Beschluss der Schulkonferenz

Edertalschule kehrt zu G9 zurück

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Die Frankenberger Edertalschule kehrt zum Abitur nach neun Jahren zurück – eine Entscheidung, die faktisch bereits vor der Schulkonferenz feststand. Das Gymnasium will sich aber auch an einem Schulprojekt des Landes beteiligen, dass ein Angebot von G8 und

Frankenberg - Künftige Edertalschüler können das Abitur wieder nach neun Jahren Gymnasium machen - wer will, soll aber auch das "Turbo-Abitur" G8 auswählen können. Die Schule will sich an einem Projekt des Kultusministeriums beteiligen und eine Mischform aus G8 und G9 anbieten. Das hat die Schulkonferenz am Donnerstag beschlossen. Voraussetzung ist, dass sich mindestens zwölf der derzeitigen Sechstklässler für das Abitur nach acht Jahren entscheiden.

Einigkeit herrschte unter Eltern, Schülern und Lehrern bei der Wahl, ob grundsätzlich G8 oder G9 angeboten werden soll: Die 13-köpfige Schulkonferenz beschloss gestern Abend, dass Edertalschüler künftig wieder in der 13. Jahrgangsstufe Abitur machen können. „Es war ein ganz eindeutiges Votum“, sagte Schulleiter Stefan Hermes in einer ersten Stellungnahme der FZ. Das Meinungsbild hatte sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet.

In einer zweiten Abstimmung entschied sich die Konferenz für einen Schulversuch - wenn auch nicht ganz so klar. Geplant ist im nächsten Schuljahr die Einrichtung einer G8-Klasse sieben. Schüler der jetzigen sechsten Klasse können wählen, ob sie das „Turbo-Abitur“ machen oder im neuen Schuljahr zum „alten“ neunjährigen Weg bis zur Hochschulreife zurückkehren wollen.

Voraussetzung für die Genehmigung des Schulversuchs ist, dass sich mindestens zwölf der insgesamt rund 90 Sechstklässler für G8 entscheiden. Der Haken: Kommen diese zwölf Schüler nicht zusammen, bleiben alle Edertalschüler bei G8 und von der Rückkehr zum alten G9-Modell profitieren erst die künftigen Fünftklässler.

Eine unverbindliche Anfrage an die Eltern der derzeitigen Sechstklässler ist für den 21. Januar vorgesehen. In den dann folgenden Zeugniskonferenzen wollen die Lehrer außerdem beraten, welche Jugendlichen sie für G8-geeignet halten und anschließend die Eltern informieren. „Niemand wird aber von unserer Seite in eine G8-Klasse gezwungen“, betonte der Schulleiter. Der Schulversuch ist laut Hermes auf drei Jahre angelegt und betrifft den jetzigen Jahrgang sechs, den kommenden Jahrgang sechs und jene Fünftklässler, die im nächsten Jahr eingeschult werden - parallel liefe das Projekt also ab nächstem Jahr in der fünften, sechsten und siebten Klasse. Fünft- und Sechstklässler sollen aber zusammen unterrichtet und erst ab der siebten Jahrgangsstufe in G8 und G9 unterteilt werden. Dann würden nur einzelne Fächer wie Religion und Ethik oder der Wahlpflichtunterricht in den Klassen 9 und 10 für Schüler beider Formen gemeinsam unterrichtet werden, sagte Hermes. Im Schulversuch würde demnach „ganz normal“ nach der G8-Stundentafel unterrichtet, erklärte Stefan Hermes. Es bleibe bei der zweiten Fremdsprache schon in der sechsten Klasse. Für G9-Schüler sei die aber nicht versetzungsrelevant.

Sowohl für den Schulversuch als auch für G9 hatten zwei Arbeitsgruppen an der Edertalschule zuvor Konzepte entwickelt, die laut Stefan Hermes in der Konferenz vorgestellt und diskutiert wurden. Der Schulversuch werde wissenschaftlich begleitet. Das Kultusministerium habe auch zusätzliche Mittel in Aussicht gestellt, sagte der Schulleiter.

Fakt sei, dass der verkürzte Weg zum Abitur „den Anmeldezahlen eher abträglich“ war, erklärte Hermes auf FZ-Anfrage. Viele Schüler auch aus dem Frankenberger Land wählten seit der Einführung den Weg zur Battenberger Gesamtschule. Dort ist zwar kein Abitur möglich, durch die sechsjährige Unter- und Mittelstufe bietet die Schule aber faktisch G9. (da)

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