Fünfjähriges Kita-Kind leidet wahrscheinlich an gefährlicher Krankheit

Dringender Verdacht auf Meningitis in Rosenthal

Rosenthal. Ein fünfjähriges Mädchen aus Rosenthal ist „mit höchster Wahrscheinlichkeit“ an einer Hirnhautentzündung (Meningitis) erkrankt.

Das teilte der Fachdienst Gesundheit des Kreises bei einer Infoveranstaltung in Rosenthal am Montag ab 16.30 Uhr mit. Unbehandelt kann die seltene Krankheit tödlich verlaufen.

Im konkreten Fall rät der Fachdienst Gesundheit allen Personen, die engen Kontakt mit dem Kind hatten, sich vorsichtshalber durch den Hausarzt beraten und vorbeugend mit einem Antibiotikum behandeln zu lassen – insbesondere die Kinder der Rosenthaler Kindertagesstätte, die das Mädchen besuchte.

Darüber hinaus wird allen Eltern grundsätzlich geraten, ihre Kinder zu beobachten und bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerz oder Erbrechen sofort den Hausarzt aufzusuchen. Da es sich momentan um einen Einzelfall handele und eine Übertragung nur durch den Austausch von Körperflüssigkeiten erfolge, seien weitere Maßnahmen wie die Schließung der Kindertagesstätte nicht erforderlich.

Aufgrund der Beschwerden und der bisherigen Untersuchungsbefunde wird von einem bakteriellen Erreger ausgegangen, teilt der Fachdienst mit. Die bestätigten endgültigen Laborwerte lägen momentan noch nicht vor. Auch der mögliche Ansteckungsweg ist bisher unbekannt. 

Bei der Infoveranstaltung wurden unter anderem die folgenden Fragen geklärt. Antworten lieferten Valentina Dick, Dr. Burkhard Kühn und Simona Wagner vom Fachdienst Gesundheit des Kreises.

Was ist eine Meningitis oder Hirnhautentzündung? 

Die Meningitis ist eine Entzündung der Gehirn- oder Rückenmarkhaut. Sie wird durch Bakterien und Viren übertragen. Typische Anzeichen sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteife, Schüttelfrost, Schwindel und Erbrechen. Meningitis kann unbehandelt tödlich verlaufen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch beträgt sieben bis zehn Tage. Solange sind Erkrankte auch ansteckend, sagte Valentina Dick.

Wie steckt man sich mit der Krankheit an?

Im konkreten Fall geht man von Bakterien als Verursacher aus. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen. Da die Bakterien außerhalb des Menschen nur kurz überleben, ist für eine Infektion ein enger Kontakt mit infektiösen Flüssigkeiten erforderlich. Als Beispiel nannte der Simona Wagner Speichel, etwa wenn Kinder sich ein Glas teilen. Ein Zusammentreffen von Menschen ohne engen Körperkontakt führt in der Regel nicht zu einer Ansteckung. 

Wie wurde die Krankheit entdeckt? 

Meningitis ist meldepflichtig. Das Klinikum, in dem die möglicherweise infizierte Fünfjährige behandelt wird, hat den Fachdienst Gesundheit verständigt, der wiederum Kontaktpersonen des Kindes informiert hat. Im Landkreis ist laut Fachdienst der letzte bestätigte Fall 2013 aufgetreten. In den vergangenen zehn Jahren waren es drei Fälle. Dr. Burkhard Kühn erläuterte, dass auch längst nicht jede Infektion zu einer Erkrankung führt.

Wie wird die bakterielle Meningitis behandelt? 

Mit Antibiotika. Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt der Fachdienst, dass alle Rosenthaler Kita-Kinder vorbeugend Antibiotikum bekommen. Die Dosierung wird abhängig vom Gewicht und Alter durch den behandelnden Arzt errechnet und muss über zwei Tage gegeben werden.

Warum wurden in Rosenthal nach der Veranstaltung Medikamente verteilt? 

Bereits am Sonntagabend hatten viele Eltern den ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktiert und waren an das Marburger Klinikum verwiesen worden. Kinder hätten dort laut mehrerer Eltern ohne Begründung unterschiedliche Medikamentendosen verschrieben bekommen. Im Anschluss an die Infoveranstaltung gab es daher Einzelberatungen und es wurde der genaue Bedarf ermittelt. 

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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