereichen von der Kreisgrenze im Lützelgebirge bei Hatzfeld über die Breite Struth bis nach Lichtenfels, über den Burgwald und im Kellerwald und Haina-Gebirge südlich des Edersees einschließlich des Nationalparks.“ 

Daher sei es „uns vollkommen schleierhaft, wie man sich eine Realisierung des Grenztrails in diesem Gebiet ohne eine Beeinträchtigung der Natur sowie der Interessen anderer Gruppen – Jäger, Waldbesitzer, Wanderer etc. – vorstellt“. Diese Bedenken würden offenbar auch die Gremien der Gemeinden teilen, die sich bislang gegen das Projekt ausgesprochen haben, sagt Strieder.

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