Hintergrund vielen unbekannt

Dodenauer Ostlandkreuz erinnert an Heimatvertriebene

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Viele Männer packten kräftig mit an: Am Tag der Heimat, dem 12. September 1954, wurde das Dodenauer Ostlandkreuz aufgestellt. Es soll an die Vertreibung Deutscher aus Ostpreußen und dem Sudetenland erinnern. Heute droht die Funktion der Gedenkstätte aus dem Bewusstsein der Menschen zu verschwinden.

Dodenau. Feuerwehrkapelle und Spielmannszug haben gespielt, der Männergesangverein trat auf, Dodenaus Bürgermeister Gustav Schneider und Landrat Heinrich Kohl waren da. Im September 1954, am Tag der Heimat, wurde mit einer Feier das Ostlandkreuz in Dodenau eingeweiht.

Heute kennen offenbar nur noch wenige Dodenauer die genaue Bedeutung des Denkmals. Zum Osterfeuer, das jedes Jahr am Ostersamstag beim Ostlandkreuz veranstaltet wird, hat es jedenfalls keine Verbindung.

Bei der Bevölkerung geraten das schlichte Holzkreuz und sein Zweck langsam in Vergessenheit. Die Erinnerungen an die Aufstellung des Denkmals beginnen auch bei den aussterbenden Zeitzeugen zu verblassen. "Sinn und Zweck war die Erinnerung an die Heimatvertriebenen", erinnert sich eine ältere Dodenauerin.

Nach Angaben des Bundes der Vertriebenen (BdV) wurden seit den 1950er-Jahren weit über tausend Gedenkstätten zur Erinnerung an die Vertreibung deutschstämmiger Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches in der Bundesrepublik errichtet.

Der BdV hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Gedenkstätten, zu dokumentieren. Selbst in den Auflistungen des BdV sind die Informationen zum Dodenauer Ostlandkreuz spärlich. Lediglich das Einweihungsdatum, der 12. September 1954, und eine ungenaue Standortinformation sind den Angaben zu entnehmen. Vor Ort sucht man vergebens eine Gedenk- oder Informationstafel. Das Denkmal ist mittlerweile in die Jahre gekommen und mit Moos bedeckt.

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Von Juliane Becker

Quelle: HNA

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