Industriegemeinde kündigt aus Kostengründen Mitgliedschaft in Vermarktungsgemeinschaft

Ederbergland-Touristik ohne Allendorf?

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Soll auch künftig noch ihre Zentrale in Frankenberg haben: die Ederbergland-Touristik. Die Gemeinde Allendorf will aus dem Tourismus-Verein mit Frankenberg, Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld austreten – seine Zukunft ist ungewiss.

Frankenberg/Allendorf - Der Anteil der Gemeinde Allendorf an der Ederbergland-Touristik hat inhaltlich eher symbolischen Charakter, kostet aber jährlich 12000 Euro. Wegen des neuen Kommunalen Finanzausgleiches erwägt der Gemeindevorstand daher den Austritt aus dem Verein.

Die Gemeinde Allendorf hat den Vertrag mit der in Frankenberg ansässigen Ederbergland-Touristik zum Jahresende gekündigt: „Vorsorglich“, erklärt Bürgermeister Claus Junghenn. „Wir müssen Fristen einhalten und haben nur bis Ende März Zeit.“ Ziel sei, die Entwicklung des Haushaltsjahres abzuwarten. Junghenn verweist auf die Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs (FZ berichtete mehrfach), der die Industriegemeinde ab dem nächsten Jahr stark belastet. „Wir überlegen in vielen Bereichen, wo wir sparen können.“

Eine Möglichkeit sieht der Gemeindevorstand beim Tourismus: Allendorf spielt im touristischen Konzept der Region nur eine untergeordnete Rolle. Es bietet den Flugplatz mitsamt Gaststätte und als Wanderziel den Klippenpfad zwischen Rennertehausen und Berghofen. Außerdem passiert der Qualitätswanderweg „Ederhöhenpfad“ Allendorf und Rennertehausen. Zwar gibt es einige Restaurants und Gaststätten, jedoch keine bedeutenden Übernachtungsmöglichkeiten in der Industriegemeinde. So bietet die Kommune neben Hatzfeld als einzige auf der Internetseite der Ederbergland-Touristik auch keine Pauschalangebote. In Allendorf war der Beitritt daher schon bei der Gründung der Ederbergland-Touristik nicht unumstritten gewesen. Gleichwohl finden sich aber die Museen in Allendorf, Battenfeld, Haine und Rennertehausen auf der gemeinsamen Seite der Kommunen Frankenberg, Allendorf, Battenberg, Hatzfeld und Bromskirchen wieder.

Bürgermeister streben

Fortbestand nach 2015 an

Das kann durchaus auch in Zukunft so bleiben: „Ich sehe als Vorstandsvorsitzender der Ederbergland-Touristik die Region als Ganzes“, sagt Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. Die Wanderwege, Museen und der Flugplatz seien wichtige Bestandteile dieser Region.

Gleichwohl gilt es für ihn und seine Vorstandskollegen, in den nächsten Wochen vorrangig andere Themen zu bearbeiten, um die Touristik-Zentrale als solche zu erhalten. „Es geht hier ja auch um Arbeitsplätze. Ich glaube aber schon, dass wir auch in Zukunft die Ederbergland-Touristik in Frankenberg haben“, sagt Heß vorsichtig – der Fortbestand der Gemeinschaftseinrichtung ist also keineswegs in trockenen Tüchern.

Dennoch bewertet Heß die Aussichten grundsätzlich positiv: „Ich habe mit den Kollegen aus Bromskirchen, Hatzfeld und Battenberg zusammengesessen“, sagt Heß. Die „übereinstimmende Meinung“ aus dieser Runde spräche für eine Weiterführung der Ederbergland-Touristik. Die müsste dann aber mit deutlich weniger Geld auskommen – rund 12000 Euro im Jahr. Eine Änderung in der Organisationsstruktur könne helfen, diesen Ausfall aufzufangen, erläutert Heß.

Weitere Kommunen haben

Interesse an Mitgliedschaft

Ohne dass es diesbezüglich bereits zu Entscheidungen gekommen sei, stünde etwa die Überlegung im Raum, das Projekt über die interkommunale Zusammenarbeit weiterzuführen. „Es gibt zudem auch weitere Kommunen, die Interesse an einer Mitgliedschaft bekunden“, verrät der Vorstandsvorsitzende. Möglich auch, dass sich ein Tourismus-Konzept für die Region mit dem für die Altstadt-Sanierung Frankenbergs nötigen Integrierten Handlungskonzept verbinden lasse. Es gibt derzeit offensichtlich viele Überlegungen, die den Ausfall der Industriegemeinde kompensieren helfen sollen.

Die endgültige Entscheidung über einen Austritt oder den Verbleib Allendorfs in der Touristik-Zentrale müssen letztlich die Gemeindevertreter nach den Sommerferien treffen. Die Pläne hätten nichts mit der Arbeit der Touristiker zu tun, betont Claus Junghenn. Mit Blick auf die Zahlung des Mitgliedsbetrags von 12000 Euro im Jahr sagt er aber: „Wir haben das immer aus Solidarität gemacht, aber jetzt müssen wir unsere eigene finanzielle Situation bedenken.“

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