Grund: Zu großer Aufwand

Doppelte Straßennamen: Hainaer Parlament gegen Umbenennung

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Doppelte Straßennamen: Eine Frankenberger Straße gibt es in Haina (Foto) mit 39 Anwohnern und im Ortsteil Löhlbach (rechts) mit 119 Anwohnern. Betroffene klagen über Verwechslungen, etwa bei Brief- und Paketzustellungen.

Haina/Kloster – Die Hainaer Gemeindevertretung hat mit großer Mehrheit den Antrag der Freien Bürgerschaft Löhlbach (FBL) abgelehnt, dafür zu sorgen, dass es künftig keine doppelten Straßennamen mehr in der Gemeinde Haina gibt.

Der mit einer Adressenänderung für die Anwohner verbundenen Aufwand wurde als Grund genannt.

Das Problem

Fünf Straßennamen sind in der Großgemeinde doppelt vergeben: Am Mühlenberg: Halgehausen (21 Anwohner), Löhlbach (83) Bergstraße: Halgehausen (40), Löhlbach (35) Frankenberger Straße: Löhlbach (119) und Haina (39) Heckwaldstraße: Halgehausen (32), Römershausen (42) Am Rain: Dodenhausen (2), Bockendorf (7).

Immer wieder kommt es laut Anwohnern vor, dass Pakete und Briefe von ortsunkundigen Zustellern im falschen Ortsteil abgegeben werden. Oft müssten die Anwohner selbst die richtigen Empfänger informieren. Man versuche zwar, bei Internet-Bestellungen als Adresse den Ortsteil statt der Gemeinde zu nennen, doch das sei nicht immer möglich.

Aufwand

Der Hainaer Gemeindevorstand hat den Aufwand für die Adressenänderung aufgelistet. Dazu gehören: Änderung im Personalausweis (15 Euro), Fahrzeugschein (25 Euro), im Grundbuchamt, Mitteilungen bei Banken und Behörden, Versicherungen, Versorgern und vieles mehr. Anwohner dürften nicht unzumutbar belastet werden. Das könne dazu führen, dass die Gemeinde die Kosten tragen müsse. Zudem könnten Anwohner gegen eine Änderung des Straßennamens klagen, erläuterte der Gemeindevorstand.

Rettungsdienst

Beim Rettungsdienst habe es in der Vergangenheit zwar Verwechslungen der Ortsteile gegeben, aber die Leitstelle des Landkreises Waldeck-Frankenberg ist mittlerweile laut Bürgermeister Alexander Köhler auf die Verhinderung solcher Verwechslungen vorbereitet – zum einen durch eine Software bei Festnetzanrufen, zum anderen durch Nachfragen der Mitarbeiter bei Notrufen per Handy.

Parlamentsbeschluss

Diese Problemlösung beim Rettungsdienst und der Aufwand für eine Namensänderung veranlasste Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina, SPD und Unabhängige Bürger Dodenhausen, den Antrag der FBL abzulehnen. Hinzu kommt, dass sich auch alle betroffenen Ortsbeiräte gegen die Änderung ausgesprochen hatten – auch Löhlbach. Dass Abstimmungsergebnis im Parlament – 14 Nein-, 3 Ja-Stimmen und eine Enthaltung – enttäuschte FLB-Sprecher Heinz Brück: „Man lässt die Bürger mit dem Problem alleine.“

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