Altenlotheim

Dorfladen "BluCaLe" möglicherweise vor dem Aus

- Frankenau (apa). Sie wollen weitermachen. Aber eigentlich können sie nicht: Angela von Drach und Ingrid Schomberg erwägen, ihr Geschäft „BluCaLe“ in Altenlotheim zu schließen. „Wir sehen noch immer einen Sinn, ja eine Aufgabe darin, den Altenlotheimern ihr Geschäft zu erhalten“, betont Ingrid Schomberg. Doch zu diesem Ziel gehört es auch, mit dem Laden Geld zu verdienen. Die Kosten seien zwar gedeckt, sagt Schomberg, „aber für uns beide bleibt kaum mal etwas übrig“.

Vor knapp fünf Jahren, als der Lebensmittelladen in Altenlotheim geschlossen wurde, setzten sich die beiden Frauen dafür ein, dass die Altenlotheimer weiterhin in ihrem Dorf einkaufen können: Ingrid Schomberg und Angela von Drach machten sich selbstständig und gründeten das „BluCaLe“, kurz für Blumen, Café, Lebensmittel – ohne jede finanzielle Förderung. Das „BluCaLe“ ist ein klassischer Dorfladen. Dort kaufen ältere Frauen ein, die keine Gelegenheit haben, in die umliegenden Orte zu fahren. Kinder erstehen für zehn Cent Süßigkeiten oder ein Geburtstagsgeschenk für den Opa. Auch einige jüngere Frauen, die außerhalb arbeiten, erledigen kleine Einkäufe bei Schomberg und von Drach. Es gibt tägliche Stammkunden, die nicht zuletzt auch auf ein Schwätzchen hereinkommen. Und die heimi­schen Vereine bestellen dort Präsentkörbe oder Blumen. Die Betreiberinnen bieten monatliche Sonderaktionen an, kochen­ auf Vorbestellung Erbseneintopf und liefern die Einkäufe auf Wunsch auch zu den Kunden nach Hause. Dennoch reichen die Einnahmen nicht, um einen Gewinn zu erwirtschaften, sagt Ingrid Schomberg. „Wir können einfach nicht mit den Preisen der großen Supermarktketten mithalten“, nennt sie selbst einen Grund dafür. Doch ihre Mitarbeiterin muss bezahlt werden, die monatlichen Kosten verschlingen fast alle übrigen Einnahmen. Die Betreiberinnen arbeiten täglich und verdienen kaum Geld. Dabei läuft das Café am Wochenende sehr gut.

„Wir kämpfen ums Überleben“, sagt Ingrid Schomberg. Die beiden Altenlotheime­rinnen ziehen die Schließung ihres Geschäftes ernsthaft in Betracht. Seit fünf Jahren verdienen sie kein Geld damit, sind auf die finanzielle Unterstützung ihrer Ehemänner angewiesen. Dabei war die Idee erfolgversprechend.

Für Ortsvorsteher Heiko Backhaus hat der Dorfladen „eine große Bedeutung für Altenlotheim. Wenn er schließen würde, wäre das sehr schlecht, gerade für unsere älteren Mitbürger“, betonte Backhaus. „Die sind darauf angewiesen.“ Für ihn gibt es eine einfache Lösung für das Problem: „Wenn jeder regelmäßig ein bisschen was da einkaufen würde, wäre schon viel geholfen.“ Zudem sei es schade um das Café, das dann auch geschlossen würde, betont der Ortsvorsteher. Es ziehe schließlich auch Touristen nach Altenlotheim.

Mehr lesen Sie in der Samstagsausgabe der Frankenberger Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare