Gemünden/Haina

Durch die Zusammenlegung von Pfarrstellen könnte die Kirche sparen

- Gemünden/Haina (jos). Die Kirche muss sparen. Dieser Zwang hat zur Folge, dass derzeit in der Bunstruth über Zusammenlegungen von Pfarrstellen und neue Strukturen diskutiert wird. Beschlossen ist noch nichts, Ideen gibt es allerdings bereits.

Angedacht ist eine Zusammenlegung von Gemünden, Schiffelbach, Grüsen und Mohnhausen zu einem großen Kirchspiel. „Das ist allerdings im Moment nur eine Idee“, betont Rainer Staege, Dekan im Kirchenkreis Kirchhain, zu dem die Gemündener Gemeinden gehören. Insgesamt müsse der Kirchenkreis Kirchhain 1,75 Pfarrstellen einsparen. „Ob und wie das gelingt, das ist noch nicht so weit gediehen“, unterstreicht Staege. Doch nach FZ-Informationen ist bereits einiges im Fluss: Der Grüsener Pfarrer Hilmar Jung könnte künftig eine halbe Stelle in der forensischen Klinik in Haina übernehmen, die durch den Wegzug des dortigen Pfarrer-Ehepaars Koch frei geworden ist.

„So oder so wird Pfarrer Jung weiterhin die Gottesdienste halten wie vorher“, erklärt Staege. Bei der Gemeindearbeit des beliebten Pfarrers gebe es keine Reduzierung. Möglicherweise, so Staege, könnte allerdings das Gemündener Pfarrer-Ehepaar Aufgaben von Hilmar Jung übernehmen – zum Beispiel Religionsunterricht in der Schule oder Konfirmandenunterricht. In Gemünden gibt es 1,5 Pfarrstelen: Hermann Noll nimmt eine Stelle wahr, seine Ehefrau Christina Jung eine halbe.

Kittel erwägt zu gehen

Auch in den Hainaer Dörfern wird über mögliche Veränderungen diskutiert. Am Rande von Veranstaltungen hieß es, der Dodenhäuser Pfarrer Peter Kittel wolle die Gemeinde verlassen. Auf FZ-Nachfrage sagt der Seelsorger: „Die halbe Gemeindepfarrstelle in Dodenhausen könnte zu den 95 Stellen gehören, die die Landeskirche einsparen will.“ Deshalb habe er nach einer neuen Aufgabe Ausschau gehalten und auch bereits eine Pfarrstelle im Auge, die im nächsten halben Jahr frei werde.

Die Kirchengemeinde Dodenhausen zählt zum Kirchenkreis Frankenberg. Dessen Dekanin Ute Zöllner unterstreicht gegenüber der FZ: „Wir sind in einem Beratungsprozess.“ Erst Ende dieses Monats werde sich der Kirchenkreisvorstand beraten und eine Stellungnahme abgeben, die dann an die Landeskirche nach Kassel geht. Der Beschluss des Kirchenkreisvorstandes sei nicht entscheidend dafür, ob und welche Pfarrstelle eingespart wird. Angedacht ist nach FZ-Informationen, dass Dodenhausen mit der Kirchengemeinde Löhlbach vereint wird. „Selbst wenn Herr Kittel gehen sollte, ist noch nicht klar, dass die Kirchengemeinde Dodenhausen aufgelöst wird“, sagt Dekanin Zöllner.

Bei den künftigen Strukturreformen innerhalb der Landeskirche wird es auch um Veränderungen von Kirchenkreisgrenzen gehen. Auf der Kippe stehen laut Angaben des Kirchhainer Dekans Staege alle Kirchenkreise, die nicht eine gewisse Größe haben. Nach dem Willen der Landeskirche solle ein Kirchenkreis künftig mindestens 25 und bis zu 40 Pfarrstellen haben. Kirchhain habe aktuell etwa 20. Ab dem nächsten Jahr soll deshalb ein noch zu gründender Strukturausschuss darüber beraten, wie es mit dem Kirchenkreis Kirchhain weitergeht.

Dem Ausschuss soll dann laut Staege auch der neue Dekan des Kirchenkreises Marburg Stadt angehören – die Stelle ist derzeit noch vakant. Denkbar sei, so Staege, dass ein Teil des Kirchenkreises Marburg Land mit dem Kreis Marburg Stadt und ein anderer Teil mit dem Kirchenkreis Kirchhain vereint wird.

Gemünden könnte dann zum Kirchenkreis Frankenberg gehören. „Das ist aber alles noch sehr in den Anfängen“, betont Staege. Wenn Grenzen von Kirchenkreisen verändert werden sollen, müsse das letztlich die Landessynode beschließen. „Bis es so weit kommt, dauert es mindestens noch zwei Jahre“, sagt Staege. Er betont: „Grund zur Unruhe gibt es nicht. Alle Kirchengemeinden und Gottesdienste bleiben, es werden nur andere Zuschnitte gefunden werden müssen.“

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