Gestrandet auf Trauminsel

Drohender Vulkanausbruch: Constanze Schöttler aus Obernburg sitzt auf Bali fest

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Der seit Wochen rumorende Vulkan auf Bali hat nach einer erneuten Eruption gestern Asche hunderte Meter hoch in die Luft geschleudert. Wegen zunehmender Aktivität des Vulkans Mount Agung auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali haben die Behörden die höchste Alarmstufe ausrufen lassen.

Bali/Vöhl. Auf Bali droht ein gewaltiger Vulkanausbruch: Zusammen mit Zehntausenden anderen Urlaubern sitzt auch Constanze Schöttler aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg auf der indonesischen Insel fest.

Constanze Schöttler

"Ich habe schon ein bisschen die Hosen voll“, sagt Schöttler (46), die aus Obernburg kommt, am Telefon im Gespräch mit unserer Zeitung. Etwa 5500 bis 6000 Reisende aus Deutschland seien derzeit auf der Urlaubsinsel, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes am Montag. Schöttler befindet sich gerade in Lovina, im Norden Balis, rund 70 Kilometer vom Vulkan entfernt. Weit weg genug von der Gefahrenzone. Schöttler wohnt dort in einem Haus, das Freunden aus Bad Wildungen gehört. „Wir leben hier autark neben einem Reisfeld und sind vorwiegend unter Balinesen“, sagt die Obernburgerin. „Wir wollten keinen Hotelurlaub, sondern unter den Menschen hier sein.“

In den Gebieten, in denen Ascheregen niedergehen könnte, tragen einige die Atemmasken, die Behörden dort verteilt hatten. Die Balinesen selbst nehmen den drohenden Vulkanausbruch als göttliches Schicksal gelassen hin. „No Problem“, sagt der Gärtner von Schöttlers Feriendomizil am Telefon. Er habe keine Angst. Er habe schon die Ausbrüche in den Jahren 1963 und 1964 miterlebt. Damals war Mount Agung zuletzt ausgebrochen, etwa 1200 Menschen kamen ums Leben.

Erst vor wenigen Tagen war Constanze Schöttler ganz in der Nähe des Mount Agung. „Wir konnten die Rauchschwaden sehen.“ Ihrer Familie und ihren Freunden hat sie ihren Standort über soziale Netzwerke mitgeteilt. „Damit sie wissen, wo ich bin.“

Die Reise hatte sie bereits Anfang Januar gebucht und in den letzten Monaten die Entwicklung auf Bali verfolgt. Immer wieder brodelte es im Vulkan. „Zwischendurch habe ich überlegt, abzusagen. Aber dann hat der Vulkan wieder geschlafen, wie die Balinesen sagen.“

Der Vulkan brodelt: Die Behörden haben rund 100.000 Menschen aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Vor wenigen Tagen war Constanze Schöttler ganz in der Nähe des Mount Agung.

Zur Abreise ist jetzt zu spät, der Flughafen ist geschlossen. Die Telefonleitungen zu Singapore Airlines seien zusammengebrochen, sagt Schöttler. „Eine Fähre würde ich zur Zeit nicht wählen, aufgrund eines möglichen Tsunamis, der sich wegen des Drucks auf der Insel eher nach außen bewegen wird, also Richtung andere Inseln. Daher versuchen wir die Ruhe zu bewahren und abzuwarten. Ich denke, das ist die beste Lösung.“

Die Erdbeben haben sich in den vergangenen Tagen rapide vermehrt. „Heute Nacht schlafen wir deshalb draußen.“ Bei Temperaturen von 32 Grad: No Problem, wie der Gärtner sagt.

Quelle: HNA

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