Kostengünstigste Variante für 260000 Euro im Frankenberger Stadion

SG Eder und TSV Röddenau wollen Kunstrasen

Frankenberg - Wird im Frankenberger Stadion zukünftig auf Kunst- statt Naturrasen gegrätscht und gejubelt? Wenn es nach den Fußballern der SG Eder und des TSV Röddenau geht, dann ja. Die beiden Vereine hoffen, das Projekt umsetzen zu können. Noch stehen die Planungen aber ganz am Anfang.

Am 26. Oktober 2013 gewannen die Fußballer des TSV Röddenau mit 5:2 gegen den SV Großseelheim. Dass dies das letzte Heimspiel vor der Winterpause sein sollte, war da noch nicht unbedingt abzusehen. Doch bis zum Ende der Hinrunde folgten nur noch Partien in der Fremde. Grund war laut Thomas Müller vom Vorstand des TSV das feuchte Wetter und der dadurch nicht bespielbare Rasenplatz in Röddenau.

Ziel des Vereins ist es daher, weniger vom Wetter abhängig zu sein. Und so würden sich die SG Eder, die sich aus den Fußballern des TSV Frankenberg sowie des TSV Viermünden/Schreufa zusammensetzt, und der TSV Röddenau in Zukunft gerne einen Kunstrasenplatz teilen - dieser soll nach Möglichkeit den Naturrasen im Frankenberger Stadion in der Ederaue ersetzen.

Neue Umkleidekabinen?

„Dieser Plan geistert schon seit ein paar Jahren durch Frankenberg“, sagt Thomas Müller. Klar sei, dass ein Verein alleine solch einen Umbau nicht stemmen könne. Und so forcieren der TSV und die SG das Projekt gemeinsam. „Trotz des milden Wetters hatten wir relativ viele Spielausfälle“, klagt Christoph Kroll, Spartenleiter Fußball bei der SG. Im Herbst und Winter könne auf dem Platz oft monatelang nicht trainiert werden. „Andere Vereine kommen so besser aus der Winterpause.“ Die Röddenauer Kicker würden in der Vorbereitung auf die Rückrunde zum Training teilweise nach Hallenberg auf den dortigen Kunstrasen ausweichen, erklärt Müller. Für die Vereine, die beide in der Kreisoberliga Marburg/Gießen spielen, sei der Fußballstandort Frankenberg so ein Wettbewerbsnachteil.

Noch befinden sich die Planungen allerdings im Anfangsstadium. Am 23. April ist ein Termin im Frankenberger Stadion mit Bürgermeister Rüdiger Heß und einem Vertreter vom Fachdienst Sport des Landkreises vorgesehen. Dann wollen die Vereinsvertreter ihre Pläne genauer vorstellen.

„Wir halten das Frankenberger Stadion für den besten Standort“, sagt Thomas Müller. Dort seien Flutlicht, Zäune und Unterbau vorhanden. Zudem bestehe keine Gefahr durch Hochwasser - das wäre bei den beiden niedriger gelegenen Plätzen direkt nebenan wie auch in Viermünden und Röddenau der Fall. „Das ist auch die wirtschaftlichste Variante“, erklärt Müller weiter. Rund 260000 Euro wären für den Umbau nötig. Den Bau eines neuen Platzes halten die beiden Sportler nicht für realistisch. Zusätzliche Kosten könnten im Stadion allerdings entstehen, wenn auch Umkleidekabinen am Platz geschaffen würden. So gebe es Überlegungen, das leerstehende Sprecherhäuschen oder den Materialraum der Leichtathleten umzufunktionieren.

Auch mit den Sportlern dieser Sparte sei gesprochen worden, sagt Christoph Kroll. Die Kugelstoßanlage könnte bei einem Umbau zum Beispiel bestehen bleiben, nur die Speerwurfanlage müsste wohl versetzt werden.

„Nur mit Unterstützung“

Um das Großprojekt finanzieren zu können, wurden bereits Fördermöglichkeiten geprüft. Zudem hoffen die Vereine auf Spenden aus der Wirtschaft und von Privatpersonen. Denkbar ist die Gründung eines Fördervereins. „Es geht nur mit Unterstützung“, weiß Müller. Er sieht auch langfristig finanzielle Vorteile - zum Beispiel, was die Unterhaltung und Pflege des Kunstrasens betreffen würde. Dass sich zwei Vereine bei der Nutzung eines gemeinsamen Platzes in die Quere kommen, glauben Kroll und Müller nicht. In Allendorf funktioniere das Ganze auch, zudem seien die Jugendlichen von der A- bis zur D-Jugend ohnehin in einer Spielgemeinschaft aktiv.

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß ist gespannt auf das, was ihm Ende April präsentiert werden soll. Die Stadt ist Träger der Sportanlagen. Er könne sich gut vorstellen, dass das Projekt positiv begleitet werde. Wichtig sei es, dass die Vereine zusammenarbeiten würden - und dass alles auch langfristig Sinn macht: „Manchmal muss man investieren, um zu sparen“, sagt der Rathaus-Chef gegenüber der Frankenberger Zeitung. Daher stelle sich die Frage, was der Erhalt eines Kunst- oder Naturrasens auf Dauer koste. Zunächst werde das Projekt ergebnisoffen angegangen. (tt)

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