Zwei Monate Texte lernen, erst kurz vor dem Auftritt im Adonia-Musicalcamp gemeinsam proben

In drei Tagen ein Musical einstudiert

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In dem Musical „Das Urteil“ spricht Pontius Pilatus mit einer Gefährtin über Jesus. Sie berichtet bei Cocktail und Sonnenschein von dem Messias, der Menschen heilen kann.Fotos: Patricia Kutsch

Frankenberg - „Ans Kreuz mit ihm!“ - das fordert der Projektchor Adonia im Musical „Das Urteil“ am Donnerstag in der Ederberglandhalle. Zuvor haben die 70 Jugendlichen ein Loblied auf Jesus gesungen.

Ein einzelner Junge betritt die Bühne und erzählt vom Weizenkorn, das stirbt und dadurch reiche Früchte trägt. So stirbt auch er selbst - Jesus -, um Früchte zu tragen. Dann schlägt die Band im Hintergrund rockige Töne auf Gitarre und Schlagzeug an und 70 Jugendliche aus den Gemeinden der Evangelischen Allianz stürmen nach vorne: Der Projektchor rennt klatschend und jubelnd auf die Bühne.

Etwa 400 Zuschauer begrüßen die jungen Sänger mit begeistertem Applaus. Sichtlich mit Spaß dabei legt der Chor sofort los und besingt Jesus und die Wahrheit, während einige Mädchen mit Palmwedeln tanzen. Nach dem fulminanten Auftakt begrüßt Bürgermeister Rüdiger Heß die Besucher und erklärt, dass 70 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren „Das Urteil“ aufführen.

Der Chor ist einer von 23 Adonia-Projektchören in Deutschland. Die Jugendlichen erklären, dass sie ihre Noten nach ihrer Anmeldung vor zwei Monaten bekommen und seither Texte auswendig gelernt haben. Getroffen hat der Chor sich erstmals am Sonntag - und direkt nach drei intensiven Probentagen das Musical auf die Bühne gebracht.

Dass die jungen Musical-Darsteller nur drei Tage zusammen geübt haben, ist angesichts der Tänze und Lieder auf der Bühne schwer vorstellbar: Junge Mädchen ragen mit Soli aus dem Chor hervor, andere präsentieren sich als Cheerleader mit ausgefallener Choreografie und wieder andere Jugendliche haben kleine Rollen in dem Stück übernommen. Mit Liebe zum Detail und viel Emotion schildert der Projektchor, wie Jesus und Pontius Pilatus zusammentreffen, beschreiben den Leidensweg des Königs der Juden und die Vergebung der Sünden für alle Menschen durch dessen Tod am Kreuz.

„Wenn das nur gut geht“, singt der junge Chor, nachdem Pilatus von Jesus erfahren hat. Aus dem Chor wird im Laufe des Stücks ein wütender Mob, der von Pilatus die Hinrichtung Jesu fordert. Erst auf deren Druck hin spricht er das Todesurteil. Dann verwandelt der Chor die Stimmung im Saal: Bedrohlich erzählt er von der Folter, melancholisch vom Tod und schließlich fröhlich von der Auferstehung. Die fröhlichsten Stücke singen die Jugendlichen gleich nochmal: Unter großem Beifall.

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