Battenfeld

Edertal-Holzwerk schließt zum Jahresende

- Allendorf-Battenfeld (da). Die Sargfabrik Edertal-Holzwerk stellt die Fertigung zum Jahresende ein. Nach 59 Jahren wird der Familienbetrieb, der in der dritten Generation geführt wird, geschlossen. 17 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Er versuche derzeit, seine Angestellten an andere Firmen zu vermitteln, auch die Arbeitsagentur sei frühzeitig informiert worden.

„Die Veränderungen in der Bestattungskultur sind grundlegend, tiefgreifend und nachhaltig“, sagte Tom Haase gegenüber der FZ. Seit dem Wegfall des Sterbegeldes sei der kontinuierliche Rückgang bei den Erdbestattungen nicht mehr aufzuhalten. Hohe Friedhofsgebühren, eine umfangreiche Grabpflege und der Trend zu Waldbestattungen seien für die stetige Zunahme bei den Feuerbestattungen ebenfalls verantwortlich. „Hierfür werden deutschlandweit vorrangig billige Importsärge genommen“, sagte Haase, dessen Großvater Georg Traute den Betrieb im Jahr 1952 gegründet hatte.

Viele osteuropäische Hersteller überschwemmten inzwischen über eigene, dichte Vertriebsnetze den Markt mit „Billigsärgen“, erläuterte der Geschäftsführer. Diese würden inzwischen nicht nur den Händlern, sondern auch den Bestattern direkt angeboten. „Ein kostendeckender Wettbewerb mit deutschen Produkten ist in dem mittlerweile größten Marktsegment nicht mehr möglich.“

Über hochwertige Särge, moderne Truhen oder Designersärge lasse sich der Kostendruck aufgrund der geringeren Stückzahlen nicht abfangen. Viele Bestatter und Händler erteilten in der Vergangenheit immer weniger Aufträge an das Battenfelder Unternehmen und bevorzugten ausländische Särge.

„Kurzfristig lässt sich mit Kurzarbeit darauf reagieren, aber mittel- und langfristig sind grundlegende Veränderungen im Markt notwendig, welche sich nicht abzeichnen“, erklärte der Geschäftsführer. Daher hätten sich Gesellschafter und Geschäftsleitung dazu entschlossen, die Fertigung einzustellen und den Betrieb zu schließen.

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